Darum sind Leder, Daunen, Wolle und Pelz ein No-Go

Wir alle sind in einer Gesellschaft groß geworden, in der das Leid der Tiere gerne unter den Tisch gekehrt wird. So denken auch heute noch viele Menschen, dass Schafe generell geschoren werden müssen und Leder lediglich ein Abfallprodukt der Fleischindustrie ist. Höchste Zeit also, mit diesen Mythen aufzuräumen, damit das Leid der Tiere möglichst schnell beendet werden kann.
 

Leder ist kein Abfallprodukt der Fleischindustrie

Jahr für Jahr erzielt die Lederindustrie etwa 95,4 Milliarden Euro. Jedes Mal, wenn Sie für Lederschuhe, Ledertaschen oder Lederautobezüge bezahlen, tragen Sie erheblich zum wirtschaftlichen Gewinn der Fleischindustrie und der Schlachthäuser bei. Höchstwahrscheinlich stammt dieses Leder zusätzlich aus China oder Indien, wo es nicht einmal den geringsten Schutz für die Tiere gibt. In Indien beispielsweise wird Kühen Chili in die Augen gerieben, sollten sie beim Weg ins Schlachthaus stehenbleiben. Auch Hunde- und Katzenleder gelangt falsch deklariert nach Deutschland. So könnten Ihre Lederhandschuhe aus der Haut einer Katze bestehen, ohne dass Sie davon wissen.



 

Leder ist kein umweltfreundliches „Naturprodukt“

Wenn man sich einmal vor Augen führt, was Leder eigentlich ist – nämlich die Haut eines getöteten Tieres – wird schnell klar, dass zahlreiche Chemikalien nötig sind, um diese am Verwesen zu hindern. Die Lederindustrie verwendet hierfür beispielsweise Chrom III, woraus bei der Gerbung das krebserregende und allergieauslösende Chrom VI entstehen kann. Die giftigen Gerbereiabwässer werden häufig ungeklärt in der Natur entsorgt, wodurch unzählige Arbeiter und Anwohner schwere Erkrankungen wie Hautausschläge, Asthma, Lungenkrebs oder Leukämie bekommen. Unter den Arbeitern und Anwohnern befinden sich auch Kinder. Doch auch Sie sind großen Gesundheitsgefahren ausgeliefert, wenn Sie Produkte aus Leder tragen. Schließlich werden auch in Lederschuhen, die Sie in deutschen Geschäften kaufen können, immer wieder gefährlich hohe Rückstände von Chrom VI gefunden.



 

Es gibt keine tierleidfrei „erzeugten“ Daunen

Wussten Sie, dass Gänse und Enten für Daunen oft bei lebendigem Leib gerupft werden? Arbeiter klemmen sich die hilflosen Tiere kopfüber zwischen die Knie und reißen ihnen ganze Büschel von Federn aus, wodurch sie panisch schreien und bluten. Nicht selten werden den Gänsen und Enten bei dieser Prozedur die Flügel gebrochen oder Hautlappen herausgerissen. Auch Zertifikate wie der „Responsible Down Standard“ oder „Downpass“ können eine artgerechte Haltung nicht garantieren oder den Lebendrupf verhindern.



 

Schafe müssen nicht sowieso geschoren werden

Hätten wir Menschen die Schafe nicht genetisch manipuliert, würde ihnen lediglich so viel Wolle wachsen, wie sie benötigen, um sich vor Kälte zu schützen. Um möglichst viel Kapital aus den Tieren zu schlagen, wurden jedoch spezielle Rassen, wie Merinoschafe, gezüchtet, die keinen natürlichen Fellwechsel mehr aufweisen. Schafe, aber auch Kaschmir-Ziegen und Alpakas, werden bei der Schur oft gefesselt, gewaltsam niedergedrückt, geschnitten und durch die Gegend geworfen. Auf das Leid der Tiere wird keinerlei Rücksicht genommen, schließlich werden die Arbeiter nicht selten nach Menge und nicht nach Stunden bezahlt. Im Normalfall werden die Schafe geschlachtet, sobald das Wollwachstum nachlässt. Hierfür werden sie oftmals auf überfüllten, verdreckten Schiffen in Länder des Nahen Ostens transportiert, wo es keinerlei Gesetze gibt, die sie vor Leid und Misshandlung schützen.



 

Ein niedriger Preis ist kein Anhaltspunkt für Kunstpelz


Es mag Sie überraschen, aber Echtpelz muss nicht viel kosten. Und selbst, wenn ein Pelz als Kunstpelz bezeichnet wird, so kann es sich dennoch um Pelz tierischen Ursprungs handeln. Trotz EU-Importverbot gelangen auch immer wieder falsch deklarierte Katzen- und Hundepelze in deutsche Läden und Online-Shops. Meist kommen diese Pelze aus China, wo es keinerlei Strafen gibt für Menschen, die Tiere misshandeln oder sogar lebendig häuten. Doch auch für Pelze aus Europa werden freiheitsliebende Tiere lebenslang in winzige Käfige gesperrt und durch ungefilterte Auspuffgase aus LKW-Motoren vergast oder per Elektroschock getötet: Hierbei erleiden die Tiere einen Herzinfarkt und verbrennen innerlich.



Helfen Sie den Tieren, indem Sie tierfreundlich shoppen

Kühe, Gänse, Schafe, Füchse und alle anderen Tiere, die für Leder, Daunen, Wolle und Pelz ausgebeutet und getötet werden, haben einzigartige Persönlichkeiten und faszinierende Eigenschaften: Wussten Sie zum Beispiel, dass sich Kühe wahnsinnig freuen, wenn sie ein Problem gelöst haben? Dass Gänse ihrem Partner bis in den Tod treu bleiben? War Ihnen klar, dass Schafe besonders gut darin sind, Gesichter wiederzuerkennen und Füchse tatsächlich ziemlich schlau sind? All diese Tiere haben es verdient, von uns geschützt zu werden.
 

Achten Sie daher bitte darauf, dass Ihre Klamotten keine Bestandteile tierischen Ursprungs enthalten: Entscheiden Sie sich für Schuhe und Handtaschen ohne Echtleder. Besorgen Sie sich Winterjacken und Kissen ohne echte Daunen. Achten Sie darauf, dass Ihre Pullover und Schals keine tierische Wolle enthalten und stellen Sie sicher, dass Sie entweder gar keinen oder lediglich künstlichen Pelz an Ihrem Kragen tragen. Zu all diesen Tierqualprodukten gibt es umweltfreundliche sowie vegane Alternativen aus Sojaseide, Kork oder recyceltem Kunststoff. Glücklicherweise entscheiden sich auch immer mehr Marken für vegane Materialien: Eine große Auswahl von Anbietern tierfreundlicher Kleidung und Accessoires sowie Rabattcodes finden Sie im PETA Shopping Guide auf veganemode.info.


 

Unsere Autoren

Isabella Lynley

Als Content Producer kämpft Isabella Lynley für die Rechte ALLER Tiere.