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Kinder misshandeln Familienhund in Nordhausen – PETA erstattet Strafanzeige gegen Eltern und fordert Tierhalteverbot

Nordhausen / Stuttgart, 30, Juli 2020 – Warnsignal Tierquälerei unter Kindern: PETA wurde von einem Whistleblower ein Video zugespielt, auf dem zu sehen ist, wie die Kinder einer Familie in Nordhausen den eigenen Familienhund schwer misshandeln. In dem kurzen Video sieht man, wie eines der Kinder dem Hund über zwanzig Mal mit einem Metallnapf auf den Kopf schlägt. Ein weiteres Kind der Familie tritt auf das hilflose Tier ein, das sich verängstigt wegduckt und an die Hauswand drückt. Immer wieder wischt sich der misshandelte Hund schützend und aus Schmerz mit den Pfoten über den Kopf. Die Familie wurde nach dem Vorfall von der zuständigen Polizeibehörde und dem lokalen Tierschutzverein aufgesucht und zu dem Fall befragt. Sie steht nun unter Beobachtung der zuständigen Behörden. PETA erstattete Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Mühlhausen und fordert entsprechende psychotherapeutische Maßnahmen sowie die Erwägung eines Tierhalteverbots – der Hund müsse außerdem sofort aus der Familie genommen werden.
 
„Wenn Kinder Tiere quälen, ist das ein Warnsignal, dass hier dringend eingegriffen werden muss. Bleiben die Eltern uneinsichtig, müssen auch die für Kinderschutz zuständigen Behörden tätig werden“, so Jana Hoger, Fachreferentin für tierische Mitbewohner bei PETA Deutschland. „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei. Dem Hund muss umgehend geholfen werden – nicht auszudenken, was ihm in dieser Familie noch alles angetan wird.“
 
Hintergrundinformationen
Die Gründe und Formen von Tierquälerei durch Kinder sind unterschiedlich: Oft beginnt sie mit einer unzureichenden Versorgung der tierischen Mitbewohner. Weitere Gründe dafür, dass Kinder Tiere quälen, können ein negatives soziales Umfeld sein oder wenn die Tierquälerei der Selbstdarstellung dienen soll. Nicht selten ist Tierquälerei jedoch ein Zeichen für schwere psychische Probleme: Kinder quälen Tiere häufig aufgrund eigener Gewalterfahrung im häuslichen Umfeld, als Folge körperlichen oder seelischen Missbrauchs. In diesen Fällen kann die Misshandlung von Tieren der Bekämpfung von Gefühlen der Leere und Langeweile dienen, als Stimmungsregulierung, um das eigene Selbstwertgefühl zu erhöhen, um gezielt Aggressionen abzubauen, aus Sadismus oder als Reinszenierung eigener Traumata. Manche Kinder und Jugendlichen empfinden schlichtweg Freude und Genugtuung daran, anderen Lebewesen Leid zuzufügen. Oftmals findet ein solcher Missbrauch in einer Gruppe statt, in der sich Kinder untereinander zu der Tat aufstacheln. Kommen Fälle von Tierquälerei durch Kinder an das Tageslicht, sollte mit ihnen dringend über die Tat gesprochen und umgehend auch psychologische Hilfe aufgesucht werden. Denn etwa 80 bis 90 Prozent aller Kinder und Jugendlichen, die Tiere quälen, belassen es nicht dabei.
 
Ein erster Schritt zu mehr Mitgefühl – Kindern Freundlichkeit und Respekt für Tiere vermitteln
Einen respektvollen Umgang mit allen Lebewesen sollten Kinder und Jugendliche in erster Linie durch das Elternhaus, aber auch in der Schule lernen. Kindern und Jugendlichen muss vermittelt werden, dass auch Tiere Schmerzen und Leid empfinden. Erwachsene müssen dabei als Vorbild dienen – nur durch ihren respektvollen und mitfühlenden Umgang mit Tieren können Kinder lernen, dass alle Lebewesen schätzens- und schützenswert sind.
 
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
Das sendefähige Video schicken wir Ihnen auf Anfrage gerne zu.

Weitere Informationen:
PETA.de/Kinder-Misshandeln-Hund
PETA.de/Staatsanwalt
Unterrichtsmaterial.peta.de
 
Pressekontakt:
Valeria Goller, +49 711 860591-521, [email protected]