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Was passiert weltweit mit den "Eseltaxis“ in Corona-Zeiten?

Tieren helfen Urlaub

Was passiert mit Eseln und Maultieren, wenn die Touristen ausbleiben?

Ob als „Lastentiere“ oder „Touristentaxis“: Weltweit werden etwa 50 Millionen Esel von Menschen ausgebeutet. [1] Besondere Schlagzeilen machte in den vergangenen Jahren die Insel Santorin, auf der Esel und Maultiere Tag für Tag als „Taxis“ missbraucht werden – oftmals für übergewichtige Touristen. Die Tiere werden mehrmals täglich gezwungen, die steilen und rutschigen Stufen zur Altstadt von Firá auf- und abzusteigen – obwohl direkt nebenan eine Seilbahn fährt, die Touristen sicher in die hoch gelegene Felsenstadt bringen kann. Viele der Esel und Maultiere leiden an schlimmen Wunden und Verletzungen, haben nicht genug Wasser zum Trinken oder ausreichende Möglichkeiten zum Ausruhen. Auch in der jordanischen Felsenstadt Petra leiden Esel seit vielen Jahren für den Tourismus. Ihre Situation und besonders die Behandlung der Esel durch ihre Halter erschüttern schon seit langem viele Menschen weltweit.

Doch nun sind die beliebten Touristen-Spots in aller Welt aufgrund von COVID-19 wie ausgestorben. Schon in „normalen“ Zeiten ist das leidvolle Leben für die sensiblen Equiden kaum auszuhalten, doch in Krisenzeiten merkt man, dass sich das System der Ausbeutung schnell in Gleichgültigkeit verwandeln kann. Wer kein Geld mehr einbringt, hat keine oder kaum noch Versorgung verdient – im wahrsten Sinne des Wortes.

Maultiere mit wenig Schatten auf Santorin
PETAs Kontakte vor Ort berichten in diesen Tagen vermehrt, dass die schlimmsten Befürchtungen von Tierschützern anscheinend wahr werden. Problematisch ist: Die Esel und Maultiere unterliegen keiner Registrierungspflicht – daher wird niemand je genau wissen, wie viele Tiere nun „verschwinden“ und auf welche Weise das geschieht …

Müssen Esel aufgrund der weltweiten Tourismuskrise sterben?

Der Verdacht bleibt bestehen, denn die griechische Urlaubsinsel Santorin ist dafür bekannt, dass alte, kranke oder nicht mehr „arbeitsfähige“ Esel und Maultiere einfach über die hohen Klippen ins Meer gestoßen oder ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen werden.

In der aktuellen coronabedingten Krise fehlen Esel- und Maultierhaltern die Einnahmen der Touristen, doch die Tiere müssen weiterhin versorgt werden. Nahrung und Unterhalt kosten jeden Tag Geld. Es ist daher zu befürchten, dass viele Halter keine ausreichenden finanziellen Mittel mehr für die Tiere aufbringen können und diese nun einfach ihrem Schicksal überlassen.

Eselleid kennt keine Ländergrenzen

Auch in der historischen Felsenstadt Petra in Jordanien scheint es, als blieben viele Tiere unversorgt zurück. Während Esel, Kamele und Pferde in der Vergangenheit zu touristischen Zwecken eingesetzt und dabei geschlagen, gepeitscht und aufs Brutalste misshandelt wurden, ist nun damit zu rechnen, dass die Tiere an Unterversorgung leiden. Laut Augenzeugenberichten unserer Tierärzte in Petra sind immer mehr Tiere mit unversorgten Wunden auf den Feldern zu sehen. Was mit ihnen geschieht, wenn das letzte bisschen Gras auf den Feldern verschwunden ist, bleibt ungewiss. Denn auch in Petra sind Reisen und die Fortbewegung auf den Straßen derzeit nur eingeschränkt möglich. Die für PETA arbeitenden Tierärzte berichten, dass viele Tiere auch neue, offene Wunden aufweisen, deren Herkunft ungewiss ist. Die Verletzungen können nicht, wie üblich, von schlechten Sätteln, unpassendem Zaumzeug und brutalen Misshandlungen stammen, denen die Tiere im touristischen Alltag ausgesetzt sind, denn die Touristen kommen ja seit Wochen nicht mehr.
 

Jeder einzelne Mensch kann etwas gegen das Leid tun

Jeder Reisende, jeder Tourist und jeder Besucher eines Landes trägt eine Mitverantwortung für die Tiere vor Ort. Um dieses Leid während und nach der Corona-Krise endlich zu beenden, ist es unerlässlich, die Ausbeutung von Eseln und vielen anderen Tieren in Urlaubsgebieten endlich abzuschaffen. Nur wenn wir uns als Menschen verändern, wird sich auch die Welt für die Tiere, die in tagtäglicher Angst und Qual leben, verändern. Ein Ritt auf einem ausgebeuteten Tier ist niemals ein „schönes Urlaubserlebnis“, sondern immer ein Puzzleteil im System der Unterdrückung von Tieren.

PETA setzt sich dafür ein, dass Ritte auf Tieren zu touristischen Zwecken per Gesetz verboten werden. Doch bis es soweit ist, kann jeder Einzelne den Tieren durch tierfreundliche Entscheidungen helfen.

Was Sie tun können

  • Bitte nutzen Sie niemals Angebote, die auf Tierleid beruhen, und sprechen Sie sich offen gegen den Missbrauch der Tiere aus.
  • Fordern Sie Reiseveranstalter dazu auf, Touristen auf das Leid der Tiere am Urlaubsort aufmerksam zu machen, und an Reisende zu appellieren, Tierqual nicht zu unterstützen.
  • Unterschreiben Sie diese Petition, um das tierquälerische Eselreiten auf Santorin zu beenden.


[1] The Limited Times „Species trafficking has a new victim: donkeys“, online abrufbar unter:  https://newsrnd.com/news/2020-03-09--species-trafficking-has-a-new-victim--donkeys.Syc-HVQBL.html (zuletzt eingesehen am 17.04.2020)