Wolle - Häufig gestellte Fragen

"Müssen Schafe denn nicht geschoren werden?"

Ohne die Einmischung des Menschen würde den Schafen nur soviel Wolle wachsen, wie sie benötigen, um sich vor extremen Temperaturen zu schützen. Sie werden nur aus einem Grund geschoren: für die Profite der Wollindustrie. Das Scheren ist eine traumatische und blutige Erfahrung, die keinem Tier zugemutet werden sollte. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, klicken Sie hier.

"Aber Schafe, die für Wolle gehalten werden, werden doch nicht getötet, oder?"

Praktisch alle weltweit für ihre Wolle gehaltenen Schafe enden beim Schlachter wegen ihres Fleisches. Die Schafe aus Australien und Neuseeland fahren meist auf Langzeittiertransportern in den Tod. Dies bedeutet wochen- oder monatelanger Transport auf überfüllten, von Krankheiten verseuchten Schiffen, mit geringem Zugang zu Nahrung oder Wasser. An ihrem Bestimmungsort angekommen – meist der Mittlere Osten oder afrikanische Länder, die praktisch keine Tierschutzgesetze kennen – werden sie von Bord geschleift und schließlich ohne irgendeine Form der Betäubung geschlachtet.

Selbst wenn die Tiere nicht getötet würden, wären doch das Scheren und „Mulesing“ schon schrecklich genug, um vom Wolletragen Abstand zu nehmen. Klicken Sie hier, um mehr über die Grausamkeiten des Scherens und Mulesing zu erfahren.

"Ist Wolle nicht das wärmste “Material”, das es gibt?"

Es gibt nicht nur Materialien, die genauso warm oder sogar wärmer sind, wie z.B. Acryl, Baumwollmischungen, Rayon oder Polyester. Wollprodukte tendieren auch dazu, pflegeintensiv, vom Gewicht her schwer und weniger gut haltbar zu sein und leicht zu schrumpfen. Klicken Sie hier, wenn Sie mehr über Alternativen zu Wolle wissen möchten.

"Ist es demnach in Ordnung, Wolle zu kaufen, die nicht aus Australien stammt?"

Es ist wirklich sehr schwer festzustellen, woher ein Wollprodukt ursprünglich stammt. Die meisten Wollprodukte, insbesondere Kleidung, gehen über China (wo die Arbeitskraft billig, Gesundheits- und Umweltauflagen gering sind) oder Italien, bevor sie als Endprodukt exportiert werden. Das bedeutet, dass ein Produkt mit dem Etikett "Made in China" oder "Made in Italy" höchstwahrscheinlich aus Wolle von australischen oder neuseeländischen Schafen stammt, die für etwa 30 Prozent der Weltproduktion an Wolle verantwortlich zeichnen. Der einzig sichere Weg, Wolle von Schafen zu meiden, die in Australien oder Neuseeland gezüchtet wurden, ist der, ganz auf Wolle zu verzichten.

Außerdem stammt jede Wolle, ob aus Australien, aus Neuseeland, den Vereinigten Staaten oder sonst wo, von Schafen, die Unvorstellbares erleiden mussten. Schafe müssen nicht nur die entsetzliche Schur über sich ergehen lassen, die meisten enden auch beim Schlachter als Fleischlieferanten, bekommen die Kehle aufgeschlitzt, oft noch bei vollem Bewusstsein. Auch die meisten Schafe aus Großbritannien, die einst Wolle lieferten, werden schließlich in den Mittleren Osten oder nach Nordafrika exportiert, leiden furchtbar unter dem Transport auf völlig überfüllten Schiffen und werden schließlich auf grausame und schmerzvolle Art getötet.

"Wo kann ich Produkte kaufen, die nicht aus Wolle sind?"

Die meisten Bekleidungsgeschäfte verfügen über eine Vielzahl an Artikeln, die nicht aus Wolle sind.

"Was ist Merinowolle?"

Das Wort "Merino" steht für eine bestimmte Sorte an Schafen, die Merino-Schafe, die praktisch den gesamten Wollmarkt Australiens und Neuseelands ausmachen. In diesen Ländern unterzieht man Schafe einer Prozedur namens "mulesing". Die Merinos wurden darauf gezüchtet, faltige Haut zu bekommen, damit die Wollausbeute pro Tier noch größer ist. In den Falten sammeln sich Feuchtigkeit und Urin an. Dadurch werden Fliegen angezogen, die in den Falten ihre Eier ablegen. In dem Versuch, diesen Fliegenbefall zu verhindern, nehmen die Farmer einen grausamen Eingriff an den Tieren vor – mulesing: Ohne Schmerzmittel werden Essteller große Fleischstücke vom Bereich rund um ihren Schwanz weg geschnitten, damit sich eine glatte, vernarbte Fläche dort bildet, die keine Angriffsfläche mehr für Fliegeneier bietet. Ironischerweise werden gerade diese großflächigen blutigen Wunden häufig von Fliegen befallen noch bevor sie abheilen können. Es reicht nicht, nur Produkte zu meiden, auf deren Etiketten "Merino" steht, denn viele Produkte tragen einfach die Aufschrift "Wolle", auch wenn sie vom Merinoschaf stammen. Dies ist dann der Fall, wenn die Woll”fasern” nicht fein genug waren, um als "Merino" deklariert zu werden.

"Was ist Kaschmir?"

Kaschmir wird von Kaschmir-Ziegen gemacht. Diejenigen mit "Mängeln" in ihrem Fell werden normalerweise vor ihrem zweiten Lebensjahr getötet. Experten der Industrie schätzen, dass die Farmer etwa 50 bis 80 Prozent der jungen Ziegen töten, weil sie den Anforderungen nicht entsprechen.

"Was ist mit all den Sitten und Gebräuchen und den Jobs, die mit tierischer Wolle in Zusammenhang stehen?"

Tradition ist niemals eine Entschuldigung für Grausamkeit. Dasselbe Argument wurde gegen die Gegner der Sklaverei in den USA benutzt, um die Versklavung zu rechtfertigen. Die Abschaffung der Sklaverei, die Erfindung des Automobils und das Ende des Zweiten Weltkrieges machten allesamt Umschulungen und Neustrukturierungen bei den Berufen notwendig. Es ist lediglich ein Element jeden sozialen Fortschritts, nicht jedoch ein Grund, diesen verhindern zu wollen.

"Aber ich misshandle die Tiere ja nicht persönlich."

Sie halten vielleicht nicht das Schermesser in der Hand oder treiben die Schafe selbst auf die Schiffe, aber wenn Sie Produkte kaufen, die aus tierischen Materialien sind, bezahlen Sie jemanden dafür, die dreckige Arbeit für Sie zu machen. Jeder Mensch kann Mitgefühl statt Grausamkeit wählen, beim Kauf von Kleidung und allen anderen Produkten. Klicken Sie hier, um zu erfahren, wo Sie Alternativen zu Wolle kaufen können.

"Ist es in Ordnung, Produkte aus Materialien zu tragen, die von anderen Tieren stammen?"

Es steht uns nicht zu, Tiere für Kleidung auszubeuten, denn jedes Mal, wenn sie für deren Fertigung herhalten müssen, ist Leid damit verbunden. Pelztiere wie Füchse, Nerze und Waschbären werden auf Pelztierfarmen in engen, verdreckten Käfigen gehalten und per Vaginal- oder Analstromschlag getötet bzw. in der Wildnis von Fallenstellern ertränkt. Daunen sind die weichen Unterfedern, die häufig denjenigen Gänsen lebendig vom Leib gerissen werden, die zur Lebensmittelgewinnung herhalten müssen. Viele von diesen Gänsen müssen ihr ganzes Leben lang in Käfigen dahinvegetieren und werden zwangsgestopft mittels einer Metallröhre, die man ihnen in den Schlund stößt, damit ihre Lebern sich krankhaft (und schmerzhaft) vergrößern. Für die Seideherstellung, also die Fäden, die die Seidenwürmer weben, um Kokons daraus zu machen, werden die Würmer lebendig gekocht. Die Fleischindustrie vertraut auf die Verkäufe von Häuten, um profitabel zu arbeiten, daher trägt der Kauf von Leder unmittelbar zur Massentierhaltung und dem Erhalt von Schlachthöfen bei. Klicken Sie hier, um mehr über die Massentierhaltung zu erfahren.

Hier können Sie es mit eigenen Augen sehen. Klicken Sie hier, um das Video anzuschauen.