Zoo Leipzig: Elefantenkuh Thura stirbt mit Kind im Bauch!

Elefant Zoo Leipzig

Ein Leben voller Qualen geht zu Ende. Seit Monaten litt die Elefantendame Thura im Leipziger Zoo unter Krankheitsschüben, jetzt ist sie an einer Blutvergiftung gestorben. „Nicht unerwartet“, wie der Zoo sagt. [1] Denn in ihren 45 Jahren hat Thura viel Leid erfahren.

Im Zoo gefangen

Thura wurde vermutlich um das Jahr 1974 herum in Indien geboren und dort als „Wildfang“ in Gefangenschaft genommen, um fortan ihr Leben im Zoo zu fristen. [2] Dabei steht die Elefantenhaltung in Zoos aufgrund der artwidrigen Bedingungen schon lange in der Kritik. Anders als in der Freiheit ist der Zooalltag von Elefanten geprägt von Bewegungsmangel, Beschäftigungslosigkeit und zerstörten Sozialstrukturen. Viele Elefanten in Zoos leiden unter schweren Verhaltensstörungen und ihnen geht es in der Gefangenschaft so schlecht, dass sie sich nur selten fortpflanzen. Thura wurde während ihrer Zeit im Zoo Leipzig trotzdem zweimal schwanger. Sie verlor schließlich nicht nur beide Kinder, sondern auch ihr eigenes Leben.

Totes Baby im Bauch

In der Silvesternacht 2015/2016 wurde bei Thura eine Geburt abgebrochen. Das Elefantenkind verstarb im Mutterleib und blieb dort. Ein chirurgischer Eingriff, um den Fötus zu holen, sei „nicht möglich“, so der Zoo. Thura müsse ihr totes Kalb selbst gebären. Das geschah jedoch auch nach Monaten und Jahren nicht und Thura war 2018 wieder schwanger. Weil ihr totes Baby den Geburtskanal blockierte, entschied der Zoo, die Schwangerschaft in einer komplizierten Operation abzubrechen. [3] Der Eingriff schien erfolgreich, da Thura anschließend nach ihrem neuen Fötus auch das seit zwei Jahren in ihrem Bauch verbliebene und inzwischen versteinerte Kalb nach und nach auszuscheiden begann. Allerdings litt sie seitdem immer wieder unter Krankheitsschüben. Am 26. November 2019 verstarb sie nun, ohne je wieder die Freiheit gesehen zu haben.

Sackgasse Elefantenzucht

„Thura ist ein Opfer der artwidrigen Haltung und Zucht von Elefanten in Zoos. Die Bedingungen sind extrem unnatürlich – immer wieder sterben Jungtiere an Krankheiten, durch Unfälle oder werden von ihren eigenen Müttern getötet oder verstoßen“, so Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Hinzu kommt, dass die Zoo-Verantwortlichen nach Gutdünken belastende Eingriffe wie künstliche Befruchtungen oder Abtreibungen bei den sensiblen Tieren vornehmen lassen. Die Elefantenzucht im Zoo ist eine Sackgasse und sollte schnellstmöglich beendet werden.“ Statt ihrer Freiheit beraubte, oft verhaltensgestörte Elefanten unter artwidrigen Bedingungen in Zoos zur Fortpflanzung zu zwingen, wäre es besser, Geld in Artenschutzprojekte vor Ort zu investieren. Nur so lässt sich wirklich effizient etwas für das Überleben der Art tun.
 

Was Sie tun können

Informieren Sie sich darüber, wie schlecht es Elefanten in deutschen Zoos geht, und unterschreiben Sie jetzt unsere Petition für ein baldiges Ende der Misshandlung mit dem Elefantenhaken.