Hunde sterben Hitzetod im Auto: Nur Geldstrafe für Halter

Hunde Hitzetod Auto© instagram / berufstierrettung_animalrescue

Drei Hunde sterben in einem überhitzten Kleintransporter

Ein Hundehalter hat am 20. April 2018 seine drei Hunde in einem Kleintransporter zurückgelassen, um für eineinhalb Stunden einen Termin wahrzunehmen. Bei knapp 30°C Außentemperatur wurde der Wagen für alle drei Hunde zu einer grausamen Todesfalle.  

Als die Tierrettung in Hamm von Anwohnern alarmiert wurde, befanden sich die Hunde bereits krampfend in Seitenlage. Gemeinsam mit Passanten leisteten die Mitarbeiter der Berufstierrettung Rhein-Neckar Erste Hilfe. Fast 90 Minuten versuchten die Retter, die Hunde mit Infusionen und Sauerstoff zu stabilisieren. Erst als die Körpertemperatur der Hunde auf 39 Grad fiel, konnten sie in eine nahegelegene Tierklinik transportiert werden.


Trotzdem verstarben alle drei Hunde im Laufe des Abends aufgrund von Überhitzung und Dehydrierung.

Halter muss lediglich Geldstrafe zahlen

Nach einer Entscheidung des Amtsgerichts Worms im Februar 2019 wurde der Hundehalter zu einer Geldstrafe von 3.500 Euro verurteilt. Auch PETA hatte in diesem Fall Strafanzeige gegen den Halter erstattet und zudem ein Tierhalteverbot gefordert. Leider eine viel zu geringe Strafe für eine Tat, die drei Hunden das Leben gekostet hat.

Wann hört das endlich auf?

Immer wieder hört man davon, dass Hunde in Autos zurückgelassen werden. Das Risiko hierbei ist jedoch sehr groß, denn innerhalb weniger Minuten kann sich das Wageninnere auf bis zu 70°C erhitzen. Auch ein Schattenparkplatz oder leicht geöffnete Fenster bieten hierfür nicht ausreichend Schutz.

Jedes Jahr sterben Hunde qualvoll in überhitzten Autos, weil Menschen sie gedankenlos zurücklassen.


Hunde haben nur wenige Schweißdrüsen und kühlen sich hauptsächlich über Hecheln ab. Aus diesem Grund sind sie besonders hitzeempfindlich. Im verschlossenen Auto können die Tiere ihre Körpertemperatur nicht mehr ausreichend regulieren. Die Folgen sind meist schwer – nicht selten versterben Tiere in Autos aufgrund von Überhitzung oder erleiden schwere, irreparable Organschäden.

Erste Anzeichen für einen Hitzschlag sind:

  • starke Unruhe
  • Taumeln
  • anhaltendes vermehrtes Hecheln
  • Panik
  • bläuliche Verfärbungen der Schleimhäute (Schockzustand des Hundes!)

Erste-Hilfe-Maßnahmen

  • Hund sofort an einen schattigen Ort bringen und umgehend abkühlen (mit Wasser oder Handtüchern – kein eiskaltes Wasser verwenden!)
  • Wenn der Hund bei Bewusstsein ist, handwarmes Wasser zu trinken geben.
  • So schnell wie möglich einen Tierarzt rufen oder die nächstgelegene Tierarztpraxis aufsuchen. Wenn möglich, den Notfall telefonisch anmelden.

Was Sie tun können

  • Tierische Mitbewohner sollten niemals allein in Autos zurückgelassen werden. Auch nicht für kurze Zeit.
  • Auf keinen Fall wegschauen! Sehen Sie einen Hund, der in der Hitze in einem Auto eingesperrt ist, informieren Sie umgehend die Polizei und bleiben Sie beim Tier, bis die Polizei eintrifft.
  • Wenn der Hund in akuter Lebensgefahr ist, dann unternehmen Sie alles Nötige, um das Tier aus dem Auto zu befreien.

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Die Blogartikel zu den Themen Tierrechte und veganem Lifestyle sind von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Co-Autoren.