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PETA sucht den vegan-freundlichsten Flughafen 2017

 
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Die Flughäfen Hamburg und Düsseldorf überzeugen mit vegan-freundlichen Konzepten

Stand August 2017
Sommerzeit ist Ferienzeit – und das bedeutet für viele eine Reise in ferne Länder. Jedes Jahr treten Millionen von Menschen auf einem Flughafen im deutschsprachigen Raum eine Reise an, unter ihnen auch viele Veganer.
 
Bei längeren Flügen bieten viele Airlines mittlerweile eine vegane Auswahl bei der On-Board-Verpflegung an. Aber was können Sie tun, wenn es bis zum Abflug noch dauert und sich ein Hungergefühl meldet? Kein Problem! Viele Flughäfen bieten auch nach der Sicherheitskontrolle vegane Gerichte an.
 
Wir haben deutsche Flughäfen gebeten, uns ihr bestehendes veganes Angebot nach der Sicherheitskontrolle zukommen zu lassen und uns über weitere Pläne und Aktionen bezüglich der veganen Ernährung am Flughafen zu informieren.
 
Bei der Auswertung kamen drei Bewertungskriterien zum Einsatz. Zunächst wurden die Anzahl und die Vielfalt an veganen Gerichte in Bezug zur Größe des jeweiligen Flughafens berücksichtigt. Anschließend wurde die Kreativität der angebotenen Gerichte bewertet. Mit Sonderaktionen zur Information über eine vegane Lebensweise konnten Zusatzpunkte gesammelt werden. Die Ergebnisse werden nun in Form von Sternen dargestellt. Für ein sehr gutes veganes Angebot wurden bis zu drei Sterne vergeben.
 
PETA stellt erstmals die vegan-freundlichsten Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz vor:

Die vegan-freundlichsten Flughäfen

Drei Sterne für ein sehr gutes veganes Angebot:

 
  • Hamburg
  • Düsseldorf

Der Hamburger Flughafen bietet ein abgerundetes veganes Konzept. Neben Sandwich, Suppe und Pizza gibt es eine Fülle an Sushis und asiatischen Gerichten. An den angebotenen veganen Sushis können sich andere Anbieter, nicht nur Flughäfen, ein Beispiel nehmen.
 
Vor allem durch das aktive Werben für die vegane Lebensweise hinterlässt der Hamburger Flughafen einen positiven Eindruck. So lud der Flughafen vegane Bloggerinnen und Blogger ein und bot ihnen eine Tour durch den Flughafen an, um das vegane Angebot zu testen. Das bewusste Bewerben von veganen Produkten und Einbeziehen von Veganer/-innen macht den Flughafen Hamburg zu einem Vorbild für andere öffentliche Einrichtungen. Ein eigens produzierter Imagefilm klärt zudem über die vegane Lebensweise auf.
 
Der Düsseldorfer Flughafen punktet vor allem mit der Anzahl und Vielfalt an veganen Gerichten: Während andere Flughäfen viele Obstbecher und Salate in Variationen anbieten, gibt es hier vegane Sandwiches, Pizza, Burger und Falafel. Auch ein Blick zum „Vegetarian Island“ lohnt sich. Hier werden saisonal wechselnde warme und kalte Speisen teilweise vegan angeboten. Nachdem Düsseldorf bereits im Ranking der vegan-freundlichsten Fußballstadien punkten konnte, schneidet auch der Flughafen nun in Top-Position ab. 

Über zwei Sterne für ihr gutes veganes Angebot freuen sich: 

 
  • Stuttgart
  • Wien
  • Frankfurt
  • Zürich
  • Berlin-Tegel
  • München
  • Münster-Osnabrück

Der Stuttgarter Flughafen bietet ein gutes Angebot für vegan lebende Menschen. Ein veganer Wrap mit Bohnenmus, ein Sandwich mit Falafel und Hummus sowie Pasta-Angebote mit fruchtiger Tomatensauce oder scharfer Arrabiata geben wieder Auftrieb, wenn man vor dem Abflug in ein Hungerloch fallen sollte. In Stuttgart könnten die veganen Optionen allerdings noch von zusätzlichen Gastronomen angeboten werden, damit Passagiere an allen Terminals tierleidfrei speisen können.

Unter anderem mit einem Superfood Sandwich, einer Chia-Brezel mit Hummus, Kokosmilchreis und einem Dhal Linsen Curry kann der Flughafen Wien punkten. Weitere Süßspeisen runden die vielseitige vegane Auswahl ab. Allerdings könnte sich das Angebot bezüglich der Anzahl an veganen Gerichten noch deutlich erhöhen, um mit drei Sternen ausgezeichnet zu werden.
 
Der größte Personenflughafen Deutschlands in Frankfurt bietet eine sehr kreative und breite Vielfalt an veganen Gerichten. Diverse Sushis, Avocado und Silician Bagel, dunkles Baguette mit Tomatensalsa und Antipasti sowie frische Sommerrollen zum Selberrollen lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Auch bezüglich der Anzahl überzeugt Frankfurt mit diversen Obstbechern an verschiedenen Stellen. In Anbetracht der hohen Passagierzahl kann an der Vielfalt und Anzahl der Gerichte allerdings noch gearbeitet werden, denn derzeit wird der Frankfurter Flughafen in diesen Aspekten von den mit drei Sternen ausgezeichneten Airports noch überflügelt.
 
Glatte zwei Sterne für Zürich. Dieser Flughafen zeichnet sich durch ein solides veganes Angebot mit guten Grundlagen und mehreren kreativen Gerichten wie zwei veganen Maki Sushi, ein Wrap mit Hummus und Glasnudelsalat mit Mango aus. So können vegan lebende Reisende gut gestärkt in den Urlaub durchstarten. Sowohl die Anzahl der Angebote als auch die Vielfalt kann sich allerdings noch etwas erhöhen.
 
Der größte fertiggestellte Flughafen in Berlin, Berlin-Tegel, bietet mit kreativen Salaten (Mezzesalat mit Falafel, Quinoa-Mango-Salat mit Avocado), belegten Brötchen mit Hummus und Grillgemüse eine gute Vielfalt an veganen Gerichten. Dank einem Sojamilchreis mit Sauerkirschen kommen sogar Liebhaber süßer Speisen auf ihre Kosten. Das Angebot ist übersichtlich und kann sowohl bezüglich Vielfalt als auch Anzahl der angebotenen Gerichte noch etwas zulegen.
 
Mit dem Flughafen München befindet sich auch der zweitgrößte Verkehrsflughafen Deutschlands bei unserem Ranking in der Zwei-Sterne-Kategorie. Die vier veganen Burger des „Hans im Glück“, ein Wrap mit orientalischem Gemüse sowie ein Vitalsalat mit Himbeer-Limetten-Dressing sind kreativ und schmackhaft. Das weitere vegane Angebot des Münchner Flughafens beschränkt sich allerdings mehr oder weniger auf Basics wie Obst und Salate. Dank „Hans im Glück“ sichert sich der Münchner Flughafen zwar zwei Sterne, doch sowohl die Anzahl als auch die Vielfalt der veganen Gerichte kann bei der Größe des Flughafens noch erhöht werden. Die Zugänglichkeit ist aufgrund der einzelnen Filialen auch nur bedingt von allen Terminals möglich.
 
Sowohl der größte als auch der kleinste der an unserem Ranking teilnehmenden Flughäfen kommt auf zwei Sterne. In puncto Kreativität haben die Gerichte am Flughafen Münster-Osnabrück mit zwei verschiedenen Couscous-Salaten, Obstsalat und grünem Salat nicht viel zu bieten. Allerdings sind bei einem Flughafen, der weniger als eine Million Passagiere im Jahr befördert, vier vegane Gerichte ausschlaggebend für eine gute Bewertung. Für einen dritten Stern sind allerdings noch erhebliche Anstrengungen notwendig, mit einem Antipasti-Sandwich wäre ein Anfang zu machen.
Einen Stern für ihr veganes Angebot bekommen: 
 
  • Hannover
  • Berlin-Schönefeld
 
In Hannover kann der kleine Hunger nach der Sicherheitskontrolle mit Couscous-Salat oder einem Obstbecher gestillt werden – ausreichend für den Snack vor dem Flug, aber leider auch nichts Besonderes. Mit einem neuen, mediterran geprägten Konzept werden ab dem Winter weitere vegane Snacks zum Angebot hinzukommen, und damit ist der zweite Stern zum Greifen nahe.
 
Auch Berlin-Schönefeld ist auf dem Boden geblieben. Hier wird ein kleines Standard-Repertoire geboten: Bulgur-Salat, Quinoa-Salat mit Gemüse oder ein Obstbecher besänftigen den kleinen Hunger bis zum Abflug. Der große Bruder aus Tegel könnte hier als Vorbild dienen, um das Angebot in Sachen Kreativität, Anzahl und Vielfalt zu erhöhen.


 

Fazit

Keine blinden Passagiere: Alle teilnehmenden Flughäfen bieten nach der Sicherheitskontrolle vegane Gerichte an. Die Angebote weisen in puncto Kreativität, Vielfalt und Anzahl zwar Unterschiede auf, aber jeder Urlauber hat die Möglichkeit, sich auch an Flughäfen tierleidfrei zu versorgen.
 
Im Hinblick auf die veganen Angebote an den Flughäfen im deutschsprachigen Raum spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. So hängt das vegane Angebot beispielsweise von der Größe des Flughafens oder der Terminals ab, aber auch die Gastronomiebetriebe in den einzelnen Terminals weisen Unterschiede auf. Große Flughäfen sind eher in der Lage, ein umfangreiches veganes Angebot zu gewährleisten. Eine Ausweitung der veganen Angebote an Flughäfen sollte mit Blick auf die Zukunft daher definitiv ins Auge gefasst werden.
 
Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass es Flughäfen gibt, an denen es in den Cafés eines Terminals nicht einmal Pflanzenmilch zum Kaffee gibt, während an einem anderen Terminal des gleichen Flughafens die leckersten veganen Gerichte aufgeboten werden. Hier heißt es: Bleiben Sie hartnäckig und fragen Sie immer wieder direkt bei den Gastronomiebetrieben nach veganen Alternativen. Viele Gerichte können auf Anfrage vegan zubereitet werden. Die Anbieter sollten die Zeichen der Zeit erkennen und vegane Gerichte als solche deklariert anbieten – denn schließlich wollen auch vegan lebende Reisende an Flughäfen auf ihre Kosten kommen.

 

Hintergrund

In diesem Jahr hat PETA erstmals eine Bestandsaufnahme und Bewertung des veganen Speiseangebots an den Personenflughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz durchgeführt. Hierfür haben wir Flughafenbetreiber und Caterer gebeten, eine Übersicht ihres veganen Speiseangebotes nach der Sicherheitskontrolle einzusenden.
 
Die Bewertung erfolgte nach verschiedenen Kriterien: Zunächst ermittelten wir anhand der Anzahl der veganen Gerichte gemessen an der jährlichen Passagierzahl, wie viele vegane Gerichte pro Passagier angeboten werden. Mit dem zweiten Kriterium wollten wir herausfinden, wie viele verschiedene Gerichte (Vielfalt) pro Passagier angeboten werden. Bei diesen beiden ersten Kriterien wurden ein Obstbecher oder ein grüner Salat gleichwertig mit einer Pizza oder belegter Backware behandelt. Um den Unterschied bei den Gerichten jedoch angemessen bewerten zu können, haben wir als drittes Kriterium die Kreativität der Gerichte einbezogen. In dieser Kategorie bekommen Burger, Pizza, vegane Currys und belegte Backwaren mehr Punkte als beispielsweise ein Salat oder ein Obstbecher. Mit Sonderaktionen, die auf eine vegane Ernährung aufmerksam machen, konnten sich die Flughäfen Zusatzpunkte sichern. Nicht berücksichtigt wurden Knabbereien wie Chips, Eis, Popcorn oder Schokoriegel. Nach Auswertung der verschiedenen Kriterien wurden die Sterne vergeben.
 
Aus organisatorischen und finanziellen Gründen kann nicht jeder Flughafen von uns besucht oder getestet werden. Die genannten Angebote sollen daher einen Überblick über das vegane Angebot an den Flughäfen im deutschsprachigen Raum liefern. Bei allen Gerichten vertrauen wir auf die Richtigkeit der Angaben bezüglich der Inhaltsstoffe und des Angebots nach der Sicherheitskontrolle. Es ist nicht gewährleistet, dass jedes Gericht von jedem Terminal aus erhältlich ist. Für genauere Informationen wenden Sie sich bitte an den Flughafen Ihrer Wahl. Von den nicht genannten Personalflughäfen wurde uns bislang keine Information zur Verfügung gestellt.

Was Sie tun können

Probieren Sie bei Ihrer nächsten Reise eine der zahlreichen rein pflanzlichen Alternativen – Sie werden merken, wie lecker, gesund und tierfreundlich diese Entscheidung ist. Ist die Auswahl an Ihrem Flughafen noch gering, fragen Sie einfach gezielt beim Flughafen oder dem jeweiligen Gastronomen nach und schlagen Sie vegane Gerichte vor. Denn Sie wissen ja: Die Nachfrage bestimmt das Angebot.
 
Weitere Informationen zu den Vorteilen einer veganen Ernährung erhalten Sie in unserem kostenlosen, unverbindlichen Veganstart-Programm.
Sie wollen mit Tieren verreisen? Informieren Sie sich hier, welche Möglichkeiten es für tierfreundliche Reisen gibt.