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Kopi Luwak: Dieser Kaffee könnte die nächste Pandemie auslösen

Lebendtiermärkte sind wahre Brutstätten für tödliche Krankheiten – und ihre Verbindung zu mindestens einem Krankheitsausbruch ist bestens bekannt: SARS. Dennoch wird das Thema kaum öffentlich diskutiert. Eine neue verdeckte Ermittlung von PETA Asien warnt nun Touristen vor einem Kaffeeprodukt, das die nächste Pandemie auslösen könnte. 

Kopi-Luwak-Kaffee wird aus den Bohnen von Kaffeebeeren hergestellt, die zuvor von Schleichkatzen gegessen und ausgeschieden wurden. Kaufen kann man das Tierqualgetränk zum Beispiel in Cafés und sogenannten Kaffeegärten auf Bali. Nichtsahnende Touristen aus der ganzen Welt erwerben den Kaffee und sehen sich die – eigentlich einzelgängerisch lebenden – eingesperrten Schleichkatzen an. Doch das, was den Besuchern gezeigt wird, zeigt nicht das ganze Grauen. PETA präsentiert nun der Öffentlichkeit, was wirklich mit den Tieren geschieht, die für die Kaffeeproduktion ausgebeutet werden.

Die Ermittler von PETA Asien stießen auf Bali in jeder einzelnen Schleichkatzenfarm, die sie besuchten, auf unhaltbare Bedingungen. Sie sahen sich zudem einen Lebendtiermarkt an, auf dem potenziell kranke Schleichkatzen verkauft wurden. Die Ermittler mussten feststellen, wie einfach sich tödliche Krankheiten dort auf andere Tiere – auch auf Menschen – übertragen können. Sehen Sie selbst, wie die Schleichkatzen für das widerwärtige Getränk leiden, und erfahren Sie, wie Sie helfen können:

Steckt die nächste Pandemie im Kaffee?

Für die Produktion von Kopi-Luwak werden viele Schleichkatzen im Alter von ungefähr 6 Monaten in ihrem natürlichen Lebensraum in Indonesien eingefangen. Andere werden auf Lebendtiermärkten gekauft. Dann sperren die Betreiber die Tiere in winzige Käfige und ernähren sie nicht nur völlig unnatürlich, sondern auch ungesund: nämlich hauptsächlich mit Kaffeebeeren. Wenn die Tiere die Beeren dann wieder ausscheiden, werden sie eingesammelt. Der Kaffee wird in die ganze Welt exportiert. Und das, obwohl Forscher nach dem SARS-Ausbruch in China festgestellt hatten, dass das SARS-Coronavirus von einer Schleichkatzenart auf den Menschen übergesprungen war. Wissenschaftler haben Schleichkatzen auch als möglichen Zwischenwirt für COVID-19 identifiziert, wodurch das Virus möglicherweise mutieren und von Fledermäusen auf Menschen übertragen werden konnte.

Schleichkatzen, die so lange überleben, bis sie für die Kopi-Luwak-Industrie nicht mehr von Nutzen sind, werden anschließend teilweise auf Lebendtiermärkten verkauft. Dort kommen die Tiere in direkten Kontakt zu Menschen. SARS und andere Viren haben auf diesen Märkten perfekte Bedingungen, um zu mutieren und von einem Wirt auf einen anderen überzuspringen.

Tierquälerei in der Kaffeetasse

Schleichkatzenfarmen und Lebendtiermärkte stellen jedoch nicht nur ein Infektionsrisiko dar. Ermittler stießen auch in jedem einzelnen Betrieb auf gravierende Tierquälerei. Die Schleichkatzen wurden meist in kahlen Käfigen voller Kot, Schmutz und verrottender Beeren gehalten. Oft waren diese Gefängnisse schon völlig mit Spinnweben überzogen.
 
Die nachtaktiven Tiere wurden meist im Freien gehalten und waren dem Sonnenlicht schutzlos ausgeliefert. Die Tatsache, dass ihnen keinerlei dunkle, ruhige Plätze zur Verfügung standen, an denen sie tagsüber hätten schlafen können, verstärkte das körperliche und seelische Leid der Wildtiere. Einige von ihnen hechelten ununterbrochen in der Hitze.

Viele Schleichkatzen wiesen offene Wunden auf, die scheinbar nicht medizinisch versorgt wurden. Die Ermittler stießen auf zahlreiche verhaltensgestörte Tiere, die sich etwa in den eigenen Schwanz bissen oder ständig hin und her liefen. All dies deutet auf starkes psychisches Leid hin.

Eine Schleichkatze war allem Anschein nach blind. Doch auch sie wurde noch für die Kopi-Luwak-Produktion ausgebeutet.
 
Schleichkatze

Etikettenschwindel

Kopi Luwak wird häufig mit dem Werbeversprechen „Von wild lebenden Tieren“ beworben. Wie ein Farmer einem der Ermittler jedoch anvertraute, sei es nahezu unmöglich, die Nachfrage nach Schleichkatzenkaffee ausschließlich mit frei lebenden Tieren zu bedienen. Deshalb würde die Industrie den Kaffee, der mit gefangen gehaltenen Schleichkatzen produziert wird, bewusst falsch kennzeichnen.

Der Produzent gab zu, man würde teils kleine Mengen an Kot von frei lebenden Schleichkatzen im Wald sammeln und diesen mit dem Kot der gefangen gehaltenen Tiere mischen. So könne man angeben, der Kaffee sei durch Nutzung frei lebender Tiere hergestellt worden.

Weg mit dem Kot-Kaffee

Es ist absurd: Eingesperrten, gestressten, ungesunden Tieren wird alles verwehrt, was ihr Leben lebenswert macht – und das Produkt aus ihrem Kot wird dann als „Delikatesse“ bezeichnet. In Wahrheit ist es eine Schande – und zudem ein potenzieller Nährboden für die nächste Pandemie.

Was Sie tun können

Kopi Luwak wird in die ganze Welt exportiert. Deshalb gilt: Egal, wo Sie leben und welche Versprechungen Ihnen die Hersteller geben – bitte kaufen und trinken Sie dieses Tierqualprodukt nicht.
  • Helfen Sie uns, Reisende über diese Grausamkeiten zu informieren.
  • Unterzeichnen Sie unsere Petition an die WHO mit der Forderung zur Schließung aller Lebendtiermärkte