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„Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ ist tierfeindlich? / Nach Protest einer veganen Anwohnerin ändert die Stadt Limburg ihre Glockenspiel-Melodie: Statement von PETA

Limburg / Stuttgart, 9. Februar 2017 Das Lied „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ wird Medienberichten zufolge vorerst nicht mehr zum Repertoire des Rathaus-Glockenspiels in Limburg gehören. Der Grund: Eine vegan lebende Anwohnerin hat den tierfeindlichen Inhalt des Liedes bemängelt. Dazu kommentiert Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA:

„Wir können das Anliegen der Anwohnerin nachvollziehen und bitten den Bürgermeister, das Lied dauerhaft aus dem Programm zu nehmen. Altertümliche Lieder wie dieses oder auch Märchen wie ‚Rotkäppchen und der böse Wolf‘ sind leider noch immer weit verbreitet und senden vor allem an Kinder ein falsches Zeichen, indem sie ein schlechtes Licht auf bestimmte Tiere werfen. Die Jagd auf Füchse ist unnötig und grausam. Ein friedliches Zusammenleben mit den Tieren ist möglich und mit ein wenig Glück bekommt man die Füchse spätabends sogar zu Gesicht. Als Gesundheitspolizei sind Füchse ein wichtiges Glied im Ökosystem. Auch muss heutzutage keiner noch an das Märchen vom ‚bösen Wolf‘ glauben. Experten sind sich einig, dass von den Tieren gewöhnlich keine Gefahr für den Menschen ausgeht. Im Gegenteil, sie sind ein wichtiger Teil unserer Natur und verdienen unseren Schutz.“
 
PETA setzt sich für ein Verbot der Fuchsjagd ein. Füchse dienen den Jägern als lebendige Zielscheibe, denn weder aus wildbiologischer noch aus gesundheitlicher Sicht besteht ein Grund für die massenhafte Bejagung der Beutegreifer. Die noch immer geäußerten Bedenken gegenüber den Tieren beruhen auf längst widerlegten Annahmen: Die Gefahr einer Krankheitsübertragung durch Füchse ist nahezu auszuschließen. Deutschland ist seit 2008 frei von terrestrischer Tollwut und der Fuchsbandwurm zählt zu den seltensten Parasitosen Europas. Die Jagd auf Füchse hat keine regulierenden oder reduzierenden Auswirkungen auf die Population, weil Verluste rasch durch Zuwanderung und steigende Geburtenraten ausgeglichen werden. Auch das von den Jägern vorgeschobene Argument des Artenschutzes ist Augenwischerei. Füchse ernähren sich vornehmlich von Mäusen. Populationsrückgänge betroffener Arten wie beispielsweise dem Feldhasen sind überwiegend auf den Lebensraumverlust und das schwindende Nahrungsangebot zurückzuführen. Hinzu kommt, dass die Jäger in Deutschland selbst jedes Jahr mehr als 200.000 Feldhasen töten.

Aufgrund dieser Fakten hat die Regierung in Luxemburg bereits im April 2015 ein Verbot der Jagd auf Füchse durchgesetzt. 

Weitere Informationen:
Fuchsjagd-stoppen.de

Kontakt:
Valeria Goller, +49 (0)711 860591-521, [email protected]