„Kükenlotto" von Antenne 1 und Lotto BW: Osteraktion täuscht Hörer über den Verbleib der Küken und verursacht großes Tierleid

Stuttgart, 14. März 2018 – Glücksspiel auf Kosten der Tiere: Seit dem 1. März können Hörer des Radiosenders Antenne 1 „Kükenpate“ werden. Im Rahmen der Aktion mit Lotto Baden-Württemberg liegen 49 befruchtete, nummerierte Hühnereier im Brutkasten eines Biobetriebes. Per Formular läuft die Bewerbung auf eine Nummer – wenn diese zu den sechs Eiern gehört, aus denen als erstes Küken schlüpfen, gibt es einen Gewinn. Eine Geburt im Brutkasten bedeutet großes Leid für die Hühnerkinder, die nach der Osteraktion für die Eier- und Fleischproduktion genutzt und schließlich getötet werden. Dies wird den Hörern allerdings verschwiegen. Die Tierrechtsorganisation PETA hat Antenne 1 und Lotto BW kontaktiert und den Abbruch der Gewinnaktion sowie die Unterbringung der Küken auf einem Lebenshof gefordert.

 

„Fast jeder Mensch findet flauschige Küken niedlich, weshalb sie gerade zu Ostern oftmals als Werbeaktion missbraucht werden“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Dabei sind Hühner intelligente und soziale Lebewesen, deren Bedürfnisse in der Eierindustrie mit Füßen getreten werden.“

 

Zusätzlich stellt sich die Frage, was nach der Aktion mit den 49 Küken geschieht, für die Teilnehmer sogar einen Namen aussuchen dürfen. Laut der Website des Senders bleiben die Hühner auf dem „Baiersbachhof“ und werden nicht getötet; die Weibchen würden für die Eierproduktion des Biolandhofs sorgen, während die Männchen „mit ihren Kollegen im Herrenhaus des Hofs“ leben. Dies ist jedoch ein Widerspruch und zögert die Tötung lediglich hinaus. Denn was hier beschönigt wird, bedeutet: Weibliche Tiere werden in der Eierindustrie in unnatürlich großen Tiergruppen gehalten und legen in der Eierindustrie zuchtbedingt jährlich teilweise über 300 Eier – das sind zehnmal mehr, als die Natur vorgesehen hat, und wirkt sich dramatisch auf ihre Gesundheit aus. Wenn ihre sogenannte Legeleistung nachlässt, werden sie getötet. Auch die männlichen Küken erwartet in der Eierindustrie ein grausames Schicksal: Sie werden entweder direkt nach der Geburt vergast oder in der Mast aufgezogen und nach wenigen Wochen ihres Fleisches wegen getötet. All dies ist Standard in jeder Haltungsform – auch auf Biohöfen.

 

Etwa 40 Millionen sogenannter Legehennen leben in Deutschland. Nach durchschnittlich eineinhalb Jahren werden sie im Schlachthaus getötet und durch junge Hennen mit höherer Legeleistung ersetzt. Bis zu ihrem Tod leiden sie unter artfremden Bedingungen. Viele haben entzündete Eileiter, erleiden schmerzhafte Knochenbrüche oder picken sich stressbedingt gegenseitig die Federn aus – bis hin zum Kannibalismus. Die Bedürfnisse von Hühnern können auch in einem Biobetrieb nicht erfüllt werden. Ganz gleich, welche Haltungsform, ob Käfig- oder Biohaltung: Die Ausbeutung der Hennen für ihre Eier ist mit enormer, aber vermeidbarer Qual verbunden.

 

Es gibt gute Gründe, eifrei zu leben: Hühner verfügen über ein Ich-Bewusstsein. Die sensiblen Tiere leben in kleinen Gruppen; am liebsten verbringen sie ihren Tag damit, in der Erde nach Nahrung zu suchen, zu scharren, ausgiebige Sandbäder in der Sonne zu genießen und sich liebevoll um ihren Nachwuchs zu kümmern. Hühner und ihr Nachwuchs haben – wie andere Tierfamilien auch – einen starken Familienzusammenhalt. Etwa 24 Stunden vor dem Schlupf kommunizieren Hühner mit ihren ungeborenen Kindern mit diversen Pieplauten. Eier legen sie nur, um sich fortzupflanzen – wie jeder andere Vogel auch. PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen. Die Tierrechtsorganisation informiert mit der Kampagne „Mach dich eifrei“ unter PETA.de/Eifrei über das Leid von Hühnern in der Eierindustrie und zeigt Alternativen auf.

 

Weitere Informationen:
PETA.de/Themen/Eier

PETA.de/Eier-So-Leiden-Huehner-In-Deutschen-Haltungssystemen

PETA.de/Eifrei

Veganstart.de

Veganblog.de/Schlagzeilen/Kuekenlotto-Antenne-1/

 

Kontakt:

Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de