Jagdhunde hetzen schwer verletzten Fuchs in einen Garten

Stellen Sie sich vor, Sie schauen zu Hause aus dem Fenster und blicken auf eine romantisch verschneite Schneelandschaft, als plötzlich ein schwer verletzter Fuchs in Ihren Garten flüchtet, um sich vor vier oder fünf abgerichteten Jagdhunden zu retten, die hinter ihm her sind und ihn anschließend attackieren.

Der Fuchs scheint unvorstellbare Schmerzen zu haben und sein verwundeter Körper färbt den Schnee in ein leuchtendes Rot. Erst viel später taucht der Inhaber des örtlichen Jagdreviers auf und erschießt ihn mit einem ohrenbetäubenden Knall.
 
All diese Szenen spielten sich vor Andreas Nemitz‘ Augen ab, der daraufhin Anzeige erstattete. Auch wir sind bestürzt und haben ebenfalls Anzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutz- und Jagdgesetz erstattet. Scheinbar war eine Drückjagd aus dem Ruder gelaufen, allerdings hatten mehrere Augenzeugen berichtet, dass der Fuchs keinerlei Schussverletzungen gehabt hatte. Es ist wahrscheinlich, dass er erschossen werden musste, weil er von den Hunden derart schwer verletzt worden war.

Auf der Seite der Verantwortlichen gibt es keinerlei Reue. Der Vorsitzende des Kreisjagdverbands Weilheim sagte sogar: „Was dort stattgefunden hat, ist in Ordnung.“ – Ein Statement, das Schlüsse zulässt, wie brutal die Jagd erst sein muss, wenn keiner zusieht.

„Es ist völlig verantwortungslos, dass eine unbeaufsichtigte Meute Jagdhunde einen Fuchs bis auf das Privatgrundstück einer unbeteiligten Person hetzt und die beteiligten Jäger dies als ‚in Ordnung‘ befinden. Dies lässt vermuten, dass sie auch in Zukunft die Gefährdung von Mensch und Tier in Kauf nehmen würden, um ihr blutiges Hobby ausüben zu können“,

Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA.


 
 

Das passiert bei der Drückjagd


Bei Drückjagden werden Füchse und andere Tiere mithilfe von abgerichteten Jagdhunden oder sogenannten Treibern aus ihren Verstecken und vor die Flinte der Jäger getrieben. Oft fliehen angeschossene oder verletzte Tiere und sterben einen langsamen sowie grausamen Tod. Dabei ist die Jagd völlig unnötig: Wildtierpopulationen regulieren sich schließlich durch Umwelteinflüsse wie Witterung, Nahrungsverfügbarkeit oder Krankheiten von selbst.



 

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Unsere Autoren

Isabella Lynley

Als Content Producer kämpft Isabella Lynley für die Rechte ALLER Tiere.