Gerichtsbeschluss vor Konstanz-Gastspiel: PETA darf brisantes Recherchematerial über Tiger-Dompteurin Carmen Zander zeigen

Konstanz / Gerlingen, 29. April 2014 – PETA-Video über grausame Zirkusdressur darf weiter gezeigt werden: Die Leipziger Tiger-Dompteurin Carmen Zander, die ab dem 1. Mai im Circus Corty Althoff in Konstanz auftritt, scheiterte vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf mit dem Vorhaben, ein von der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. veröffentlichtes Video über Tierquälerei im Zirkus verbieten zu lassen. Das 60-Sekunden-Video zeigt unter anderem schlimme Auswüchse bei Tierdressuren und ist Teil der PETA-Kampagne für ein Verbot von Tieren im Zirkus. Nachdem Carmen Zander in der Angelegenheit bereits im Dezember 2013 mit einer einstweiligen Verfügung vor dem Landgericht Düsseldorf gegen PETA unterlag, zog die Tiger-Dompteurin vor das OLG Düsseldorf. Dies stellte nun in seinem Beschluss (Az. 1 O 252/13) fest, dass Carmen Zander „im Rahmen der Dressur (notwendigerweise) durch dominante Zwangshandlungen den von ihr dressierten Tigern ihren eigenen Willen aufzwingt“. Carmen Zander wollte PETA gerichtlich dazu zu zwingen, eine Szene, die sie bei einer Tigerdressur zeigt, aus dem Video zu entfernen. Das PETA-Video besteht hauptsächlich aus Undercover-Aufnahmen und wurde seit der Veröffentlichung im August 2013 bereits über 320.000 Mal von Internetbenutzern angeschaut.

„Tierquälerei ist im Zirkus an der Tagesordnung und systembedingt. Wir werden auch in Zukunft die tierfeindlichen Methoden der Zirkusbranche aufdecken und anprangern, mit denen Dompteure die Tiere für die Dressur gefügig machen“, so Diplom-Zoologe Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA. „Der Beschluss des Oberlandesgerichts Düsseldorf ist besonders erfreulich, weil die Richter deutlich machen, wie die Tigerdressur in Wahrheit abläuft: Zander zwingt den Tigern durch dominante Zwangshandlungen ihren eigenen Willen auf.“

Die Dressur von Tieren im Zirkus, hierbei insbesondere von Wildtieren, basiert auch nach Meinung führender Verhaltensbiologen auf der Ausübung körperlicher oder psychischer Gewalt. Dr. Fred Kurt, international anerkannter Elefantenexperte und Autor zahlreicher Publikationen, sagt über die Elefantendressur im Zirkus: „Schläge mit scharfen Elefantenhaken und Stromstöße aus Elektroimpulsgeräten […] sollen sie gefügig machen. […] Die tierquälerischen Rituale finden entweder nachts statt, wenn Amtstierärzte schlafen, oder in verborgenen Ecken, wo Tierschützer nicht hinkommen“. Das für Tierschutz-Angelegenheiten in Thüringen zuständige Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit äußerte sich 2011 in einem PETA vorliegenden Schreiben ähnlich: „Es gibt […] gesicherte Erkenntnisse, dass nahezu keine Vorführungserfolge ohne das Zufügen von Schmerzen durch Elefantenhaken, Stromapplikation, z. B. in der Maulhöhle, den Einsatz von Stockschlägen u. a. auf die Augen und andere Misshandlungen der Tiere erzielt werden.“

Weitere Informationen:
PETA.de/Zirkus
PETA.de/Wildtierdressur

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