Klimawandel: Ursachen und was Sie dagegen tun können

Es ist wissenschaftlich und gesellschaftlich anerkannt, dass die Aktivitäten des Menschen hauptverantwortlich für den Klimawandel sind. Dies ist zugleich eine gute und eine schlechte Nachricht. Wir können etwas gegen den Klimawandel tun – aber wir müssen es unbedingt und unverzüglich tun!
 
Bis 2050 sollen die Klimaschutzziele der Pariser Verträge erreicht werden. Dazu werden in allen Sektoren Innovationen vorangetrieben. Die wichtigste Entscheidung betrifft jedoch den eigenen Konsum – weg von tierischen Produkten, hin zu einer rein pflanzlichen Ernährung.

Klimarelevanz der industriellen Tierhaltung

Schon 2006 besagte ein Bericht der UN-Welternährungsorganisation (FAO), dass die industrielle Tierhaltung – und damit der Konsum tierischer Produkte – Hauptverursacher der verhängnisvollsten Umweltprobleme unserer Zeit ist. Dies belegen auch weitere wissenschaftliche Studien, die uns zugleich zu einer Änderung unserer Ernährungsgewohnheiten auffordern (1).
  
Durch die Tierwirtschaft werden die drei klimarelevantesten Treibhausgase – Kohlenstoffdioxid, Methan und Lachgas – direkt und indirekt in großen Mengen ausgestoßen. Gemessen wird die Auswirkung durch Kohlenstoffdioxidäquivalente, wobei Methan eine 25-fach stärkere Auswirkung besitzt und Lachgas eine 310-fache. Methan entsteht durch die Verdauungsprozesse von Wiederkäuern und – genau wie Lachgas – bei der Düngung mit Gülle und durch die Ausscheidungen der Milliarden eingepferchten Tiere. Aufgrund der kurzen Halbwertzeit von Methan in der Atmosphäre ist eine schnelle Änderung der Klimarelevanz durch eine Ernährungsumstellung möglich (1,2).

Klimarelevanz durch verknüpfte Effekte

Der Regenwald ist nicht nur ein großer Lebensraum für Tiere und Pflanzen aller Art, sondern auch ein riesiger Kohlendioxidspeicher, in dem 50 Prozent des durch Vegetation gespeicherten Kohlendioxids lagern. Die landwirtschaftliche Tierhaltung insgesamt stellt eine Ressourcenverschwendung dar. Regenwälder werden abgeholzt, Unmengen an Soja, Getreide und Wasser verbraucht und jede Menge Energie verschwendet (1,2,3).

Einsparpotenziale durch Ernährungsänderung

Die landwirtschaftliche Tierhaltung, und damit der Konsum tierischer Produkte, ist in hohem Maße für den Klimawandel verantwortlich. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schreibt der Landwirtschaft 14,5 Prozent der weltweit ausgestoßenen Treibhausgase zu – dies ist der offizielle Wert seit 2013. Der weltweite Fleischkonsum erhöht sich seit Jahren (4). Neuere Studien sprechen von einem Anteil von rund 30 Prozent des gesamten Ernährungssektors. Den größten Teil dieser Treibhausgase verursachen tierische Produkte. Die Emissionen entstehen zum einen direkt durch den Verdauungsprozess oder die Ausscheidungen der Tiere, zum anderen indirekt durch die Abholzung der Wälder für die Anpflanzung von Futtermitteln und Weideflächen (Landnutzungsänderungen) (5). Die Umstellung auf eine vegane Lebensweise ist ein konsequenter Schritt, um das Klima zu schützen (6).
 
Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) veröffentlichte 2010 eine Studie, die dazu aufruft, den Verzehr von Fleisch und Milchprodukten zu verringern. Durch diese Ernährungsänderung kann der landwirtschaftlich bedingte Ausstoß von Methan und Lachgas um mehr als 80 Prozent reduziert werden. Schon 2008 kam das deutsche Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in einem Bericht zu dem Schluss, dass eine pflanzliche Ernährung über 40 Prozent der persönlichen Treibhausgasemissionen einsparen könnte (7,8).

2016 ergänzte der wissenschaftliche Beirat des BMEL die Einschätzung und gab an, dass eine rein pflanzliche Ernährung der Bevölkerung jährlich über 91 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid einspart (9).
 
Biologischer und regionaler Konsum wirkt sich positiv auf das Klima aus, jedoch ist die Wahl zwischen tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln entscheidender. Pro Kilogramm ist Butter das klimaschädlichste Lebensmittel, gefolgt von Rindfleisch. Aufgrund des hohen Konsums beeinflusst Schweinefleisch das Klima allerdings am meisten. Die steigende Nachfrage nach tierischen Produkten wirkt sich negativ auf den Treibhausgasausstoß aus, womit der landwirtschaftliche Sektor der relevanteste für Klimaentscheidungen ist (9,10,11).

Wenn der Konsum unverändert bleibt, sind die Klimaziele bis 2050 nicht zu erreichen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien fordern zu einer Konsumänderung hin zu einer rein pflanzlichen Ernährung auf. Tierische Produkte sind klimaschädlicher als pflanzliche – und ihr Verzehr ist weder aus geschmacklicher noch aus gesundheitlicher Sicht notwendig (1,2,6,7,10,12).

Was Sie tun können

Klimaschutz beginnt im Kleinen. Mit jeder Kauf- und Konsumentscheidung können Sie einen Impuls setzen. Die bisherige Entwicklung zeigt, dass es nie zuvor wichtiger war, sich für eine klima-, umwelt- und vor allem tierfreundliche Ernährung zu entscheiden.
   
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(1) Steinfeld, Henning/Gerber, Pierre/Wassenaar, Tom/Castel, Vincent/Rosales, Mauricio/de Haan, Cees (2006): “Livestock´s Long Shadow.Environmental Issues and Options”. Rom: UN Food and Agriculture Organisation (FAO).
(2) WWF Deutschland (2012): Klimawandel auf dem Teller. Berlin: WWF Deutschland.
(3) Baccini, A. et al. (2012): Estimated carbon dioxide emissions from tropical deforestation improved by carbon-density maps. Natural Climate Change 2, 182 – 185.
(4) FAO (Hrsg.) (2018): “Food Outlook - Biannual Report on Global Food Markets”. Rom
(5) Willett, W./Rockström, J./Loken, B./ Springmann, M./ Lang, T./ Vermeulen, S. J./et al. (2019): „Food in the Anthropocene: the EAT–Lancet Commission on healthy diets from sustainable food systems.”
(6) Gerber, P.J./ Steinfeld, H./Henderson, B./Mottet, A./Opio, C./Dijkman, J./Falcucci, A./Tempio, G. (2013): “Tackling Climate Change through Livestock - A global assessment of emissions and mitigation opportunities“. Rom: Food and Agriculture Organization of the United Nations (FAO).
(7) Popp, Alexander et al. (2010): „Food consumption, diet shifts and associated non-CO2 greenhouse gases from agricultural production.” In: Global and Environmental Change Volume 20, Issue 3.
(8) Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) (2008): BMELV-Bericht zum Klimaschutz im Bereich Land- und Forstwirtschaft.
(9) Wissenschaftlicher Beirat Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlicher Verbraucherschutz und Wissenschaftlicher Beirat Waldpolitik beim BMEL (2016):
Klimaschutz in der Land- und Forstwirtschaft sowie den nachgelagerten
Bereichen Ernährung und Holzverwendung. Gutachten. Berlin: Wissenschaftlicher Beirat Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlicher Verbraucherschutz und Wissenschaftlicher Beirat Waldpolitik beim BMEL.
(10) Wellesley, Laura/Froggat, Anthony/ Happer, Catherine (2015): Changing Climate, Changing Diets – Pathway to Lower Meat Consumption. London: Chatham House Report.
(11) Fritsche, Uwe R./Eberle, Dr. Ulrike 2007): „Treibhausgasemissionen durch Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln – Arbeitspapier“. Darmstadt/Hamburg: Öko-Institut e.V.
(12) Springmann, Marco et al. (2016): Mitigation potential and global health impacts from emissions pricing of food commodities. Nature Climate Change 7 (2017) 69 - 74