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„Isar-Riviera“ soll Wasserschutzgebiet werden – PETA bittet Münchner OB um Reservat für Fische und Schwimmer

 
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Vorbild: Fürstentum Monaco

Stand November 2017
München / Stuttgart, 17. November 2017 – Ein neuer Blick auf Fische: PETA hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter in einem Schreiben gebeten, die Isar am Münchner Flaucher, auch „Isar-Riviera" genannt, zum Wasserschutzgebiet zu erklären, um Fischen einen Rückzugsort zu ermöglichen. Das Referat für Gesundheit und Umwelt der bayerischen Landeshauptstadt erklärte gegenüber der Tierrechtsorganisation, die „aquatische Fauna“ werde bereits nach der europäischen Fauna-Flora-Habitatsrichtlinie geschützt. Laut Isar-Fischer e.V. wird dort jedoch regelmäßig geangelt. PETA hingegen wünscht sich ein Unterwasserreservat nach dem Vorbild von Monaco.

„Der Flaucher-Strand an der Isar ist ein schöner und beliebter Ort, an dem Einheimische und Touristen Erholung finden und Fische beim Schwimmen von einer ganz neuen Seite kennen lernen könnten – nicht als Beutetiere, sondern als zutrauliche und faszinierende Lebewesen“, so Dr. Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Insbesondere auch für Kinder wäre ein solches Reservat eine große Bereicherung.“

Die Münchner Isar genießt ein hohes internationales Renommee und könnte mit der Einrichtung eines Reservates  ein wichtiges Zeichen für den Schutz der Isar-Fische und der Fischpopulationen weltweit setzen, deren Bestände schrumpfen. „Mehr als 30, zum Teil bedrohte, Fischarten  leben in der Isar, doch kaum jemand kennt sie“, so Breining.
In Monaco sind der gesamte Stadtstrand Larvotto und das etwa 30 Hektar umfassende Küstengebiet bereits seit 1976 als Meeresschutzgebiet ausgewiesen [1]. Hunderte neugierige Fische halten sich hier freiwillig in Ufernähe bei den Menschen auf, da ihnen aufgrund des Fischereiverbots keine Gefahr droht. Dadurch können Badegäste allen Alters die zutraulichen Tiere neu entdecken und friedlich mit ihnen schwimmen.

Weltweit sind einer neuen wissenschaftlichen Studie zufolge zwischen 79 bis 90 Prozent der älteren Fische in Fischpopulationen aufgrund der Überfischung vom Aussterben bedroht. Die Autoren der Studie schlagen daher ebenfalls die Einrichtung von Meeresschutzgebieten vor.

PETA weist darauf hin, dass Fische individuelle Persönlichkeiten sind, die auf vielfältige Weise kommunizieren. Sie schließen Freundschaften – auch mit Menschen – und zeigen ihre Zuneigung durch Körperkontakt. Manche Fische jagen gemeinsam, nutzen Werkzeuge und können Menschengesichter unterscheiden [2].

Neben internationalen wissenschaftlichen Studien, die bestätigen, dass Fische Schmerzen spüren, kommt auch das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt werden sollten.“ [3]

Auch auf Sylt und in der Ostsee hat PETA eine Anfrage auf ein Unterwasserreservat gestellt. Der Umweltausschuss am Timmendorfer Strand wollte noch im Herbst darüber beraten.

[1] http://www.monaco-consulate.com/?page_id=36.
[2] Jonathan Balcombe (2016): What a Fish Knows: The Inner Lives of Our Underwater Cousins.
[3] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichungen von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Fische-Schmerz-Neocortex

Kontakt:
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de