Ferienpass-Angeln in Rotenburg: PETA kritisiert Einschüchterung durch Politik und Angelverband

Rotenburg (Wümme) / Stuttgart, 13. April 2017 – Tierleidlobby gegen die Stadt Rotenburg: Vertreter von CDU und dem Angelverband liefen Sturm gegen die Entscheidung des Bürgermeisters, beim Ferienpass keine Angelkurse mehr anzubieten. Gefordert wurde nun, das Angeln wieder in das Freizeitangebot aufzunehmen – die Stadt hielt dem Druck nicht stand. PETA hatte sich derweil bei der Stadt für die mitfühlende und vorbildliche Entscheidung bedankt. Die Tierrechtsorganisation fordert die Politiker und Interessensverbände auf, das Einstellen der Angelaktion im Sinne des Tierschutzes zu respektieren.

„Der Druck seitens der CDU und des Angelverbands auf die Stadt muss aufhören“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Kinder sind zwar gerne in der Natur, aber es kann traumatisierend für sie sein, zuzusehen, wie ein Fisch erschlagen und aufgeschnitten wird. Fische sind sensible Lebewesen und kein Spielzeug.“

Angeln als Ferienaktivität ist weder ethisch noch pädagogisch sinnvoll. Kinder lernen dabei, wie man friedliche Wirbeltiere in eine Falle lockt, ihnen einen Haken durch den Mund bohrt und sie tötet. Für Fische und Kinder ist dies eine traumatisierende Erfahrung.

Das Tierschutzgesetz erlaubt das Töten eines Wirbeltiers nur zum Verzehr. Beim Ferienangeln für Kinder steht jedoch der Freizeitfaktor im Vordergrund.

Fische sind neugierige und freundliche Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten. Sie haben ein komplexes Sozialleben, kommunizieren auf vielfältige Weise und schließen Freundschaften. Neben internationalen wissenschaftlichen Studien, die bestätigen, dass Fische Schmerzen spüren, kommt auch das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten.“ [1]
 
[1] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichungen von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose).
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Fische

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