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Brustkrebs-Vorsorge: „Finger weg von KFC!“

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Ein Gastbeitrag der New Yorkerin Elaine Sloan

Stand Juni 2011
Als ehemalige Brustkrebspatientin habe ich über Jahre hinweg eine Menge geschmackloser Beispiele von so genanntem „Pinkwashing“ gesehen, bei dem sich Unternehmen als Vertreter im Kampf gegen Brustkrebs präsentieren, gleichzeitig jedoch selbst durch ihre Geschäftstätigkeiten zum Fortschreiten der Krankheit beitragen.

Die neue „Buckets for the Cure“-Kampagne von KFC (Kentucky Fried Chicken) ist dabei allerdings wirklich kaum noch zu übertreffen. Noch bis Ende Mai 2010 hausiert die Hähnchen-Kette in den USA mit ihren rosafarbenen, mit Hähnchenteilen gefüllten Buckets – vorgeblich, um damit Spendengelder für die Brustkrebsforschung zu sammeln.

Man bedenke: Dies ist das gleiche Unternehmen, das erst vor kurzem einen gesundheitsschädlichen Albtraum aus Fett und Natrium mit dem Namen „Double Down Sandwich“ auf den Markt brachte – ein Sandwich mit Hähnchenbrustfilets als Brötchen-Ersatz, zwischen denen Schinken- und Käsescheiben liegen.

Ein Heilverfahren für Brustkrebs zu finden ist zweifelsfrei ein lobenswertes Ziel. Dennoch ist es bei Weitem wichtiger, die eigentliche Entstehung von Krebserkrankungen zu verhindern. Und das geschieht ganz sicher nicht, wenn man Verbraucher dazu ermuntert, eimerweise ungesundes Essen in sich zu stopfen.

Ein Blog-Eintrag zum Thema „Buckets for the Cure“ in der Washington Post weist darauf hin, dass laut dem US-amerikanischen Krebsforschungszentrum National Cancer Institute (NCI) „… Studien gezeigt haben, dass der Verzehr von gedünstetem, gebratenem oder gegrilltem Fleisch in großen Mengen unmittelbar mit einem erhöhten Risiko einer Neuerkrankung an Kolorektalkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Brustkrebs in Zusammenhang steht“.
Die Wissenschaft weiß seit langem, dass beim Dünsten von Fleisch, unter anderem auch von Hähnchenfleisch, bei hohen Temperaturen bestimmte krebserregende Stoffe entstehen.

Selbst der Verzehr des angeblich gesünderen gegrillten Hähnchens von KFC ist heikel, denn wissenschaftliche Untersuchungen dieses gegrillten Hähnchens aus sechs KFC- Restaurants wiesen in jeder einzelnen der sechs Proben PhIP nach, einen Stoff, der von der Regierung der Vereinigten Staaten als karzinogen klassifiziert wurde. In Dutzenden von Studien wurde bereits der Zusammenhang zwischen PhIP und einer Reihe von Krebserkrankungen wie beispielsweise Brustkrebs nachgewiesen.

Wir alle wissen, dass große Mengen von Fastfood schnell zu Übergewicht führen können und somit das Risiko von Krebserkrankungen erhöhen. Die American Cancer Society (ACS) weist auf ihrer Website darauf hin, dass Übergewicht und Fettleibigkeit bei Frauen in der Postmenopause das Risiko einer Erkrankung an verschiedenen Krebsarten, unter anderem Brustkrebs, erhöhen.

Für jeden, der bezweifelt, dass es einen Zusammenhang zwischen der persönlichen Ernährungsweise und dem eigenen Gesundheitszustand gibt, bin ich der lebende Beweis dafür, dass eine Umstellung der Essgewohnheiten Leben retten kann.

Als ich die Diagnose „Brustkrebs“ erhielt, war ich am Boden zerstört. Ich hatte keine Ahnung, was ich tun sollte und wem ich vertrauen konnte. Den Großteil meines Lebens hatte ich mich regelmäßig von Fleisch, Eiern und Milchprodukten ernährt. Nach meiner Brustamputation wusste ich allerdings, dass ich in meinem Leben einiges umstellen musste, um zu verhindern, dass der Krebs zurückkommt.

Mein Sohn legte mir damals nahe, mich künftig vegan zu ernähren.
Die Wissenschaft gibt ihm Recht, denn Studien, unter anderem aus England und Deutschland, haben gezeigt, dass das Risiko einer Krebserkrankung bei Fleischessern 40 Prozent höher liegt als bei Vegetariern. Eine Harvard-Studie mit knapp 136.000 Teilnehmern wies auf, dass Menschen, die häufig Hähnchen ohne Haut essen, was ja angeblich die „gesündeste“ Art des Fleischkonsums sein soll, ein 52 Prozent höheres Blasenkrebsrisiko haben.

Eine im März veröffentlichte Studie der Colorado State University (CSU) deckte auf, dass eine Ernährung, die in hohem Maß auf pflanzlichen Nahrungsmitteln und insbesondere auf Früchten, Gemüsen und Sojabohnen basiert, das Brustkrebsrisiko um 30 Prozent reduzieren kann.

Ich persönlich brauche keine weiteren Studien, die mich davon überzeugen sollten, dass eine vegane Ernährung gesundheitsfördernd und vitalisierend ist, denn ich fühle den Unterschied sprichwörtlich am eigenen Körper.

Seit ich meine Ernährung auf vegan umgestellt habe, habe ich weitaus mehr Energie und einen niedrigeren Cholesterinspiegel. Ich fühle mich insgesamt gesünder und muss mir keine Sorgen machen, denn ich weiß, dass es dank meiner gesunden Ernährungsweise weitaus unwahrscheinlicher ist, erneut an Krebs zu erkranken. Ich bin mittlerweile seit 18 Jahren Veganerin und genau so lange krebsfrei.
Ich hege keinerlei Zweifel, dass KFC darauf hofft, mit dem Verkauf unzähliger „Pink Buckets“ in den kommenden Monaten ein Riesengeschäft zu machen. Doch indem KFC die Tatsache vertuscht, dass der regelmäßige Konsum der Inhalte eben dieser rosafarbenen Buckets das Krebsrisiko von vornherein erhöhen kann, erweist die Hähnchen-Kette ihren Gästen eher einen Bärendienst.

Mein Tipp an alle, die Brustkrebs keine Chance geben wollen:
Decken Sie sich mit Früchten, Gemüse und anderen gesunden, pflanzlichen Nahrungsmitteln ein und lassen Sie die Finger von den KFC-Buckets.