Erfolg: Pelzfarmen in Serbien ab sofort verboten

Nach einer unverschämt langen Übergangfrist von zehn Jahren ist es endlich so weit: In Serbien tritt das lang ersehnte Pelzfarmverbot in Kraft. Die bereits 2009 im Rahmen von Serbiens erstem Tierschutzgesetz beschlossene Verordnung beinhaltet nicht nur ein Verbot zum Züchten von Tieren zur Pelzgewinnung, sondern auch zur reinen Ledergewinnung. Dadurch soll verhindert werden, dass Pelzfarmen unter dem Deckmantel der Lederproduktion weiterbetrieben werden. Bisher wurden in Serbien knapp 12.000 Chinchillas auf Pelzfarmen eingesperrt und – isoliert von ihren Artgenossen – in winzigen Drahtgitterkäfigen gehalten. Dieses Leid wird nun endlich ein Ende haben.

Pelzlobby versuchte, das Pelzfarmverbot zu kippen 

Warum der Erfolg so wichtig ist? Die Pelzindustrie hat im vergangenen Jahr hart dafür gekämpft, das Gesetz im letzten Moment zu verhindern. Durch Lobbyismus sollten Entscheidungsträger dazu bewegt werden, das bevorstehende Verbot zu kippen. Doch PETA setzte sich gemeinsam mit serbischen Tierrechtsorganisationen und einer Promi-Kampagne für die Tiere ein und hat gegen die Pelzindustrie gewonnen. Das Pelzfarmverbot ist im Januar 2019 bindend in Kraft getreten.
 

PETA protestiert gegen Pelzfarmen in Serbien

Die Argumente gegen Pelzfarmen sind einfach zu stark. PETA nahm an einem Treffen zahlreicher Mitglieder des serbischen Parlaments teil und informierte wichtige Entscheidungsträger über die negativen Effekte von Pelzfarmen. Tiere in winzige Drahtgitterkäfige zu sperren, verursacht nämlich nicht nur massives Tierleid, sondern schadet auch der Umwelt: vom nitrathaltigen Urin der Tiere über die Entsorgung der Kadaver und die giftige Gerbung der Felle bis hin zur Geruchsbelästigung durch die nach Kot und Urin stinkenden Betriebe.
 

In diesen Ländern sind Pelzfarmen bereits verboten

Noch haben Pelzfarmer die Qual der Wahl, wenn sie auf der Suche nach einem Standort für ihre grausamen Praktiken sind. Umso wichtiger ist es, dass immer mehr Länder Pelzfarmverbote einführen. Außer in Serbien existieren Pelzfarmverbote aktuell in Luxemburg, Norwegen, Kroatien, Tschechien, Mazedonien, Slowenien, Bosnien und Herzegowina, Japan, Australien, Großbritannien und Belgien. Einige Länder befinden sich allerdings noch in einer Übergangsfrist. Die deutsche Regierung ist leider vor der Pelzlobby eingeknickt und hat ein Pelzfarmverbot abgelehnt. Allerdings wurden die Haltungsbedingungen verschärft, wodurch es sich bald nicht mehr lohnen wird, Tiere wegen ihres Pelzes zu töten. Bis 2023 wird voraussichtlich auch die letzte deutsche Pelzfarm in Rahden (Nordrhein-Westfalen) geschlossen sein.

Was Sie tun können

Wer sich nicht auf die Politik verlassen möchte, kann sich jeden Tag selbst für Tiere auf Pelzfarmen stark machen. Kaufen Sie niemals Mode mit Pelz, wie etwa Jacken mit Fellkragen oder Mützen mit Pelzbommel. Schweigen Sie nicht, wenn Sie Pelzmode an anderen Menschen sehen. Sprechen Sie die Personen in der Bahn oder auf der Straße an und informieren Sie sie in freundlichem Ton über das Leid der Tiere. Hierfür lohnt es sich, immer einen informativen Sticker oder Flyer zur Hand zu haben. Mit unserem kostenlosen Demo-Paket können Sie auch kinderleicht Ihre eigene Protestaktion oder einen Infostand organisieren.

Unsere Autoren

Johanna Fuoß

Hanna ist Fachreferentin für Tiere in der Bekleidungsindustrie. Dass sie sich heute für tierfreie Kleidung einsetzt, ist ihren pelztragenden Katzen zu verdanken.