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Jäger tötet grundlos Fuchswelpen in Garten – PETA erstattet Anzeige

Jäger tötet Fuchswelpen
In Eisenberg in Thüringen tötete ein Jäger Anfang April 2020 grundlos vier Fuchswelpen. [1] Die Tierkinder hatten sich in einem Garten unter einer Holzterrasse zusammengekuschelt wie ein großes Wollknäuel. Sie warteten vermutlich auf die Rückkehr ihrer Mutter, die auf Nahrungssuche für ihre Kinder war. Als der Gartenbesitzer die kleinen Füchse fand, informierte er ein Tierheim. Doch als der Mitarbeiter des Tierheims ankam, waren die Welpen bereits weg – ein Jäger hatte sie in eine Tüte gesteckt und mit in sein Revier genommen. Dort hat er die Tierbabys erschossen. Sollte ihre Mutter zurückgekehrt sein, suchte sie vergeblich nach ihren vier Kindern unter der Holzterrasse im Garten.

Jäger zeigt keinerlei Einsicht

Medienberichten zufolge zeigte der Jäger keinerlei Einsicht, dass er falsch gehandelt habe. [2] Er begründete das Erschießen der Tierkinder damit, dass diese in wenigen Wochen möglicherweise Hühner aus der Nachbarschaft erbeutet hätten. Dabei ernähren sich Füchse in der Regel von Mäusen, Insekten und Früchten. [3] Die Begründung des Jägers für die Tötung der Fuchswelpen ist daher vorgeschoben. In Jägerkreisen sind Füchse vielfach verhasst und werden als Jagdkonkurrenten betrachtet.

Jäger tötet Fuchswelpen

Wir von PETA erstatten Anzeige

Wir von PETA haben Strafanzeige gegen den Jäger wegen des grundlosen Tötens mehrerer Lebewesen erstattet. Laut Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes liegt kein „vernünftiger Tötungsgrund“ vor.

„Es ist unfassbar, dass der Jäger die vier hilflosen Fuchswelpen zu Schädlingen degradiert und getötet hat! Wir fordern, dass der Hobbyjäger – der offenbar nicht ausreichend über die Bedeutung von Füchsen für ein intaktes Ökosystem informiert ist – hart bestraft wird.“

Nadja Michler, Fachreferentin PETA


Wir fordern das zuständige Landratsamt auf, dem Jäger außerdem den Jagdschein zu entziehen.

Die Fuchsjagd muss gestoppt werden

Füchse sind nicht nur sehr familiäre Tiere, sondern auch die Gesundheitspolizei des Waldes. Sie erbeuten schwache und kranke Tiere und halten damit beispielsweise die Population der Mäuse gesund.


Jäger beschuldigen Füchse oft für den Rückgang der Rebhuhn- oder Feldhasenpopulationen. Dabei sind sich Experten einig, dass dies dem schwindenden Lebensraum der Wildtiere durch die industrielle Landwirtschaft geschuldet ist. [4, 5] Zudem töten Jäger selbst jährlich rund 190.000 Feldhasen. [6] Auch die Angst vor dem Fuchsbandwurm oder der Tollwut wird von Jägern als Argument benutzt, um Füchse zu töten. Dabei ist es wahrscheinlicher, von einem Blitz getroffen zu werden, als sich mit einem Fuchsbandwurm zu infizieren und Deutschland ist bereits seit 2008 offiziell frei von terrestrischer Tollwut.

Hobbyjäger töten in Deutschland jedes Jahr mehr als 400.000 Füchse. Die Wildtiere werden in Fallen häufig langsam zu Tode gequetscht oder verstümmelt, mit Gewehren erschossen und bei der Bau- und Treibjagd von Jagdhunden vor die Flinten der Jäger gehetzt. Nicht selten werden Tiere bei der Jagd angeschossen und sterben nicht sofort, sondern flüchten verwundet. Dann leiden sie oft tagelang, bis sie ihren Verletzungen erliegen. Wir fordern, dass die Fuchsjagd in Deutschland flächendeckend verboten wird!

Jagdsaison

Was Sie tun können

  • Wenn Sie Zeuge von Tierquälerei werden, sehen Sie nicht weg, sondern melden Sie dies an uns oder die zuständige Behörde.
  • Bestellen Sie unser Demo-Paket gegen die Fuchsjagd und werden Sie selbst aktiv.
  • Unterschreiben Sie unsere Petition für ein Ende der Fuchsjagd in Deutschland.


[1] Ostthüringer Zeitung (06.04.2020): Jäger muss mit zwei Anzeigen rechnen, https://www.otz.de/regionen/eisenberg/jaeger-muss-mit-zwei-anzeigen-rechnen-id228858603.html, (eingesehen am 21.04.2020)
[2] Ostthüringer Zeitung (08.04.2020): Tierschützer überrascht: Vier junge Füchse in Eisenberg gefunden und erschossen, https://www.otz.de/regionen/eisenberg/vier-junge-fuechse-in-eisenberg-gefunden-und-erschossen-id228852717.html, (eingesehen am 21.04.2020)
[3] Kaphegyi, T. A. M. (2002): Untersuchungen zum Sozialverhalten des Rotfuchses (Vulpes vulpes L.), Dissertation Forstwirtschaftliche Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
[4] Bundesamt für Naturschutz (29.03.2013): Wer versteckt in der Zukunft die Ostereier?, https://www.bfn.de/presse/pressearchiv/2013/detailseite.html?tx_ttnews%5Btt_news%5D=4540&cHash=ed188ed0f332c1d37f4658d726176384, (eingesehen am 21.04.2020)
[5] Bundesamt für Naturschutz: Rebhuhn, https://natursportinfo.bfn.de/tierarten/voegel/huehnervoegel/rebhuhn.html, (eingesehen am 21.04.2020)
[6] Deutscher Jagdverband: Jahresstrecke Feldhasen 2018/2019, https://www.jagdverband.de/sites/default/files/2020-02/2020-02_Infografik_Jahresstrecke_Feldhasen_2018_2019.jpg, (eingesehen am 21.04.2020)

Unsere Autoren

Friederike Huth

setzt sich als Editor und Coordinator im Online Marketing für die Rechte der Tiere ein.