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Freiheit für die Seepferdchen im Borkumer Aquarium – PETA appelliert an Verantwortliche, die Fische ins Meer zurückzubringen

Borkum / Stuttgart, 16. September 2020 – Freiheit für seltene Seepferdchen: Ein Neunjähriger aus Borkum hat im August beim Fischen ein Kurzschnäuziges Seepferdchen (Hippocampus hippocampus) gefangen, zwei Wochen später entdeckte ein Fischer vor der Nordseeinsel ein zweites in seinem Netz. Beide brachten die Fische in das Nordsee Aquarium Borkum. Eines der beiden Tiere verletzte sich dort gleich am ersten Tag an einem Wasserfilter und konnte daraufhin nicht mehr aufrecht schwimmen. Statt die sensiblen Meeresbewohner wieder freizulassen, möchte die Aquariumleitung die Seepferdchen nun behalten und sie zur Zucht einsetzen. Daraufhin hat sich PETA vergangene Woche in einem Schreiben an die Verantwortlichen gewandt. Die Tierrechtsorganisation appelliert an die Betreiber, die Fische an ihre jeweiligen Fundorte zurückzubringen.
 
„Seepferdchen gehören ins Meer, nicht als Ausstellungsobjekte in ein Aquarium. Gefangenschaft ist immer falsch, egal, wie gerne Menschen seltene Tiere sehen möchten und wie groß und modern die Becken sein mögen. Die beiden Seepferdchen stehen stellvertretend für Millionen Fische, die jedes Jahr ihrer Heimat, dem Ozean, entrissen und anschließend für den Rest ihres Lebens in kahle Glasbehälter gesperrt werden“, so Meeresbiologin Dr. Tanja Breining, PETAs Fachreferentin für Fische und Meerestiere.
 
PETA schlägt dem Aquarium Borkum außerdem vor, auf virtuelle Tierhaltung nach dem Vorbild des National Geographic Encounter „Ocean Odyssey“ am New Yorker Times Square umzustellen: Der Sender National Geographic hat dort eine beeindruckende Unterwasserwelt mit Digitaltechnologie, 3-D-Bildern und Spezialeffekten in unterirdischen Räumen realisiert. Breining erklärt: „Die Meereszoos der Zukunft sind virtuelle Aquarien, in denen keine Wassertiere mehr in vergleichsweise engen und kargen Becken eingesperrt sind.“ Die Tierrechtsorganisation weist zudem darauf hin, dass interaktive Spiele, mit denen Besucher die Lebensweise der Tiere studieren können, insbesondere für Kinder einen deutlich höheren Lern- und Sensibilisierungseffekt haben als das Beobachten eingesperrter Meeresbewohner. Hinzu kommt, dass viele der Millionen Tiere, die jährlich für Unterhaltungszwecke ihrem Lebensraum und ihrem sozialen Umfeld entrissen werden, schon auf dem Transport sterben. Viele der Überlebenden sterben infolge der Gefangenschaft ebenfalls weit vor ihrer natürlichen Lebenserwartung, denn ein Aquarium kann das offene Meer niemals ersetzen.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Fische-in-Aquarien-Nein-Danke
PETA.de/Virtuelles-Aquarium
 
Pressekontakt:
Sophie Burke, +49 711 860591-528, [email protected]