Fuchsbandwurm: Vom Blitz getroffen zu werden, ist wahrscheinlicher!

Kaum taucht ein nach Nahrung suchender Fuchs in einem Garten oder im Hinterhof eines Kindergartens auf, wird der Notstand ausgerufen und das halbe Gebäude evakuiert – Alarmstufe Rot: Fuchsbandwurm. Aber stimmt das eigentlich?

Blitzeinschlag ist wahrscheinlicher

Der Fuchsbandwurm zählt laut Prof. Brehm vom Institut für Hygiene und Mikrobiologie der Universität Würzburg zu den seltensten Parasitosen Europas. Im Jahr 2015 lag die Neuerkrankungsrate bei 0,00005 Prozent (45 Erkrankungen bei 82 Millionen Einwohnern in Deutschland) – sogar das Risiko, vom Blitz getroffen zu werden oder bei einem Jagdunfall zu Schaden zu kommen, ist höher. Aufgrund des direkten Kontakts mit Füchsen zählen insbesondere die Jäger selbst sowie ihre Jagdhunde zur Risikogruppe.

Fuchsjagd fördert die Verbreitung des Fuchsbandwurms

Wissenschaftliche Studien haben bewiesen, dass ausgerechnet die Fuchsjagd den Fuchsbandwurm weiterverbreitet, statt ihn einzudämmen, wie es auch bei der mittlerweile durch tierfreundliche Impfköder besiegten Tollwut der Fall war. Eine in Frankreich über vier Jahre durchgeführte Studie belegt, dass die Infektionsgefahr durch intensive Bejagung um 15 % zunimmt. Zudem lässt die Jagd die Fuchspopulation ansteigen, da hohe Verluste in einer Population durch steigende Geburtenraten kompensiert werden.

Tierfreundliche Methoden am sinnvollsten

Eine Studie der TU München hat im Testgebiet Landkreis Starnberg eindrucksvoll bewiesen, dass die Befallsrate der Füchse mithilfe von Entwurmungsködern innerhalb von vier Jahren von 51 auf 0,8 Prozent reduziert werden konnte.

Füchse reduzieren die Ausbreitung von Krankheiten

Der Fuchs selbst fungiert als Gesundheitspolizei des Waldes, indem er das Aktivitätsmuster der Mäuse beeinflusst und damit das Risiko der Borreliose senkt und den Bestand der Mäuse reguliert. Füchse sind wundervolle und nützliche Tiere.

Jagdverbände schüren ungerechtfertigt Ängste vor dem Fuchs als potenziellem Überträger, um ihrem grausamen und sinnlosen Hobby der Fuchsjagd nachgehen zu können. Fast eine halbe Million Füchse werden deutschlandweit jährlich von Jägern grausam getötet.

Was Sie tun können

  • Wenden Sie sich an den/die Landtagsabgeordnete/n Ihres Wahlkreises und bitten Sie ihn/sie höflich, sich für ein Verbot der Jagd auf Füchse auf Landesebene einzusetzen.
  • Stoppen Sie die Zwangsbejagung auf Ihrem Grundstück und machen Sie dieses zu einem sicheren Rückzugsort für die Tiere! Alle Infos unter: PETA.de-Zwangsbejagung-Stoppen
  • Klären Sie Freunde und Bekannte über die Sinnlosigkeit der Fuchsjagd auf.
  • Unterstützen Sie PETA Deutschlands Kampagne „Fuchsjagd stoppen“.

Unsere Autoren

Nadja Michler

Nadja hat Ethnologie in Frankfurt studiert, ist bekennende Crazy Cat Lady und liebt Füchse, Yoga und Apfelkuchen.