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Warum Pferde nichts bei Karnevalumzügen zu suchen haben

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Bitte setzen Sie sich für ein Verbot ein

Stand Februar 2018
Fliegende Pralinenschachteln, angetrunkene Menschenmassen und enormer Lärm - für Pferde ist ein Einsatz bei Karnevalsumzügen purer Stress. Damit sie die hohe Belastung überhaupt aushalten, werden viele von ihnen mit Betäubungsmitteln sediert [1] [2]. Andere werden mit Gewalt durch die Gassen gezerrt. Die Unfallgefahr ist immens hoch, weil Pferde Fluchttiere und sehr schreckhaft sind. Immer wieder kommt es zu dramatischen Unfällen, bei denen Menschen und Tiere zu Schaden kommen.
Gewaltsames Zerren an einem Pferd im Kölner Karneval

Obwohl der Tiermissbrauch offensichtlich ist, brauchen die lobbystarken Karnevalsvereine weder Politik noch Behörden fürchten. Selbst kranke Tiere werden entgegen der selbst aufgestellten Regeln durch viele Stunden andauernden Trubel getrieben. In Köln brach 2017 die 19-jährige Querida mitten während des Umzugs zusammen, obwohl bekannt war, dass sie an „Schale“ litt. Dabei handelt es sich um eine chronische Knochen- und Gelenkerkrankung, bei der die Sturzgefahr mit zunehmender Belastung steigt.


Was Sie tun können


In mehreren Städten sind Pferde bei Karnevalsumzügen aufgrund einschlägiger Erfahrungen verboten oder nur mit Einschränkungen erlaubt. Bitte appellieren Sie höflich an die Oberbürgermeister der Karnevalshochburgen Köln, Bonn, Düsseldorf und Aachen, Pferde bei Karnevalsumzügen künftig nicht mehr zuzulassen:

Frau Henriette Reker oberbuergermeisterin@stadt-koeln.de
Herr Ashok Sridharan oberbuergermeister@bonn.de  
Herr Thomas Geisel thomas.geisel@duesseldorf.de
Herr Marcel Philipp oberbuergermeister@mail.aachen.de


Mehrheit der Bürger für ein Verbot


Eine repräsentative INSA-Meinungsumfrage ergab Anfang 2018, dass sich mit 47 % eine knappe Mehrheit der Bürger in NRW für ein Verbot von Pferden bei Karnevalsumzügen ausspricht. 45 % der Befragten äußerten keine Bedenken.


„Desensibilisierung“ als tierquälerische Trainingsmethode


Ebenfalls zu kritisieren sind die tierschutzwidrigen Trainingsmethoden, mit denen die Tiere im Vorfeld „desensibilisiert“ werden. Dazu werden die Pferde regelmäßig mit lauter Musik beschallt oder durch Knallgeräusche erschreckt. Scharfe Gebisse kommen ebenfalls zum Einsatz, um die Pferde mit Schmerzen kontrollieren zu können.


Wie Pferde leben wollen


Pferde sind sehr sensible und soziale Lauftiere, die in einer Herde leben möchten. Sie benötigen neben ausreichend Auslauf – vorzugsweise in einer Aktiv- oder Offenstallhaltung – auch gutes Futter und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Ein Pferd kann in guter Haltung 35 Lebensjahre und mehr erreichen.


Quellen:
[1] Bonner General-Anzeiger vom 17.02.2017: „Tierärzte verweigern Betreuung der Pferde“. Online unter: www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/stadt-bonn/Tier%C3%A4rzte-verweigern-Betreuung-der-Pferde-article3477298.html. Letzter Zugriff: 5.2.18
[2] Kölner Stadtanzeiger vom 18.06.2017: „Queridas Sturz befeuert Debatte um Tierquälerei – auch Vorfälle in der Region. Online unter: www.ksta.de/koeln/karneval-in-koeln/rosenmontag-queridas-sturz-befeuert-debatte-um-tierquaelerei---auch-vorfaelle-in-region-25941092. Letzter Zugriff: 5.2.18