Bauern ziehen toten Kälbern die Haut ab und umwickeln lebende damit

Wer vegan lebt, dem wird oft vorgeworfen, „ein bisschen extrem“ zu sein. Etwas wirklich Extremes beschreiben allerdings aktuell unsere Kolleginnen und Kollegen von PETA USA in ihrem Blog.

Sie berichten von einer landwirtschaftlichen Praktik, mit der Kuhmütter getäuscht werden sollen. Gebärt eine Kuhmutter ein totes Kalb oder stirbt das Kalb kurz nach der Geburt, wird diesem Kalb die Haut abgezogen. Dann suchen sich die Bauern ein anderes Kalb, das von seiner Mutter nicht angenommen wird. Sie umwickeln es mit der Haut des toten Kalbes und fixieren den „Hautmantel“ mit einer Schnur. Die Mutter soll so dazu gebracht werden, ein Kalb zu adoptieren und aufzuziehen.
Die folgenden Bilder zeigen die Anwendung dieser abscheulichen Methode.


Noch deutlicher wird das Vorgehen in diesem Video:


Das Ganze mag einem vorkommen wie eine Szene aus einem Film mit Hannibal Lecter. Doch für die Kuhmütter und die Kälber ist es bittere Realität. Einige Bauern und Bäuerinnen posteten auf Facebook ergänzende Tipps zu dem sogenannten „Calf Grafting“ (Kälbertransplantation). So wird etwa geraten, man solle das verstoßene Kalb mit der Nachgeburt einreiben. Ein anderer Nutzer sagt, man könne sich die Arbeit sparen, das Kalb zu häuten: Man solle das tote, noch feuchte Kalb, einfach gegen das lebende reiben. Allerdings räumt derselbe Nutzer auch ein, einige Kühe „wollen einfach keine Mütter sein“. Das lässt bereits anklingen, dass auch der tierausbeutenden Industrie bewusst ist, dass Kühe Individuen mit ganz eigenem Charakter sind.
Trotzdem zwingt man Kühe in der Fleisch- und Milchindustrie, immer wieder Kälber zu bekommen, die ihnen dann weggenommen werden. Denn die Industrie will an die Milch und das Fleisch der Kälber. Die Kühe haben keine Wahl: Sie werden mehrfach in ihrem Leben zwangsbefruchtet. In den USA nennen einige Landwirt/-innen die Gestelle, in die man die Kühe dafür pfercht, „Rape Racks“, also Vergewaltigungsgestelle. Wer schon einmal die Serie „The Handmaid’s Tale“ gesehen hat, wird schnell Parallelen zwischen den Frauen der Serie und diesen Kühen feststellen.


Die Emotionen von Kuhmüttern unterscheiden sich kaum von den Emotionen menschlicher Mütter. Sie lieben – und sie trauern. Trotzdem entreißt man ihnen – nach der erzwungenen Schwangerschaft – ihre Kinder, um ihre Milch für den menschlichen Konsum zu verkaufen. Für Mutter und Kind ist diese Erfahrung traumatisch. Doch solange noch Kund/-innen diese ausbeutende Industrie mit ihrem Geld unterstützen, wird der Kreislauf des Leids für Mutter und Kind weitergehen. Wer dafür nicht mitverantwortlich sein möchte, kann problemlos auf pflanzliche Milchalternativen umsteigen. (Dann muss man sich auch keine Gedanken mehr darüber machen, womit die Tiere umwickelt oder eingerieben wurden, denen der Mensch die Milch wegtrinkt.)


Bei der Praktik des Calf Grafting geht es nicht darum, einer Kuh nach einem tragischen Verlust zu helfen. Es geht darum, Mutter und Kind so geschäftstüchtig wie möglich auszubeuten.

Unsere Autoren

PETA Team

Die Blogartikel zu den Themen Tierrechte und veganem Lifestyle sind von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.