3 Millionen mehr: Über 45 Millionen Küken wurden 2019 getötet!

Seit vielen Jahren beteuern verschiedene Bundeslandwirtschaftsminister, darunter auch Julia Klöckner, dass man das Töten männlicher Küken verbieten möchte. Doch bislang waren das nur leere Versprechungen. Ausreden, dass erst wirtschaftliche Alternativen gefunden werden müssen, sorgen dafür, dass jedes Jahr alleine in Deutschland mehrere Millionen Küken vergast oder teilweise geschreddert werden. Und 2019 stieg diese Zahl sogar um drei Millionen Küken an [1].

Warum werden männliche Küken getötet?

Vor etlichen Jahren wurden verschiedene Zuchtlinien bei Hühnern etabliert. Zum einen für die Mast, das sind männliche und weibliche Tiere, die enorm schnell viel Fleisch ansetzen und nach nur etwa 4 bis 6 Wochen im Schlachthaus getötet werden – also im Kindesalter.

Zum anderen wurden Hühner der Legelinie auf eine unnatürlich hohe Anzahl an Eiern qualgezüchtet. Legen ursprüngliche Rassen, wie jeder Vogel auch, etwa 20 Eier um sich fortzupflanzen, so müssen Hühner in der Eierindustrie bis zu 300 Eier oder mehr legen.

Eine hohe Eianzahl wirkt sich jedoch negativ auf den Fleischansatz aus, weshalb männliche Küken der Legelinien für die allermeisten Betriebe unwirtschaftlich sind. Sie werden qualvoll vergast. Noch nicht ausgeschlüpfte, aber lebensfähige und schmerzempfindliche Küken, werden in den Brütereien meist zerschreddert. Hinzu kommen Millionen getöteter Küken für die Elterntierbetriebe, weshalb PETA die Zahl auf um die 50 Millionen pro Jahr in Deutschland schätzt.

Warum stieg die Zahl an?

Die steigende Anzahl der getöteten männlichen Küken hängt mit der Nachfrage nach Eiern zusammen. Denn für mehr Eier, benötigt die Industrie mehr Hennen. Nach der biologischen Regel, nach der über einen längeren Zeitraum hinweg etwa gleich viele weibliche und männliche Nachkommen schlüpfen, wird für jede Henne ein männliches Küken getötet.

Bruderhahninitiative oder Geschlechtererkennung im Ei die Lösung?

Der Begriff „Bruderhahn“ erweckt den Eindruck von Fürsorge und trauter Familienidylle, dabei werden die Brüder der Hennen schon nach wenigen Monaten getötet, während der Verbraucher glaubt, dem „Bruderhahn“ das Leben zu schenken – eine perfide Art der Verbrauchertäuschung. Die Geflügelwirtschaft behauptet indes, dass die Zahl der getöteten Küken nicht so hoch sei, da „Bruderhähne“ nicht berücksichtigt wurden. Jedoch ist der Anteil der Eier am Markt, deren männliche Artgenossen aufgezogen werden, verschwindend gering.

Die Geschlechtererkennung im Ei wäre nur dann ein Schritt in die richtige Richtung, wenn man lediglich das Leid der männlichen Tiere während dem Schlupf in den Plastikkisten der Brüterei, dem Sortieren auf den Fließbändern nach Geschlecht und den Vergasungsvorgang betrachtet. Bedenkt man aber, dass auch ungeborene Küken im Ei Schmerz empfinden und sich am System der Tierausbeutung absolut nichts ändert, dann kommt einem berechtigterweise auch diese „Lösung“, die die Politik seit Jahren anstrebt, nicht wie eine tierfreundliche Entwicklung vor. Denn Eier aus jeder Haltungsform bedeuten für die Henne Leid und den Tod.

Was Sie tun können

Jeder Kauf von Eiern oder verarbeiteten Produkten mit Eiern unterstützt das Leid der Hennen und Küken. Nur eifrei bedeutet leidfrei! Informieren Sie sich im Rahmen unserer „Mach dich eifrei“-Kampagne über tierfreundliche Alternativen oder melden Sie sich bei unserem kostenlosen und unverbindlichen Veganstart-Programm an.


[1] tagesschau.de: „Anfrage der Grünen; 2019 mehr als 45 Millionen Küken getötet“, Stand: 11.4.2020, zuletzt abgerufen am 15.4.2020, unter: https://www.tagesschau.de/inland/kuekenschreddern-103.html


 

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