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Fischer zieht Karpfen mit dem Finger im Auge aus dem Horbachsee - PETA erstattet Strafanzeige

 
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Stand November 2017
Ettlingen / Stuttgart, 10. November 2017 – Tierquälerei am Horbachsee: Weil ein großer Raubfisch darin vermutet wurde, ließ die Stadt Ettlingen im Oktober das Wasser des Horbachsees ab. Mehrere Fischer und Hobbyangler suchten daraufhin das Gewässer mit Keschern ab, fanden aber nur kleinere Fische. Ein Foto in einem Medienbericht über die „Monsterjagd“ zeigt, wie einer der beteiligten Fischer einem Karpfen den Mittelfinger in das Auge steckt und ihn daran haltend aus dem Wasser zieht. Der Artikel sorgte im Netz selbst unter Anglern für Unmut und wurde PETA zugespielt. Die Tierrechtsorganisation erstattete umgehend Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Karlsruhe. Sie wirft dem Mann vor, gegen § 17 des Tierschutzgesetzes verstoßen zu haben, demzufolge einem Wirbeltier keine unnötigen oder länger anhaltenden Schmerzen und Leiden zugefügt werden dürfen.
 
„Einem Fisch seinen Finger in das Auge zu drücken und ihn daran aus dem Wasser zu ziehen ist pure Tierquälerei, erklärt Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Wir hoffen auf ein Gerichtsurteil, das diese Misshandlung,  die für den Fisch sehr schmerzhaft war und möglicherweise auch zur Erblindung des Tieres führte, entsprechend anerkennt.“
 
PETA veranschaulicht das Leid des Karpfens mit folgendem Beispiel: „Stellen Sie sich vor, man bohrt einen Gegenstand in Ihr Auge und zieht Sie daran in eine für Sie fremde Atmosphäre, in der Sie nicht mehr atmen können, dann wissen Sie, was der Fisch durchgemacht hat.“
 
Zahlreiche unabhängige wissenschaftliche Studien über die Anatomie, Physiologie und das Verhalten von Fischen belegen zweifelsfrei ein Schmerzempfinden. Nur wenige – von Anglern verfasste – Studien behaupten, Fische fühlen keinen Schmerz. Erscheint eine solche Studie, erzeugt sie heftige Reaktionen und Widersprüche in der internationalen Forschergemeinde [1]. Das Nervensystem der Fische, ihre physiologische Antwort und ihr Verhalten auf schmerzvolle Reize sowie ihre positive Reaktion auf Schmerzmittel belegen ein Schmerzempfinden. Auch das von der Bundesregierung beauftragte Friedrich-Loeffler-Institut schreibt in seiner Stellungnahme, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten.“ [2]
Fische sind neugierige Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten. Sie genießen ihr Leben, schließen teils sehr enge Freundschaften [3] und kommunizieren auch über Körpersprache und Lautäußerungen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass verschiedenen Arten von Rifffischen sogar im Morgengrauen im Chor singen [4].

 
Quellen:
[1] http://www.huffingtonpost.com/marc-bekoff/fish-feel-pain_b_8881656.html.
[2] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichung von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013.
[3] https://www.stern.de/panorama/video/ins-netz-gegangen/tiergeschichten/igelfisch-in-thailand--schnorchler-befreit-seltenene-kugelfisch-art-6765930.html
[4]
Fish choruses off Port Hedland, Western Australia
Miles J. G. Parsons, Chandra P. Salgado Kent, Angela Recalde-Salas, and Robert D. McCauley
Bioacoustics Vol. 0, Iss. 0,0.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Fische

Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de