Kritik an der Universität Tübingen: Wissenschaft statt Tierversuche!

Denkt man an Tierversuche, haben viele sofort dubiose Labors im Kopf – dabei spielt sich ein großer Teil im Rahmen der Grundlagenforschung an Universitäten ab. Mit 53 % macht dieser Forschungsbereich den größten Anteil aller Tierversuche aus (Zahlen aus 2016, neuere Daten gibt es noch nicht).

Doch was versteht man eigentlich unter Grundlagenforschung? Darunter fällt alles, was der Befriedigung der wissenschaftlichen Neugierde und des Forschungsdrangs gilt – deswegen wird die Grundlagenforschung auch oft als reine „Neugierforschung“ bezeichnet. Neugier an sich als Antrieb wissenschaftlichen Fortschritts ist ja nichts Verwerfliches – doch wie kann man das Leid und den Tod von fühlenden Lebewesen damit ethisch rechtfertigen? Die Antwort ist simpel: GAR NICHT.

Kaum Erkenntnisgewinn durch Tierversuche

Oft argumentieren sogenannte Wissenschaftler damit, dass die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung unverzichtbar seien und letzten Endes der Medizin und somit dem Menschen zugutekommen. Studien zeichnen ein anderes Bild: Die Grundlagenforschung verschwendet nicht nur Millionen Euro an Steuergeldern, sondern bringt auch nichts. Die „Erfolgsquote“, mit der Erkenntnisse aus der Forschung zur klinischen Anwendung kommen, liegt bei lediglich 0,024 % und es gibt keinen Beweis dafür, dass Tierversuche einen Nutzen für den Menschen hätten.

Kritik an der Universität Tübingen

Allein an der Universität Tübingen wurden im Jahr 2016 insgesamt 33.825 Tiere in Versuchen missbraucht oder getötet. Diese Uni hat kürzlich auch wegen eines Posters, das versucht, Tierversuche wieder in ein gutes Licht zu rücken, den Unmut auf sich gezogen. Auf dem Poster sind Informationen selektiv und unvollständig dargestellt, um den Eindruck zu erwecken, dass Tierversuche für den medizinischen Fortschritt notwendig seien. Vor dem Hintergrund, dass 92-95 % der im Tierversuch als wirksam eingestuften Substanzen niemals auf den Markt kommen, weil sie in der Anwendung am Menschen scheitern, ist diese Aussage nahezu lächerlich.
 
2016 wurden in Deutschland 2.462 Affen und Halbaffen in Versuchen missbraucht – unter anderem auch in Tübingen. Wie kann man in diese Augen schauen und dennoch weiter Tierversuche durchführen?
Tiere erkranken nicht an Krankheiten wie Alzheimer oder Multipler Sklerose; vielmehr werden die Symptome in Tierversuchen künstlich herbeigeführt. Prävention und Ursachenforschung werden total vernachlässigt, während die Grundlagenforschung auf Kosten der missbrauchten Tiere versagt.

Es gibt schlichtweg keine Übertragbarkeit von Ergebnissen aus Tierversuchen auf den Menschen – der Mensch ist schließlich keine „70-Kilogramm-Ratte“, wie ein renommierter Forscher zu Alternativmethoden sagt.

Warum gibt es dann noch immer Tierversuche?

Wissenschaftlicher Erfolg baut auf einem fehlgeleiteten Karrieresystem in der Forschung auf: Tierversuche sind Teil eines Teufelskreises, um publizieren zu können, Forschungsgelder zu erhalten und im überholten Forschungssystem die Karriereleiter zu erklimmen. Studierende wachsen von Beginn an in dieses überholte System hinein – deshalb ist es besonders wichtig, die Argumente seitens der Forschung in den richtigen Kontext zu stellen.

Infografik „Wissenschaft statt Tierversuche“

Um die einseitigen Argumente der Universität nicht unbeantwortet stehen zu lassen, hat PETA deswegen selbst eine Infografik zu Tierversuchen in der Forschung erstellt.


Es wird Zeit für einen Paradigmenwechsel in der Wissenschaft: Alternativmethoden müssen angemessen gefördert und Tierversuche beendet werden! Tiere sind schließlich nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren.

Was Sie tun können

Ein weiteres schlimmes Beispiel sind die Versuche mit Rotkehlchen an der Universität Oldenburg. Bei diesem Fall können Sie mit Ihrer Unterschrift helfen, dass in Zukunft keine Vögel mehr gequält und getötet werden.