Diese Jägerin freut sich, eine seltene Giraffe erschossen zu haben

Jaegerin GiraffeCBS News

2017 erschoss die amerikanische Trophäenjägerin Tess Talley eine seltene schwarze Giraffe in Südafrika. Das Foto ging um die Welt und löste Fassungslosigkeit aus. Nun trat die herzlose Jägerin in einer US-Fernsehsendung auf und machte klar: Sie bereut ihre Tat nicht und hat keine Skrupel, lachend von ihrer sinnlosen Tötung zu erzählen. Sehen Sie selbst:

Talley berichtet begeistert von den Kissenhüllen und einer Gewehrtasche, die aus der Haut des bedrohten Tieres gefertigt wurden. Das Fernsehteam begleitet sie sogar bei der Jagd auf ein Gnu auf einer texanischen Farm.

Das Märchen vom Artenschutz

Wie viele andere Jägerinnen und Jäger versteckt sich auch Talley hinter dem Märchen, Jagd sei Artenschutz. Bei genauerer Nachfrage kann sie diese leere Worthülse allerdings nicht mit Fakten füllen. Kein Wunder, denn die Wahrheit ist: Großwildjäger reduzieren die Tierwelt in erheblichem Ausmaß, denn sie wollen meist die stärksten und schönsten Tiere erschießen. Gerade diese sind aber für die Arterhaltung am wichtigsten, da sie in der Regel für Nachkommen und das Überleben einer Art sorgen.

Aus einer wissenschaftlichen Studie über die Jagd auf Löwen in Tansania geht beispielsweise hervor, dass die legale Trophäenjagd – und nicht etwa Wilderei oder der Verlust von Lebensräumen – der Hauptfaktor für den deutlichen Rückgang der Wildtiere ist. Die legale Trophäenjagd begünstigt zudem die Jagdwilderei: Weil „legale“ Trophäen im Umlauf sind, fällt es Artenschützern und Behörden schwer, diese von den illegal gejagten Körperteilen zu unterscheiden.
 
Auf Jagdmessen wie dieser in Dortmund wird das Töten teils seltener Tiere angepriesen.
Dass Talley über ihre wahren Motive lügt, fällt auch einem der Moderatoren auf. Er kritisiert, dass das Gerede über Artenschutz nur vorgeschoben scheint. Irgendwann hält sich die Jägerin nicht mehr zurück und es platzt aus ihr heraus:

„Ich bin keine Artenschützerin – ich bin Jägerin.“

Dem ist wohl nichts mehr hinzuzufügen.

Was Sie tun können

Auch schätzungsweise 50.000 Deutsche reisen jährlich ins Ausland, um auf Großwildjagd zu gehen. Die Anbieter von Jagdreisen lassen wohlhabenden Kunden dabei keine Wünsche offen, denn selbst Abschussgenehmigungen für vom Aussterben gefährdete Arten wie beispielsweise Elefanten, Nashörner, Löwen oder Eisbären können für viel Geld erworben werden.

Obwohl das Töten eines Tieres ohne „vernünftigen Grund“ nach deutschem Recht verboten ist, erlaubt die Bundesregierung grundsätzlich die Einfuhr von Jagdtrophäen wie Stoßzähne,

Felle und präparierte Körperteile. Bitte unterzeichnen Sie unsere Petition für einen Importstopp von Jagdtrophäen.

Unsere Autoren

Nadja Winter

ist Politikwissenschaftlerin, Brotliebhaberin und Hundehaareinsammlerin.