Verweste Körperteile toter Vögel in Daunenjacken entdeckt

Daunenjacke tote Vögel
Halloween ist eigentlich schon vorbei. Doch womit finnische Zollbehörden regelmäßig zu tun haben [1], zeigt deutlich, dass für Tiere in der Daunenindustrie jeder Tag der blanke Horror ist: In gefälschten Daunenjacken stecken neben den oftmals bei lebendigem Leib herausgerupften Federn von Enten und Gänsen auch Teile ihres Körpers. Die Tiere werden geschreddert und als Füllung in die billigen Jacken gesteckt. Ein übelriechender Verwesungsgestank an den Produkten machte bereits einige Kunden auf die blutige Überraschung aufmerksam.

Zerhäckselte Enten und Gänse in Daunenjacken

Pakete mit solch zweifelhafter Ware ziehen europäische Zollbeamte regelmäßig aus dem Verkehr – ein Großteil aller gefälschten Produkte wird jedoch niemals sichergestellt und landet erfolgreich im Warenhandel. Den Inhalt der vielfach gefälschten Jacken ließen einige Markenhersteller bereits untersuchen und entdeckten neben Daunen und Federn auch faulende Körperteile wie die Schnäbel und Krallen der Vögel. Sogar von einer kompletten zerhäckselten Ente ist die Rede. Man mag sich kaum ausmalen, welches Leid diese Tiere vor ihrem Tod durchlebt haben. Denn über 80 Prozent der weltweit gehandelten Daunen stammen aus Asien, wo es keine greifenden Tierschutzgesetze gibt. Lebendrupf und die Gefangenschaft in winzigen, völlig verdreckten Drahtgitterkäfigen sind Alltag für die meisten Enten und Gänse in der Daunenindustrie.

Tierleid und Kinderarbeit in der Modeindustrie

Laut finnischem Zoll werden die meisten Markenfälschungen in asiatischen Online-Shops verramscht und an teils ahnungslose Kunden verkauft. [2] Denn auf der Webseite lassen sich die Produkte von ihrem Original nicht unterscheiden. Neben dem Missbrauch von Enten und Gänsen werden die Raubkopien mit organisierter Kriminalität, Kinderarbeit und Menschenhandel in Verbindung gebracht. Wer so wenig Achtung vor einem Menschenleben hat, dem wird das Leid einer Ente oder Gans vermutlich völlig egal sein.

So können Sie Tiere vor der Modeindustrie beschützen

Aber auch für teure Originale wie Jacken von Canada Goose und andere Daunenprodukte leiden Enten und Gänse. Wer im Winter nicht frieren will, muss zum Glück keinem Vogel das Federkleid rauben, sondern kann sich mit Stil und Empathie in vegane Mode hüllen. Pflanzliche Füllungen wie Baumwolle oder Kapok halten ebenso warm wie synthetische Hochleistungsmaterialien wie Primaloft, Thermore oder Thinsulate. Damit übersteht man selbst den sibirischen Winter. Weitere Informationen finden Sie auf veganemode.info.

[1] https://svenska.yle.fi/artikel/2018/11/03/taloussanomat-det-kan-finnas-ruttnade-nabbar-och-klor-i-din-importerade-dunjacka
[2] https://www.is.fi/taloussanomat/art-2000005886535.html?ref=rss

Unsere Autoren

Johanna Fuoß

Hanna ist Fachreferentin für Tiere in der Bekleidungsindustrie. Dass sie sich heute für tierfreie Kleidung einsetzt, ist ihren pelztragenden Katzen zu verdanken.