Frau in Gadebusch von Jagdgeschoss getroffen: PETA fordert Verbot der Hobbyjagd in Deutschland

Gadebusch / Stuttgart, 7. August 2015 – Gefährliche Schüsse bei der Jagd: Anfang August wurde eine 41-jährige Frau zwischen Gadebusch und Köcheltorf von dem Geschoss eines Jägers verletzt. Medienberichten zufolge fuhr die Touristin mit dem Fahrrad an einem Rapsfeld entlang, als sie plötzlich eine Kugel im Brustbereich traf. Möglicherweise rettete der Frau dabei ihr Büstenhalter das Leben, denn die Munition prallte an dessen Bügel ab und die  41-jährige kam mit leichten Verletzungen davon. Die Polizei hat die Ermittlungen gegen einen der Jäger wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung aufgenommen. Im Hinblick auf diesen und ähnliche Jagdunfälle fordert PETA Deutschland e.V. das längst überfällige Verbot der sogenannten Hobbyjagd in Deutschland. Die Tierrechtsorganisation weist darauf hin, dass jedes Jahr neben hunderttausenden Tieren, denen erhebliches Leid durch Fehlschüsse zugefügt wird, im deutschsprachigen Raum auch mehrere Dutzend Menschen von Hobbyjägern getötet und verletzt werden.

„Der aktuelle Fall bei Gadebusch zeigt wieder einmal: Bei der Jagd besteht Gefahr für jedes Lebewesen, das sich in der Nähe aufhält – ob Mensch oder Tier“, so Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA Deutschland e.V. „Jährlich ereignen sich dutzende Vorfälle, bei denen Fehlschüsse oder Querschläger Menschen verletzen oder gar töten, Gewehrkugeln in Häuser einschlagen oder Spaziergänger plötzlich unter Beschuss geraten. Die Hobbyjagd muss verboten werden.“

Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass die Jagd nicht dazu geeignet ist, Wildpopulationen dauerhaft zu regulieren. Wissenschaftler wiesen nach, dass in bejagten Wildschweinpopulationen die Geschlechtsreife der weiblichen Tiere früher eintritt, was die Geburtenrate ansteigen lässt.[1] Demnach hat ein hoher Jagddruck zur Folge, dass sich in dem betreffenden Gebiet die Population der Wildschweine erhöht. Auch der namhafte Biologe Prof. Dr. Josef Reichholf sieht aus wildbiologischer Sicht keine Notwendigkeit in der Jagd: Die nahezu ausgerotteten Wölfe müssen nicht durch menschliche Jäger ersetzt werden, da eine natürliche Regulation der im Wald wohnenden Tierpopulationen durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten stattfindet.

PETA weist darauf hin, dass den rund 350.000 Hobbyjägern in Deutschland nur etwa 1.000 Berufsjäger, vor allem Forstbeamte, gegenüberstehen.
[1] Servanty et al. (2009): Pulsed resources and climate-induced variation in the reproductive traits of wild boar under high hunting pressure. Journal of Animal Ecology. Nr. 78, Issue 6.

Weitere Informationen:
PETA.de/Jagd
PETA.de/Jagdunfälle
 
Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 (0)711 860591-529, JanaF@peta.de