Hunde-Tierversuche: Diese Beagles werden angebrüllt und vergiftet

Sind sie nicht niedlich, herzerwärmend, liebenswert? Und wie! Hunde gehören zu unseren liebsten tierischen Mitbewohnern, etwa 9 Millionen können sich hierzulande über ein liebevolles Zuhause freuen. Wer die Vierbeiner an seiner Seite liebt, ist bemüht, das bestmögliche für ihr Wohlbefinden zu tun: Ein Plätzchen auf dem Sofa, die gesündeste und leckerste Nahrung und ein Auge auf die medizinische Versorgung hat eigentlich jeder Mensch für seinen Schützling.

Mitten in Europa: Missbrauch an Hunden, völlig legal

Was viele Hundeliebhaber nicht wissen: Nicht allen Tieren geht es so gut wie denen, mit denen wir täglich schmusen. Knapp 4.000 Hunde fristen allein in Deutschland ein schmerzvolles Dasein – in Versuchslaboren. Die Tiere leiden und sterben vor allem für die Erforschung von Tierkrankheiten und für gesetzlich vorgeschriebene Giftigkeits- und Unbedenklichkeitsprüfungen von Tier- und Humanarzneimitteln.
 

Welche Qualen ein Tier in einem Labor durchleiden muss, übersteigt meist unsere Vorstellungskraft. Obwohl jedes Jahr weltweit zwischen 100 und 300 Millionen Tiere in Versuchslaboren leiden, gibt es vergleichsweise nur wenige Bild- und Videoaufnahmen, die das Leiden der Tiere dokumentieren. Aus gutem Grund: In den meisten Fällen könnte man mit einem Aufschrei der Bevölkerung rechnen. In der Vergangenheit führten versteckt gemachte Aufnahmen oder Meldungen von Whistleblowern immer wieder zu heftigen öffentlichen Debatten, zur Aufdeckung von massiven Verstößen gegen Tierschutzgesetze und zu rechtskräftigen Verurteilungen. Also tun die Labore alles dafür, das Unrecht hinter verschlossenen Türen zu halten.

Das Elend hat mehrere Ebenen

Körperliche Schäden

Tierversuche haben zwangsläufig mit Krankheit zu tun – Krankheit beim Menschen, die untersucht, geheilt oder vermieden werden soll. Um das an Tieren zu testen, werden diese zuerst geschädigt. Bei den Tieren werden künstlich Krankheiten oder Symptome ausgelöst, giftige Substanzen injiziert oder Sonden in den Körper (oft in den Kopf) hineinoperiert.
Unter den Hunden sind oft Beagle die Leidtragenden, da sie ausgeglichene und menschenfreundliche Tiere sind. Den friedfertigen Geschöpfen werden in Versuchslaboren die Herzvenen abgeschnürt, um Herzinfarkte auszulösen. Sie führen ein leidvolles Dasein und einen qualvollen Tod in Laboren, die Muskeldystrophie erforschen. Und ihnen werden Masken über das Gesicht gezogen, damit sie giftige Zigarettensubstanzen einatmen. Sie werden sogar für die Entwicklung von Hundefutter – für unsere vierbeinigen Freunde zu Hause! – zu einem Leben in Hoffnungslosigkeit verurteilt.
 

Psychische Schäden durch Vernachlässigung und Gewalt

Hunde sind – genau wie Affen, Schweine, Mäuse, Menschen und andere Tiere – soziale Wesen. Sie fühlen seelischen Schmerz genauso wie körperlichen. Sie sehnen sich nach Sozialkontakten! Spielen mit Mamas wedelndem Schwanz, liebevolle Streicheleinheiten auf dem Sofa, Kuscheln mit Artgenossen oder Menschen: Das sind die natürlichen Wünsche eines Hundes. Doch als „Labortier“ wird einem Hund alles verwehrt, was ihm ein wenig Freude oder Glück ermöglichen würde. Stattdessen vergeht seine Lebenszeit isoliert zwischen Gitterstäben, auf kaltem Boden und ohne je Sonnenlicht oder die Natur zu sehen.

Dass es noch schlimmer kommen kann, ist eigentlich kaum auszumalen. Aber zu all den Quälereien, von denen Sie bis zu dieser Zeile erfahren haben, kommt hinzu, dass Tiere in Laboren oft auch körperliche und seelische Gewalt ertragen müssen. Egal wie sehr sich Institute das Wohlbefinden der Tiere auf die Fahne schreiben – Recherchen haben immer wieder unhaltbare Missstände in Laboren aufgedeckt, bei denen die Tiere in Käfige geworfen, aus Käfigen gezerrt, getreten, angebrüllt und beschimpft wurden.

Welche Folgen die Gefangenschaft im Labor für die Psyche eines Hundes haben kann, können Sie in diesem Blog-Interview lesen. Es handelt sich um einen Beagle, der das Glück hatte, nach seinem Dasein im Labor in ein einfühlsames, liebevolles Zuhause vermittelt zu werden. 
 

Was Sie tun können

Am einfachsten kann man die Industrie mit dem täglichen Konsum beeinflussen. Achten Sie also bei der Nahrung für Ihren tierischen Liebling, bei Zigaretten und bei Kosmetikartikeln darauf, tierversuchsfreie Marken zu unterstützen. Auch beim Flug in den Sommerurlaub haben Sie die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen – buchen Sie keinen Flug bei Air France, bis auch sie sich endlich als weltweit letzte große Fluggesellschaft dazu entschließt, keine Affen mehr in Versuchslabore zu fliegen!

Aber auch mit einer schnellen Unterschrift ist ein Schritt im Kampf gegen Tierversuche getan. Helfen Sie uns mit Ihrer Stimme bei unseren Petitionen:

Unsere Autoren

Sabrina Engel

Sabrina hat Biotechnologie in Berlin studiert und hofft auf eine Zukunft, in der sich die Menschen einig sind, dass Tiere auszubeuten niemals eine gute Idee ist.