Termineinladung: Ehemaliger Weltklasseboxer protestiert für PETA in Marburg gegen Tierquälerei im Circus Carl Busch / Freitag, 20. Oktober, ab 19 Uhr

Marburg / Stuttgart, 18. Oktober 2017 – Marburgs Boxlegende Wolfgang Penzler kämpft gegen die systematische Ausbeutung von Tieren. Anlässlich des Gastspiels von Circus Carl Busch protestiert der ehemalige Weltklasseboxer am kommenden Freitag gemeinsam mit weiteren Tierfreunden für PETA gegen die unwürdigen Bedingungen, denen Tiere im Zirkusbetrieb ausgesetzt sind. Start der Aktion ist um 19 Uhr auf dem Marburger Messeplatz.
 
„Circus Carl Busch fällt immer wieder durch mangelhafte Tierhaltung und Missstände auf“, erklärt Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Zoo und Zirkus bei PETA. „Der Bundesrat hat schon mehrmals begründet, warum Elefantenhaltung im Zirkus immer Tierquälerei bedeutet“.
 
Dabei hatte es noch Anfang des Jahres so gut ausgesehen. Die Stadt hatte im Januar ein kommunales Wildtierverbot für Zirkusse beschlossen. „Wir hoffen, dass Marburg das kommunale Wildtierverbot auch umsetzt und so ein wichtiges Zeichen für den Tierschutz setzt“, sagt Fachreferentin Würz.
 
Nun schlägt der vielfach kritisierte und mit Bußgeldverfahren belegte Circus Carl Busch seine Zelte erneut in Marburg auf. Einfach hinnehmen wollen Tierfreunde das nicht. PETA bietet, vertreten durch den ehemaligen deutschen Boxmeister Wolfgang Penzler, dem tierfeindlichen Treiben die Stirn.
Der PETA-Unterstützer informiert die Besucher ab 19 Uhr auf dem Messeplatz in der Afföllerstraße mit Flugblättern und Schildern über die Problematik. Die Tierrechtsorganisation appelliert, Zirkusse mit Tieren im Programm keinesfalls durch einen Besuch zu unterstützen.
 
Die Mitarbeiter des Circus Carl Busch haben die dort gehaltenen Elefanten in der Vergangenheit nachweislich mehrfach misshandelt und geschlagen. So zeigt ein der Tierrechtsorganisation PETA zugespieltes Video aus dem Juli, wie die Afrikanische Elefantendame Mashibi verzweifelt versucht, aus dem Zirkus zu entkommen – und unter Schlägen wieder in das kleine Gehege zurückgetrieben wird. Missstände dieser Art sind bei Zirkus Carl Busch keine Seltenheit. „Es sind weitere gefährliche Elefantenausbrüche und mehrere Fälle von Misshandlungen der Rüsseltiere dokumentiert“, berichtet Dr. Yvonne Würz.
 
PETA fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, denn das Leben in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod. Die harten Zirkusbedingungen zehren auch Elefanten körperlich und seelisch aus, wodurch sich ihre Lebenserwartung um fast die Hälfte reduziert. Während ihre Artgenossen in freier Natur in der Regel 60 Jahre alt werden, erreicht kaum ein Elefant im Zirkus ein Alter von 45 Jahren. Mit nur 25 Jahren verstarb 2005 Elefant Macombe bei Circus Carl Busch.
 
Bundesweit haben bereits rund 90 Städte und Gemeinden Zirkusse mit Wildtieren von öffentlichen Flächen verbannt. Mehrere Dutzend, oft gefährliche Ausbrüche von Tieren aus Zirkussen pro Jahr bestätigen, wie dringend Kommunen Verantwortung übernehmen müssen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte tierfreundlichen Städten im April 2016 den Rücken gestärkt und betonte anlässlich der Klage eines Zirkusbetriebs ausdrücklich die Entscheidungsfreiheit der Städte bei der Gestaltung ihrer Veranstaltungskonzepte [1]. Ein vorangegangenes Urteil des Verwaltungsgerichts München über die Zulässigkeit eines kommunalen Wildtierverbots für Zirkusbetriebe in der Stadt Erding wurde somit rechtskräftig [2]. Ein Beschluss des OVG Lüneburg vom März 2017 lässt sich hingegen nicht verallgemeinern und steht im Widerspruch zur bisherigen Rechtsprechung, die die Rechtmäßigkeit kommunaler Wildtierverbote und deren Verhältnismäßigkeit gegenüber der Berufsausübungsfreiheit von Zirkussen überwiegend bestätigte.

[1] Kveton, P. (2016): Zirkus zieht Klage zurück. Kommunen dürfen weiter Verbote für Wildtiere erlassen. In: Bayerischer Rundfunk.
[2] VG München, Az. M7K 13.2449.

Weitere Informationen:
PETA.de/Zirkus
PETA.de/Circus-Carl-Busch
 
Wann & Wo?
Freitag, 20. Oktober 2017, ab 19 Uhr, Marburger Messeplatz
Interviewkontakt vor Ort:
PETA-Unterstützer Wolfgang Penzler (telefonischer Kontakt kann auf Anfrage hergestellt werden)

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 711 860591-529, JanaF@peta.de