Blog Tierische Mitbewohner

Illegaler Welpenhandel verhindert: Dieser Kangal wurde gerettet

geretteter Kangal sitzt auf dem Boden

Mitte November 2019 wurde PETA gemeinsam mit dem Tierschützer Stefan Klippstein und dem Fernsehsender „Kabel Eins“ auf eine Internetanzeige aufmerksam, in der ein junger Kangalwelpe mit abgeschnittenen Ohren angeboten wurde. Immer wieder finden sich auf der Internetplattform „Quoka.de“ solch dubiose Anzeigen. Erst im vergangenen Februar konnte PETA eine Dobermann-Züchterin überführen, die ihre illegal kupierten Hunde ebenfalls auf „Quoka.de“ angeboten hatte.

Aktuelle Recherchen bei der Verkäuferin des Kangals ergaben, dass der Hund ohne ausreichenden Impfschutz illegal aus der Türkei nach Deutschland geschmuggelt worden war. Die Ohren waren ihm bereits im Ausland kupiert worden.

Kupieren der Ohren in Deutschland verboten

Das Kupieren der Ohren ist ein äußerst schmerzhafter Eingriff, der oftmals ohne ausreichende Narkose durchgeführt wird. Den Tieren wird hierbei bei vollem Bewusstsein ein Teil der Ohren abgeschnitten, häufig mit einem Skalpell oder einer Schere. Nach dem Eingriff leiden viele Hunde ihr Leben lang an Schmerzen. Daneben sind sie auch in der Kommunikation mit Artgenossen für immer eingeschränkt.
 

In Deutschland sollte er weiterverkauft werden

Ein deutscher Tierarzt hatte für den Kangal deutsche Papiere ausgestellt – vermutlich um die Herkunft des Hundes zu verschleiern. Im Rahmen der Recherche täuschten Ermittler Interesse an dem Tier vor, um so weitere Beweise zu sichern und diese an die zuständigen Behörden zu übergeben.

Aufgrund der eindeutigen Beweislage und des drohenden Verkaufs des jungen Kangals informierten PETA und das TV-Team sofort die Polizei, die nicht zögerte, sondern umgehend mit sechs Beamten vor Ort war. Mithilfe der gesicherten Beweise konnte das Tier direkt beschlagnahmt und auf die Polizeiwache des Abschnitts 14 in Berlin gebracht werden. PETA zeichnete die Beamten für ihr schnelles Eingreifen im Sinne des Tierwohls mit einer „Helden für Tiere“-Urkunde aus.
 
Der verängstigte Kangalwelpe wurde vom Tierheim Berlin aufgenommen und musste aufgrund des fehlenden Impfschutzes für einige Wochen in Quarantäne. Kurze Zeit später wurde der Vierbeiner zur Vermittlung freigegeben und durfte sich in ein neues liebevolles Zuhause aufmachen.
 
Hunde Welpe
© by Stefan Klippstein

Welpenhandel floriert in Berlin

Trotz aller Bemühungen von Tierschützern floriert der Handel mit jungen Welpen noch immer – besonders Berlin gilt als „Hotspot“ der Welpenmafia. Viel zu junge und oftmals todkranke Hunde werden über Internetportale angeboten und auf offener Straße verkauft. Die mafiösen Welpenhändler verschwinden nach dem Verkauf, zurück bleiben Welpen, die im neuen Zuhause nicht selten nach wenigen Tagen versterben.
 

Hunde Welpe
© by Stefan Klippstein
Studien der EU belegen, dass jeden Monat etwa 50.000 Hundebabys zwischen den EU-Mitgliedsstaaten transportiert werden. Tag für Tag werden Tausende von ihnen auf Internetplattformen wie „Quoka.de“, „deine-Tierwelt.de“ oder auf „snautz.de“ völlig anonym inseriert und verkauft. In den wenigsten Fällen können Tierschützer, die Behörden oder die Polizei solche illegalen Machenschaften aufdecken. Aus diesem Grund benötigt Deutschland dringend schärfere Kontrollen und Strafen für illegale Tierhändler. Denn nicht selten zahlen die Hundekinder den Handel mit ihrem Leben.
 
Hunde Welpe gerettet
© by Stefan Klippstein

Was Sie tun können

  • Bitte kaufen Sie niemals ein Tier im Internet. Die Aufnahme eines tierischen Mitbewohners bedeutet eine große Verantwortung. Wenn Sie sich ausreichend Gedanken über die Adoption eines tierischen Freundes gemacht haben, dann besuchen Sie bitte ein lokales Tierheim oder einen Tierschutzverein.
  • Jedes Jahr landen über 390.000 Tiere in deutschen Tierheimen, sie alle haben die Chance auf ein liebevolles Zuhause verdient!



Die ganze Folge zum aktuellen Fall des Welpenhandels in Berlin ist am kommenden Dienstag, 03.03.2020 ab 18:55 Uhr bei „Achtung Kontrolle“  auf Kabel 1 zu sehen.

Unsere Autoren

PETA Team

Unsere Blogbeiträge zu den Themenbereichen Tierrechte und Veganes Leben werden von Mitarbeitern von PETA Deutschland und externen Co-Autoren verfasst.