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 »  »  »  »  » H&M, Perry Ellis, Adidas und viele andere boykottieren „Mulesing”-Wolle
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Stand Oktober 2013
Führende internationale Bekleidungsketten wie H&M, Perry Ellis, Adidas und zahlreiche andere haben angekündigt, „Mulesing”-Wolle in Zukunft boykottieren zu wollen. Diese Entscheidung erfolgte trotz der Bemühungen durch die australische Wollindustrie, Händler und Käufer zu besänftigen, indem das konventionelle Mulesing durch eine neue Form der Verstümmelung ersetzt wurde – das „Clip Mulesing“. Dabei werden Klammern so fest an der Haut der Lämmer angebracht, dass die Haut abstirbt und abfällt.

Die Australian Wool Innovation (AWI), eine australische Handelsgruppe der Wollindustrie, scheint die Hoffnung zu hegen, dass Händler dieses offensichtliche Problem nicht erkennen, nur weil das „Clip Mulesing“ weniger blutig ausfällt. Chris Abell, der Vorsitzende von AWI, ging sogar soweit zu sagen: „Es besteht ein großer Unterschied; die Lämmer haben kein blutiges Hinterteil, das man auf Bildern festhalten und Händler damit schockieren kann.“ Doch nur die Tatsache, dass kein Blut im Spiel ist, macht die Prozedur nicht schmerzfrei. Tierschutzexperten haben das „Clip Mulesing“ als schmerzhaft und inhuman verurteilt.

Einzelhändler reagieren auf das „Clip Mulesing” nun genauso, wie sie schon auf das traditionelle Mulesing reagiert haben, als PETA die grausame Praktik im Jahr 2004 aufdeckte. Seit dem Februar 2008, haben zahlreiche Unternehmen wie H&M, Perry Ellis, C&A, Modehaus HUGO BOSS, Sportriese Adidas und viele weitere versprochen, den Kauf von „Mulesing-Wolle“ langsam auslaufen zu lassen oder ihn umgehend zu beenden, einschließlich der Wolle von Lämmern, an denen das „Clip Mulesing“ vorgenommen wird.

Zahlreiche australische Wollfarmer haben mittlerweile die Alternativen zum „Mulesing” erkannt und sie sich zu Nutzen gemacht – oft genügt es schon, den einzelnen Tieren einfach mehr Aufmerksamkeit zu widmen oder Rassen zu züchten, die keine faltige Haut haben und so auch keinen Fliegenbefall erleiden müssen. Trotzdem vertritt AWI noch immer die veralteten und grausamen Verstümmelungen durch „Mulesing“, obwohl diese in einer modernen Zivilisation schon lange keinen Platz mehr einnehmen dürften. Aus diesem Grund versuchen sich 85% der australischen Farmer noch nicht einmal an der einfachsten und effektivsten Alternative zum „Mulesing“, die schlichtweg darin besteht, keine Schafe mehr mit faltiger Haut zu züchten.