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Der Earth Day und tierische Produkte passen einfach nicht zusammen

 
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Ein Beitrag von Ingrid Newkirk

Stand April 2015

Amerikaner machen sich Gedanken um ihre Umwelt. Die Mehrheit von uns ist der Auffassung, dem Schutz der Natur sollte höhere Priorität zukommen, als wirtschaftlichem Wachstum. Fast 40 Prozent von uns bezeichnen sich selbst als Umweltschützer. Lassen Sie uns also an diesem 45. Earth Day einen einfachen Schritt zum Schutz der Umwelt gehen. Dieser Schritt ist effektiver im Kampf gegen Treibhausgase, als der Umstieg auf erneuerbare Energien und er kostet uns nicht tausende von Dollar wie ein Hybridauto.

Wir müssen dafür nur eins tun: Fleisch und Milchprodukte endlich als das sehen, was sie wirklich sind – umweltzerstörerische Nahrungsmittel. 

Ein Amerikaner isst 288 Prozent mehr Fleisch als der globale Durchschnitt und wir trinken 235 Prozent mehr Milch. Wir können nicht vorgeben, uns um die Umwelt zu sorgen, wenn wir gleichzeitig so viele tierische Produkte konsumieren. Das ist, als würde man die Sonderedition einer Cola-Flasche mit einem Eisbären darauf kaufen und sich deshalb Artenschützer nennen. 

Die Aufzucht von Tieren zur Nahrungsmittelgewinnung zerstört den Planeten. Tiere in der landwirtschaftlichen Intensivhaltung produzieren jeden TagMilliarden Pfund an Exkrementen. Diese Abwässer gelangen häufig in Bäche und Flüsse und verschmutzen so das Wasser für den menschlichen Konsum. Sie töten auch das Leben im Meer – im Jahr 2009 zum Beispiel, starben mehr als 100.000 Fische, als über 750.000 Liter Schweineabwässer in einen Bach in Illinois flossen. Gelangen diese Abwässer weiter hinaus ins Meer, dann schaffen sie sogenannte „Todeszonen“, in denen praktisch alle Meerestiere und Pflanzen sterben. Im Golf von Mexiko gibt es eine Todeszone so groß wie Connecticut. 

Doch die Produktion von Fleisch und Milchprodukten vergiftet unser Wasser nicht nur, sie verschwendet auch enorme Wassermengen. Man braucht bis zu 7.500 Liter Wasser, um nur ein Pfund Rindfleisch herzustellen. Fast 3.400 Liter Wasser sind nötig, um nicht einmal 4 Liter Kuhmilch zu produzieren – zurHerstellung von Sojamilch werden hingegen nur 28 Prozent davon benötigt. Kalifornien und Texas kämpfen mit historischen Dürren – wir können es uns einfach nicht mehr leisten, Wasser in unnötige Waren wie Fleisch und Milchprodukte umzuleiten. 

Und Wasser ist nicht die einzige Ressource, die von der Fleisch- und Milchindustrie verschwendet wird. Jede Minute werden Landflächen in der Größe von sieben Fußballfeldern dem Erdboden gleichgemacht, um mehr Platz für Weideflächen für die Tiere der Fleischindustrie und für Anbauflächen für die Pflanzen, mit denen sie gefüttert werden, zu schaffen. Wir zerstören Dschungel, uralte Wälder und die Pflanzen und Tiere, die darin leben. Den Vereinten Nationen zufolge sterben alle 24 Stunden 150 bis 200 Tier- und Pflanzenarten aus. Seit der Zeit der Dinosaurier hat unser Planet kein derartiges Massenaussterben mehr gesehen. 

Die Fleisch- und Milchproduktion verschmutzt zudem etwas, das wir als selbstverständlich ansehen – die Luft zum Atmen. Tierhaltungen verströmen tausende Tonnen Staub – versetzt mit Bakterien, Schimmel und Pilzen – in die Atmosphäre. Häufig wird Flüssigdünger in die Luft versprüht und setzt so giftige Chemikalien frei, die bei Menschen nachweislich Entzündungen, Immunschwächen und neurochemikalische Probleme verursachen können. Einer kalifornischen Studie zufolge sind Milchbetriebe die wichtigste Quelle von Smog in den USA und übertreffen damit sogar Lastwägen und PKWs.

Zu guter Letzt dürfen wir dabei die Tiere nicht vergessen. Wir schlachten in den USA jedes Jahr fast 9 Milliarden Tiere. Die Nachfrage nach einer schnellen und billigen Produktion bedeutet zwangsläufig, dass Tiere darunter leiden. Die Tiere der Nahrungsmittelindustrie werden zu zehntausenden in dreckige, fensterlose Ställe gesperrt, in denen sie sich kaum bewegen können. Sie werden ohne den Einsatz von Schmerzmitteln verstümmelt. Sie werden dahingehend manipuliert, riesige Nahrungsmengen zu sich zu nehmen oder sie werden zwangsgemästet. Viele von ihnen sehen niemals Tageslicht oder atmen frische Luft, bis sie zum Schlachthaus gebracht werden. Dort angekommen sind viele noch bei Bewusstsein, wenn man sie in kochendes Wasser wirft, um ihnen so Federn und Haare zu entfernen.

Amerikaner reagieren – zurecht – mit Empörung auf den Umgang mit Wildtieren in Parks wie SeaWorld. Sie reagieren – zurecht – mit Empörung auf den Missbrauch von Katzen und Hunden. Doch was die Tiere in der Nahrungsmittelindustrie anbelangt, – Tiere, die genau wie Sie und ich Teil dieser Umwelt sind und die ihr Leben genau wie wir wertschätzen – schauen die Menschen nur allzu häufig weg, machen einen schlechten Scherz über Speck und wechseln so schnell wie möglich das Thema.

Wir können nicht vorgeben, uns um die Umwelt zu sorgen, wenn wir die Auswirkungen tierischer Produkte völlig ignorieren. Deshalb hat PETA Live Earth 2015 gebeten, auf den Veranstaltungen nur umweltfreundliches veganes Essen anzubieten. Und aus dem gleichen Grund möchte ich alle Menschen bitten, diesen Earth Day – und alle kommenden – zu feiern, indem wir uns all der Produkte entledigen, die sowohl unseren Planeten als auch die Lebewesen darauf töten.