Grausame Vogelexperimente an der Universität Oldenburg müssen beendet werden: PETA startet Petition gegen sinnlose Versuche an Rotkehlchen

Oldenburg / Stuttgart, 10. August 2018 – Vögel gefangen und rücksichtslos malträtiert: An der Universität Oldenburg werden seit Jahren grausame Versuche an Rotkehlchen durchgeführt. Die Experimente sollen Aufschluss darüber geben, wie sich Zugvögel orientieren und welche Faktoren dies beeinflussen. Mit Magnetfeldern manipuliert Prof. Dr. Henrik Mouritsen den Orientierungssinn der Vögel; auch ihr Hör- und Sehvermögen wird absichtlich manipuliert oder zerstört, um die Orientierung zu beeinflussen. Teils werden die Tiere geköpft, um Körperteile zu untersuchen. PETA gegenüber teilte die Universität mit, dass die Erkenntnisse dem Vogelschutz zugutekämen. Die Tierrechtsorganisation sieht keine Rechtfertigung dafür, dass Tiere zur Grundlagenforschung gequält und getötet werden und fordert unter PETA.de/Universitaet-Oldenburg-Tierversuche in einer Petition das sofortige Ende der grausamen Versuche.
 
„Den Tieren in sinnlosen Experimenten das Schädeldach aufzuschneiden, die Augen zuzukleben oder sie zu köpfen, widerspricht jeglicher Ethik und ist schlicht nicht zu rechtfertigen. Wir fordern die Universität Oldenburg auf, die Tierquälerei sofort zu beenden und auf tierleidfreie, nicht-invasive Alternativen umzusteigen“, so Anne Meinert, Kognitionsbiologin und Fachreferentin gegen Tierversuche bei PETA.
 
Mit Japannetzen werden die Vögel ihrem natürlichen Lebensraum entrissen. Diese Netze sind so fein, dass die Tiere sie nicht sehen können, hineinfliegen und darin hängenbleiben. Auf diese Weise verheddern sich jedoch nicht nur die für die Experimente gewünschten Vögel, sondern auch andere. Anschließend werden die Rotkehlchen teilweise in fensterlosen Räumen oder kleinen Einzelkäfigen gehalten. In den Versuchen wurde den Vögeln in der Vergangenheit beispielsweise das Schädeldach aufgeschnitten, um eine Markersubstanz in das Hirn und/oder den Sehnerv zu injizieren. In anderen Experimenten wurde der Gehörsinn durch das Entfernen der Gehörschnecke aus dem Innenohr der Tiere zerstört; einigen Vögeln wurden die Augen zugeklebt oder die Ohren verstopft, sodass es ihnen unmöglich war, sich zu orientieren. 2016 wurden Rotkehlchen durch ein starkes, künstliches elektromagnetisches Feld orientierungslos gemacht, und erst in diesem Jahr köpften die Experimentatoren die Tiere und präparierten ihre Netzhaut, um sie zu untersuchen. Im Anschluss an diese Experimente werden die Vögel meist getötet, um ihre Gehirne für Untersuchungen nutzen zu können.
 
Tierfeindliche Methoden der Universität weiterhin gefördert – Hintergrundinformationen
 
Bislang vertritt die Universität Oldenburg weiterhin ihren tierfeindlichen Standpunkt und versucht, die Vorgehensweise des Professors zu rechtfertigen, indem sie den vermeintlichen Nutzen der Experimente für Vögel betont. Die VolkswagenStiftung hat die Forschung von Prof. Dr. Mouritsen in den vergangenen Jahren mehrfach dotiert – mit 1,6 und mit 1,8 Millionen Euro. PETA hat sich bereits in der Vergangenheit an die Stiftung gewandt und gefordert, Tierversuche nicht mehr länger zu unterstützen. Damals überreichte die Tierrechtsorganisation 17.200 Unterschriften, um ihre Forderung zu untermauern – bis dato jedoch ohne Erfolg. Finanzielle Mittel für die Forschung sollten nach Ansicht der Tierrechtsorganisation stattdessen für den Schutz der Vögel verwendet und beispielsweise direkt in den Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume investiert werden.
 
Die Versuche an der Universität Oldenburg sind nur ein Beispiel für viele Experimente, bei denen Tiere im Namen der Grundlagenforschung, das heißt, aus rein wissenschaftlicher Neugierde heraus, gequält und getötet werden. Tierschutz ist seit fast zwei Jahrzehnten als Staatsziel im Grundgesetz verankert – allerdings gibt es für die „Forschung“ an Tieren auch gesetzlich geregelte Ausnahmen.
Die Zahl der Tiere, die jährlich in Deutschland für Versuche missbraucht werden, steigt stetig an. Inzwischen befindet sie sich mit knapp drei Millionen auf einem traurigen Hochpunkt. Gegen Deutschland und fünf weitere Staaten wurde erst kürzlich ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet, weil zahlreiche Vorgaben der EU-Richtlinie 2010/63/EU zum Schutz der für wissenschaftliche Zwecke verwendeten Tiere (EU-Tierversuchsrichtlinie) nicht ausreichend umgesetzt wurden. Deutschland hat es bisher versäumt, die Vorgaben der Richtlinie in die nationale Gesetzgebung zu übernehmen [1].
 
PETAs Motto lautet in Teilen, dass Tiere nicht da sind, um an ihnen zu experimentieren. Wenngleich die tierfreie Forschung nur unzureichend gefördert wird, gibt es bereits zahlreiche innovative und erfolgreiche Alternativmethoden. Die Tierrechtsorganisation setzt sich dafür ein, dass Tierversuche verboten und durch humane, moderne Forschungsmethoden ersetzt werden.
 
[1] https://www.aerzte-gegen-tierversuche.de/de/presse/aktuelle-pressemitteilungen/2714-vertragsverletzungsverfahren-der-eu-kommission-bestaetigt-deutschlands-tierversuchsrecht-mangelhaft.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Themen/Tierversuche
PETA.de/Universitaet-Oldenburg-Tierversuche
 
Kontakt:
Katharina Wicke, +49 711 860591-535, KatharinaW@peta.de