Elefantenqual hinter Circus Afrikas Glitzerkulissen in Regensburg: PETA veröffentlicht zugespieltes Videomaterial von fixierten verhaltensgestörten Elefanten

Regensburg / Stuttgart, 13. August 2019 – Bis zum 25. August gastiert Circus Afrika in Regensburg. Jetzt veröffentlicht PETA zugespieltes Videomaterial aus der oberpfälzischen Stadt, das hinter den Kulissen aufgenommen wurde. Das Video zeigt, wie die Elefanten in der Nacht im Stallzelt am Bein angebunden sind. Im fixierten Zustand schwenkt ein Tier Rüssel und Kopf hin und her – eine typische Verhaltensstörung, die schweres seelisches Leid bedeutet. Die Tierrechtsorganisation fordert die Regensburger Veterinärbehörde auf, endlich einzugreifen und die Tiere in eine Auffangstation oder in eine adäquate zoologische Einrichtung zu überführen.
 
„Während sich Circus Afrika in der Öffentlichkeit als tierfreundlich präsentiert, müssen die Elefanten hinter der Glitzerkulisse große Qualen erleiden. Kein Tier verdient es, so herzlos behandelt zu werden“, so Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin bei PETA. „Das nächtliche Anbinden ist eine erhebliche körperliche und seelische Belastung für die bewegungsfreudigen Tiere. In der Natur wandern afrikanische Elefanten bis zu 80 Kilometer pro Tag.“
 
Tierschutzverstöße, Sach- und Personenschäden bei Circus Afrika
Auch in der Vergangenheit hat Circus Afrika immer wieder gegen Tierschutz- und weitere Rechtsbestimmungen verstoßen: Unzulässiges Fixieren der Elefanten während des Tages, mangelnde Beschäftigungsmöglichkeiten, Temperaturen im Stallzelt nahe dem Gefrierpunkt: Die Liste der wiederkehrenden Verstöße und das damit verbundene Leid der Elefanten sind schier endlos. Zudem wurde Weisheit 2018 wegen Körperverletzung an einer Weimarer Amtsveterinärin [1] rechtskräftig verurteilt (Az.: Ns 902 Js 14516/16). Bei ungenehmigten „Spaziergängen“ mit den Elefanten kam es mehrmals zu Sachschäden, zudem wurde Weisheit 2017 wegen der damit verbundenen fahrlässigen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung vom Amtsgericht Erfurt zu einem Bußgeld verurteilt (Az.: 653 Js 201266/17 65 OWi). Bei diesem „Spaziergang“ verletzte sich eines der Tiere; das Verfahren wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz wurde jedoch eingestellt. Auch vor der Unversehrtheit von Menschen macht der Direktor keinen Halt. So fuhr Weisheit 2016 während einer Protestaktion in Sangerhausen mit einem Radlader auf die Demonstranten zu; mindestens eine Person wurde von der Ladung des Radlagers touchiert [2].
 
Hintergrundinformationen
Experten zufolge funktioniert die Dressur von Elefanten nur mit Gewalt und Zwang. Der Bundesrat begründete 2016 in seiner Entschließung, warum insbesondere Elefanten erheblich im Zirkus leiden. Einer repräsentativen Forsa-Umfrage vom Mai 2014 zufolge vertreten außerdem 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können. Bezüglich exotischer Wildtierarten sprechen sich auch die Bundestierärztekammer und die Agrarminister der Länder für ein Verbot aus. Letztere haben erst kürzlich ihre Forderung an die Bundesregierung nach einer Regelung bekräftigt.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Tierrechtsorganisation fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod.

PETA setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

[1] https://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Zirkus-Afrika-gastiert-in-Weimar-Ueberleben-ist-ein-Drahtseilakt-2041061767.
[2] https://www.mz-web.de/sangerhausen/auf-tierschuetzer-zugefahren-zirkusdirektor-muss-300-euro-an-sozialen-verein-zahlen-29732186.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Verhaltensgestoerte-Elefanten-Circus-Afrika
PETA.de/Chronikafrikasbigcircus
PETA.de/Wildtierdressur
PETA.de/VerbotWildtiereImZirkus
 
Kontakt:
Lisa Kienzle, +49 711 860591-536, [email protected]