Erneut Horrorbilder aus Schweinemast in Brandenburg: PETA zeigt Unternehmen an und fordert Tierhalteverbot

Bärenklau / Stuttgart, 30. November 2017 – Hat Brandenburg ein Tierschutzproblem? Das zumindest legen neue Aufnahmen aus einem Schweinemastbetrieb in Bärenklau, Schenkendöbern (Landkreis Spree-Neiße), nahe, die PETA nun veröffentlicht hat. Zu sehen sind tote und im Sterben liegende Tiere, die in ihren eigenen Exkrementen liegen. Einige Schweine husten stark, weisen Nabelbrüche, entzündete Augen und geschwollene Gelenke auf. Zudem wurden Schweine mit blutenden und teils abgebissenen Ohren und Schwänzen vorgefunden, vermutlich haben die drangvollen Enge und die unhygienischen Zustände in den Buchten zu Kannibalismus unter den Tieren geführt. PETA hat das Unternehmen bei der Staatsanwaltschaft Cottbus angezeigt und fordert ein Tierhalteverbot. Außerdem hat sich die Tierrechtsorganisation mit einer Petition an den Ministerpräsidenten Brandenburgs Dr. Dietmar Woidke (SPD) gewandt. Darin fordert sie Woidke auf, das massive Tierleid in der Anlage in Bärenklau umgehend zu beenden und den Tierschutz in Brandenburg zu stärken.

„Brandenburg ist ein Hort für Tierquäler“, so Lisa Wittmann, Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Die Tiere in den Mast- und Zuchtanlagen leiden nicht nur unter den minimalen gesetzlichen Regelungen zur Tierhaltung und unter der Qualzucht, auch die Kontrollbehörden schauen bei Missständen offensichtlich regelmäßig weg.“

Die nun ans Licht gekommenen Bilder gleichen frappierend jenen, die die Tierrechtsorganisation nur wenige Wochen zuvor aus einem Schweinestall in Günthersdorf in der Niederlausitz verbreitete. Monatelang litten dort Schweine unter tierschutzwidrigen Haltungsbedingungen, ohne dass das zuständige Kreisveterinäramt effektiv einschritt. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft dauern an. Der Fall führte zu einer Diskussion im brandenburgischen Landtag.
Zu einem Skandal hatte auch die Tierhaltung beim größten europäischen Putenzüchter, dem Moorgut Kartzfehn bei Neuruppin, geführt. PETA hatte das Unternehmen wegen Qualzucht und tierschutzwidriger Vorgänge beim Besamen der Tiere angezeigt. Der Konzern musste daraufhin im Dezember 2016 1000 Euro Bußgeld zahlen.

Tierleid systembedingt
Schweine benötigen einen abwechslungsreichen Tagesablauf, um ihr starkes Bedürfnis nach Futtersuche, Wühlen und Bewegung ausleben können. Bei einem Platzangebot von unter einem Quadratmeter pro Schwein kann dies in den tristen, unstrukturierten und in der Regel verdreckten Buchten niemals befriedigt werden.
 
Eine sogenannte Verlustrate ist in jedem Betrieb einberechnet. Es ist den Betreibern von vornherein klar, dass nicht jedes Tier diese Haltungsbedingungen überlebt. Im letzten Jahr wurde die Bauern AG Neißetal, zu der die Anlage in Bärenklau gehört, von der EU für diese Tierhaltung mit 888.000 Euro subventioniert.
 
PETA vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, für die menschliche Ernährung ausgebeutet zu werden. Veganer führen nicht nur ein gesünderes Leben, jeder Einzelne bewahrt auch bis zu 50 Tiere pro Jahr vor dem Tod in Tierfabriken, Schlachthöfen oder auf Fischerbooten. Mit dem kostenlosen Veganstart-Programm der Tierrechtsorganisation gelingt der Umstieg auf eine rein pflanzliche Ernährung spielend leicht. PETA Deutschland e.V. ist die größte Interessenvertretung vegan lebender Menschen in Deutschland.

Weitere Informationen:
PETA.de/Schweinemast-Brandenburg
PETA.de/Schweinezucht-Guenthersdorf
PETA.de/Elterntierfarm
Veganstart.de

Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de