Grüninsel für Igel, Molch & Co.: PETA gibt Tipps zur tierfreundlichen Gartengestaltung

Stuttgart, 11. April 2017 – Gartenparadies für Mensch und Tier: Im Frühling und Sommer erwachen Flora und Fauna wieder zum Leben. Vielerorts verschwindet die Natur jedoch nach und nach unter Platten und Pflastersteinen. Wo Bäume, Wiesen und Grünanlagen dem grauen Stadtbild weichen, wird der Lebensraum für die heimischen Wildtiere immer knapper. Gartenbesitzer können den Tieren ganz leicht helfen, indem sie ihre Grundstücke naturnah gestalten. So schaffen sie ein kleines Refugium für Jungvögel, Insektennachwuchs und Igelkinder. Wie ein tierfreundlicher Garten aussieht, verrät Vanessa Reithinger, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA:
 
„Inmitten der Kulturlandschaft und der eng bebauten Siedlungsbereiche schwindet der Lebensraum für die heimischen Wildtiere immer mehr“, so Vanessa Reithinger. „Doch mit wenigen Tricks können Gartenbesitzer tierfreundliche Grüninseln gestalten und den Vögeln, Insekten und anderen Kleintieren dabei helfen, ihr Überleben zu sichern. Wer ein solches Biotop schafft, kann sich hoffentlich bald an einer Vielzahl tierischer Bewohner erfreuen.“

So wird der Garten tierfreundlich gestaltet:
 
  • Durchgänge schaffen: Hecken sind eine natürliche Alternative zum Gartenzaun und ermöglichen Wildtieren wie beispielsweise Igeln den Durchgang zu anderen Grundstücken. So können die Tiere von Garten zu Garten streifen und ausreichend Nahrung finden.
  • Wildblumenwiese: Mit einer im Fachhandel erhältlichen Blumenmischung aus verschiedensten Wildpflanzen wird die Grünfläche zu einem bunten Landeplatz für Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Gut zu wissen: Zierpflanzen sehen zwar üppig aus, doch durch die Zucht der opulenten Blüten sind nur noch wenige Staubblätter vorhanden, die den nahrhaften Pollen erzeugen.
  • Kräuter-Genuss für Mensch und Tier: Blühender Schnittlauch, Lavendel, Oregano, Salbei und andere Küchenkräuter bieten unter anderem Bienen, Hummeln und Schmetterlingen eine leckere Nahrungsquelle.
  • Vorsicht bei der Gartenpflege Zum Schutz der Wildtiere ist ein Rückschnitt der Pflanzen zwischen März und September laut Bundesnaturschutzgesetz nicht gestattet. Kleinere Form- und Pflegeschnitte sind in dieser Zeit zwar erlaubt, doch Gartenbesitzer sollten sich vor jeder Arbeit vergewissern, dass sie Rotkehlchen, Zaunkönige oder Finken nicht beim Nisten stören.
  • Torffreie Erde verwenden: Beim Abbau von Torf werden große Mengen CO2 freigesetzt, weshalb umweltfreundlichere Produkte gewählt werden sollten. Bei der Düngung sollte unbedingt auf natürliche Produkte wie Komposterde zurückgegriffen werden. Chemische Mittel sind meist tödlich für Insekten und schaden in der Folge auch Igeln und anderen Insektenessern.
  • Versteck- und Nistmöglichkeiten: Neben Büschen und Bäumen dienen sogenannte Insektenhotels als Nisthilfe und Unterschlupf, beispielsweise für Wildbienen. Sie können entweder selbst gebaut oder schon fertig gekauft werden. Als Brutmöglichkeit oder Unterschlupf für gefiederte Besucher lassen sich Nistkästen ganz einfach an Bäumen anbringen.
  • Tränken: Zahlreiche Arten nutzen Vogeltränken für ein kühles Bad an einem heißen Sommertag oder zur Wasserversorgung. Regentonnen sollten abgedeckt werden, um zu verhindern, dass Tiere in die Tonne hineinfallen und ertrinken.  
  • Lebensraum für Amphibien und Insekten: Teiche oder Feuchtbiotope sehen nicht nur hübsch aus, sondern helfen auch vielen Arten beim Überleben im Garten – Amphibien nutzen zum Beispiel das Wasser als Kinderstube. Mit etwas Glück tummeln sich bald auch schon bunt schillernde Libellen um das kühle Nass. Der Teichrand sollte so gestaltet sein, dass Igel, Mäuse und andere Kleintiere nicht etwa an freiliegender Teichfolie oder glatten Rändern hineinrutschen oder -fallen bzw. problemlos wieder an Land gelangen. Wichtig: Damit Amphibienlaich und Insektenlarven überleben können, sollte auf Fische im Teich verzichtet werden.

Mit diesen Tipps können sich Gartenbesitzer und tierische Bewohner gleichermaßen am sommerlichen Grün erfreuen. Natürlich sollte bei allen anstehenden Arbeiten Rücksicht auf die Naturbewohner genommen und darauf geachtet werden, dass eventuelle Veränderungen des Gartens keine anwesenden Wildtiere stören. 

Weitere Informationen:
PETA.de/Themen/Tiere_in_der_Natur

Kontakt:
Judith Stich, +49 (0)30 6832666-04, [email protected]