Keine Unterstützung für den „International Woolmark Prize“ – PETA fordert Finalisten Serhat Işık auf, in Zukunft mit tierfreundlichen und nachhaltigen Materialien zu arbeiten

Herne / Stuttgart, 14. Februar 2020 – Jedes Jahr verleiht die Woolmark Company im Rahmen der London Fashion Week den International Woolmark Prize, bei dem Designer, die mit australischer Merinowolle arbeiten, ausgezeichnet werden. Die riesige Wollindustrie Australiens ist jedoch auch eine Ursache für die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels, mit denen das Land momentan zu kämpfen hat. Australien verzeichnete 2019 das heißeste und trockenste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Buschbrände nahmen nie zuvor dagewesene Ausmaße an, wüten noch immer und haben Berichten zufolge bereits rund 100.000 Schafe allein auf Kangaroo Island getötet. Daneben fielen den Feuern Millionen Wildtiere wie Koalas, Vögel und Reptilien zum Opfer. Zudem ist Gewalt gegenüber Schafen in Wollbetrieben an der Tagesordnung – egal, wo auf der Welt sich diese befinden. Deshalb appelliert PETA nun in einem Brief an Serhat Işık, Designer und Finalist des International Woolmark Prizes, seine Beteiligung an dem Preis zu beenden und in Zukunft ausschließlich mit veganen, nachhaltigen Materialien zu arbeiten.  
 
„Wir finden es geschmacklos, einen Preis für ein Produkt zu verleihen, das den Tieren und der Umwelt so massiv schadet“, so Annabella McIntosh, Koordinatorin Osteuropa bei PETA Deutschland. „Es gibt inzwischen zahlreiche tierleidfreie und umweltfreundliche Materialien wie ‚Wolle‘ aus Hanf oder Soja.“
 
Wollproduktion schadet Schafen
PETA Deutschland und die internationalen Partnerorganisationen haben auf 100 Wollbetrieben auf vier Kontinenten recherchiert, darunter auch dutzende in Australien, und immer wieder einen routinemäßigen Missbrauch von Schafen festgestellt. Die Tiere wurden getreten, ins Gesicht geschlagen, mit metallenen Schermaschinen malträtiert, umhergeworfen und so schnell und gewaltsam geschoren, dass oft klaffende Wunden zurückblieben. Diese wurden ohne jegliche Schmerzmittel in den dreckigen Schurställen mit Nadel und Faden zugenäht.
 
Wollproduktion schadet der Umwelt
Was den Methanausstoß angeht, kann man die Haltung von Schafen mit der von Kühen vergleichen. Ausstöße der Gärprozesse im Darm bei landwirtschaftlich genutzten Tieren machen 73 Prozent von Australiens gesamten landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen aus. Und Schafe bilden in Australien die zweitgrößte Quelle solcher Emission. Hinzu kommt, dass in der Haltung Pestizide zum Einsatz kommen, die dann in Wasserwege gelangen, Wasseradern verschmutzen und Insekten, Fische und Krustentiere vergiften. Um es kurz zu machen: Wolle ist weder nachhaltig noch umweltfreundlich.
 
Alternativen zu Wolle
Es gibt viele innovative Materialien, die als Alternative zu Wolle genutzt werden können, beispielsweise ein auf Soja basierendes „pflanzliches Kaschmir“, biologisch abbaubares Tencel oder Fleece aus recycelten Plastikflaschen, Algen, Hanf oder Modal.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
Weitere Informationen:
How-to-wear-vegan.peta.org

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