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England beschließt Zirkus-Wildtierverbot: PETA fordert Landwirtschaftsministerin Klöckner auf, aktuellem Zirkusantrag der Grünen zuzustimmen

Stuttgart, 24. Juli 2019 – Gestern hat das britische Parlament dem Gesetzentwurf für ein Zirkus-Wildtierverbot in England zugestimmt. Das Verbot, das schon seit 2006 in der Diskussion stand, tritt bereits am 20. Januar 2020 in Kraft. Ähnliche Gesetze wurden auch in Schottland verabschiedet und sind momentan für Wales geplant. In Deutschland hingegen sind bereits drei Bundesratsinitiativen zum Zirkus-Wildtierverbot gescheitert. Nach der Sommerpause wird sich der Bundestag mit einem Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen befassen, wonach Wildtiere im Zirkus verboten und die Tiere innerhalb von 18 Monaten in Auffangstationen und Tierparks überführt werden sollen (Drucksache 19/7057). PETA fordert Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner auf, ihren Widerstand gegen ein Wildtierverbot endlich aufzugeben und dem Antrag der Grünen-Fraktion zuzustimmen.
 
„Deutschland ist europaweit das absolute Schlusslicht in Sachen Tierschutz im Zirkus, auch dank der Blockade der CDU/CSU-Fraktion bei bisherigen Initiativen für ein Zirkus-Wildtierverbot“, so Dr. Yvonne Würz, Biologin und Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „In England hat es nun nach jahrelangen Bemühungen endlich geklappt. Wir hoffen, dass dies ein weiteres Signal für die Bundesregierung ist, auch nachzuziehen.“
 
Deutschland Schlusslicht beim Schutz von Tieren im Zirkus
In 27 europäischen Ländern, beispielsweise Belgien, Österreich und den Niederlanden, sind bereits bestimmte oder alle Tierarten im Zirkus nicht mehr erlaubt. Allein in den vergangenen zwei Jahren haben Italien, Irland, Rumänien, Estland, Lettland und Luxemburg neue Gesetze zum Verbot von Wildtieren im Zirkus erlassen. Mit ihrem Antrag vom Januar fordert die Grünen-Fraktion im Bundestag aus Tierschutzgründen ein Verbot von Affen, Elefanten, Bären, Giraffen, Nashörnern, Großkatzen und Flusspferden. Neben der Bundestierärztekammer hat sich auch der deutsche Bundesrat bereits dreimal für ein Verbot von bestimmten Tierarten im Zirkus ausgesprochen. Einer repräsentativen Forsa-Umfrage vom Mai 2014 zufolge vertreten zudem 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können.

Nach wie vor werden Hunderte Elefanten, Giraffen, Tiger und viele weitere Wildtiere durch Deutschland gefahren, unter mangelhaften Bedingungen gehalten und mit der Peitsche oder dem sogenannten Elefantenhaken dazu gezwungen, unnatürliche Bewegungsabläufe vorzuführen. Experten und Behörden bestätigen, dass beispielsweise Elefanten nur mit Gewalt zum Gehorsam gezwungen werden können. Außerdem zeigen zahlreiche Videos brutale Misshandlungen. Auch Auskünfte der Bundes- und einiger Landesregierungen haben ergeben, dass durchschnittlich bei etwa jeder zweiten behördlichen Kontrolle Missstände bei der Tierhaltung festgestellt werden – und das, obwohl die zugrundeliegenden Richtlinien veraltet sind. Immer wieder kommt es zudem zu gefährlichen Unfällen und Ausbrüchen von Tieren aus Zirkusbetrieben.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner Form ausbeuten. Die Organisation fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus und setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/VerbotWildtiereImZirkus
PETA.de/Tierverbot-Zirkus
PETA.de/Wildtierdressur
 
Kontakt:
Carolin von Schmude, +49 711 860591-528, [email protected]