Spenden
 »  »  »  » „Frühlingsshow“ in Finsterwalde – PETA übt scharfe Kritik an der Vorführung eines weißen Tigers bei

„Frühlingsshow“ in Finsterwalde – PETA übt scharfe Kritik an der Vorführung eines weißen Tigers bei Benefizveranstaltung

 
Banner
 
 
Empfohlene Beiträge
Stand März 2014
Finsterwalde / Gerlingen, 18. März 2014 – Missbrauch als Attraktion: Der Auftritt eines weißen Tigers bei der für den kommenden Donnerstag im brandenburgischen Finsterwalde geplanten „Frühlingsshow“ stößt bei PETA Deutschland e.V. auf scharfe Kritik. Die Tierrechtsorganisation hat die Veranstalter dieser Benefizveranstaltung zu Gunsten krebskranker Kinder - die Firma System Promotion und den Lionsclub Finsterwalde-Sängerstadt - im Vorfeld über die Tierschutz-Problematik informiert und gebeten, die Tigervorführung aus dem Programm zu nehmen – eine Antwort steht bisher aus. Weiße Tiger sind das Resultat extremer Inzuchten, die häufig genetische Defekte wie Gaumenspalten, neurologische Störungen, verkrüppelte Füße und Hüftgelenksfehlstellungen zur Folge haben. Nach Angaben des pfälzischen Zoo Landau in Deutschland müssen 30 bis 60 ingezüchtete weiße Tiger geboren werden, um einen „vorzeigbaren“ weißen Tiger zu erhalten. Der große Anteil behinderter oder vermindert lebensfähiger Tiere wird in der Regel eingeschläfert. Auch die beiden Zoodachverbände in Europa (EAZA) und den USA (AZA) verurteilen daher die Nachzucht weißer Tiger. PETA fordert die Veranstalter auf, die Tigervorführung abzusagen und ausschließlich auf tierfreundliche Programmbestandteile zu setzen.

„Gesellschaftliches Engagement ist wichtig, doch darf dieses nicht auf dem Rücken von Tieren ausgetragen werden. Sogar Zooverbände lehnen solche Qualzuchten strikt ab. Daher hoffen wir darauf, dass die Veranstalter ein Zeichen für den Tierschutz setzen und den Tigerauftritt doch noch absagen“, sagt Diplom-Zoologe Peter Höffken von PETA Deutschland e.V.

Das Motiv für diese Qualzuchten ist in erster Linie finanzieller Natur, denn weiße Tiger werden, wie beispielsweise bei der Frühlingsshow in Finsterwalde, als vermeintliche „Attraktionen“ präsentiert oder für bis zu 50.000 Euro an private „Tierliebhaber“ verkauft. Weiße Tiger, die in Gefangenschaft gehalten werden, stammen ursprünglich von einem einzigen Tier ab, das 1951 in Indien gefangen wurde. Daher weisen Nachkommen häufig schwere genetische Defekte als Folge der Inzucht auf. Weiße Tiger sind keine eigene Spezies, sondern eine abweichende Farbvariante des indischen Bengal-Tigers.

Tiger leben in den dichten Wäldern Asiens, wo ihr Revier mehrere hundert Quadratkilometer umfasst. Die intelligenten Großkatzen haben einen enormen Bewegungsdrang und besitzen hohe kognitive Fähigkeiten. Laut Artenschutzorganisationen leben heute nur noch etwa 3.200 der vom Aussterben bedrohten Tiere in freier Wildbahn. In Gefangenschaft geborene Tiger können nicht ausgewildert werden, da sie grundlegende Fähigkeiten nicht erlernen können.

Weitere Informationen:
PETA.de/Themen/Zirkus

Kontakt:
Anneli Ick, +49 (0) 7156 17828-27, AnneliI@peta.de