Erneut enorme Feinstaubbelastung zu Silvester: PETA fordert Halle auf, aus Umwelt- und Tierschutzgründen Feuerwerk zu verbieten

Halle (Saale) / Stuttgart, 12. Dezember 2019 - Feinstaub belastet die Natur massiv – hunderte Tiere in Angst und Panik: Am ersten Tag des neuen Jahres ist die Feinstaub-Konzentration vielerorts so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht – dabei gefährdet das Einatmen die menschliche Gesundheit. Die Folgen reichen von vorübergehenden Beeinträchtigungen der Atemwege über einen erhöhten Medikamentenbedarf bei Asthmatikern bis zu Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Problemen. Zusätzlich werden durch die lauten Knallgeräusche tausende Wildtiere und tierische Mitbewohner teils massiv verängstigt oder aufgeschreckt, was zu schweren Verletzungen oder sogar tödlichen Unfällen führen kann. Berichten zufolge sind allein im vergangenen Jahr knapp 650 entlaufene Hunde und Katzen an Silvester gemeldet worden – die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. [1] PETA fordert Halle aus Gründen des Umwelt- und Tierschutzes auf, Feuerwerke endlich zu verbieten.

„Der respektlose Umgang mit unserer Natur und unseren Mitgeschöpfen muss endlich der Vergangenheit angehören. Wir befinden uns inmitten der schlimmsten Klimakatastrophe und trotzdem schädigen wir Tiere und unsere Umwelt durch Feuerwerke“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA. „Die Politik muss endlich einen entschlossenen Schritt in Richtung Zukunft machen und konsequent gegen die Verschmutzung unserer Erde vorgehen. Halle gehört zu den am meisten mit Feinstaub belasteten Städten Deutschlands – hier noch an Silvester den Feinstaub in die Luft zu böllern, muss verboten werden.“
 
Hintergrundinformationen
Naturschutzverbände weisen jedes Jahr darauf hin, dass insbesondere Wildtiere aufgrund der lauten Feuerwerkskörper unter massivem Stress leiden. Sie reagieren besonders empfindlich auf die extreme Geräuschkulisse; bei drohender Gefahr flüchten sie in der Regel. Die Flucht wiederum kostet sie sehr viel Energie, die sie eigentlich benötigen, um gut durch den Winter zu kommen. Der außergewöhnliche Stress kann die Tiere im schlimmsten Fall so schwächen, dass sie die Wintermonate nicht überleben. Zudem verlieren viele von ihnen auf der Flucht die Orientierung. Es dauert häufig Tage bis hin zu Wochen, bis sie sich von diesem Schock erholt haben.
Auch Hunde, Katzen, Vögel und viele andere tierische Mitbewohner sind beim Jahreswechsel häufig großem Stress ausgesetzt. Jedes Jahr steigt die Zahl der Tiere, die während der Silvesternacht in Tierkliniken behandelt werden müssen, weil sie sich infolge der Angst und Fluchtversuche die Knochen brechen oder sich andere Verletzungen zuziehen. Zudem führen die lauten Feuerwerkskörper immer wieder zu zahlreichen Unfällen mit Autos. So wurden in den vergangenen Jahren oftmals Pferde durch Feuerwerkskörper erschreckt und panische Vögel flogen in Autos, weil sie ihre Orientierung verloren hatten.
 
Zahlreiche Städte und Kommunen gehen mit gutem Beispiel voran
Einige Städte und Kommunen haben Feuerwerke in der Silvesternacht bereits verboten, darunter 850 Kommunen in Italien, bei denen vor allem der Tierschutz im Vordergrund steht. Auch in Deutschland gehen etliche Städte mit gutem Beispiel voran: Die Stadt Hamburg verbietet Feuerwerk an der Binnenalster, auch Tübingen sowie einige Thüringer Kommunen feiern Silvester ohne lautes Feuerwerk.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Weitere Informationen:
PETA.de/Feuerwerk
 
[1] Anfrage bei TASSO e.V., 2019.

Pressekontakt:
Carolin von Schmude, +49 711 860591-528, [email protected]