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Elefantenmädchen Püppi im Tierpark Hagenbeck gestorben – PETA übt scharfe Kritik an Zoodirektion

 
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Stand September 2017
Hamburg / Stuttgart, 12. September 2017 – Der Tierpark Hagenbeck gab heute bekannt, dass das Elefantenbaby Püppi nur eine Woche nach seiner Geburt am Wochenende tot im Stall aufgefunden wurde. Die Mutter von Püppi, Salvana, wollte ihre Tochter nicht annehmen. Eine Obduktion soll die Todesursache klären. Die Tierrechtsorganisation PETA übt jetzt scharfe Kritik an den Zoo-Verantwortlichen. Im Tierpark Hagenbeck werden die Elefanten im sogenannten direkten Kontakt gehalten. Bei dieser Haltungsform werden die Elefanten permanent mit dem Elefantenhaken kontrolliert, ein Stock mit einem spitzen Metallhaken. Dass eine Elefantenmutter ihren Nachwuchs nicht annimmt, geschieht in der Natur äußerst selten. Im Tierpark Hagenbeck leben die Elefanten jedoch in einem Umfeld der dauerhaften Einschüchterung und Angst vor Bestrafung mit dem Elefantenhaken. Unter solchen Bedingungen können unnatürliche Verhaltensweisen, wie das Zurückweisen des eigenen Nachwuchses, gehäuft auftreten. Auch Menschenaffen- und Eisbärenmütter, die unter mangelhaften Bedingungen in Zoos gehalten werden, nehmen ihren Nachwuchs häufig nicht an. PETA fordert den Tierpark Hagenbeck auf, die Elefantenhaltung als ersten Schritt unverzüglich auf den geschützten Kontakt umzustellen und die Quälerei mit dem Elefantenhaken zu beenden.
 
„Die Quälerei von Elefanten in Zoos mit dem Elefantenhaken muss endlich aufhören. Es ist kaum verwunderlich, dass Elefanten ihre Kinder verstoßen oder töten, wenn sie selbst in einem traumatischen Umfeld von Gewalt und Zwang leben müssen“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA
 
Auch die Tötung von neugeborenen Elefantenbabys durch ihre Mütter ist in Zoos keine Seltenheit. Die Elefantin Bibi tötete im Zoo Halle bereits zwei Mal ihren eigenen Nachwuchs. Einige Zoos sind deshalb dazu übergegangen, die Mütter bei der Geburt anzuketten, um das Baby schnell genug in Sicherheit bringen zu können.
 
Der schmerzhafte Einsatz des Elefantenhakens in der Haltungsform „Direkter Kontakt“ ist in vielen Zoos an der Tagesordnung. Auch in den Zoos Wuppertal, Karlsruhe, Leipzig, Stuttgart, Berlin, Augsburg und Neunkirchen werden die Elefanten auf diese Weise zum Gehorsam gezwungen. PETA veröffentlichte im April 2017 Aufnahmen aus dem Zoo Hannover, wie Zoowärter immer wieder den Elefantenhaken in die Haut der Jungtiere rammten. Einige Zoos haben zumindest auf die Haltungsform „Geschützter Kontakt“ umgestellt, um Mitarbeiter und Elefanten voreinander zu schützen. Dabei versorgen die Elefantenwärter die Tiere durch eine sichere Abschrankung. In Kalifornien ist der Einsatz des Elefantenhakens in Zoos und Zirkussen ab 2018 verboten.
 
PETA setzt sich für ein Ende der Elefantenhaltung in Gefangenschaft ein, denn die sensiblen Rüsseltiere gehören in die Wälder und Savannen Afrikas und Asiens. Dort wandern sie gemeinsam mit ihren Familien viele Kilometer am Tag. Die Bedingungen, unter denen sie gehalten werden, sind derart unnatürlich und mangelhaft, dass die empfindsamen Tiere in Gefangenschaft durchschnittlich nur halb so alt werden wie in der Natur [1]. Die in Gefangenschaft geborenen Tiere haben keine Aussicht auf Auswilderung.
 
[1] Clubb R., Moss C. et al (2008): Compromised Survivorship in Zoo Elephants. Science 12 December 2008: 1649.

Weitere Informationen:
www.peta.de/Zooelefanten
www.peta.de/Zoo-Hannover

Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de