Kutschenunfall in Langenwolschendorf: Zwei Menschen schwerverletzt, ein Pferd tot – PETA fordert Kutschenverbot von Landrätin Schweinsburg

Langenwolschendorf / Stuttgart, 22. Dezember 2017 – Schwerer Kutschenunfall im Landkreis Greiz: Einer Polizeimeldung zufolge kam es am Mittwochnachmittag in Langenwolschendorf zu einem folgenschweren Unfall mit einer Kutsche, bei dem zwei Menschen sowie die beiden angespannten Pferde schwer verletzt wurden. Eines der Tiere musste daraufhin eingeschläfert werden. Die Tierrechtsorganisation PETA hat jetzt Landrätin Martina Schweinsburg gebeten, ein Verbot von Pferdekutschen im Landkreis Greiz zu prüfen – zum Schutz von Mensch und Tier. Ein 57-jähriger Autofahrer fuhr auf der B94 in Richtung Schleiz, als er auf das Gespann aufprallte. Die Kutsche wurde dabei nach vorne gedrückt und komplett zerstört. Der Autofahrer sowie der 60-jährige Kutscher mussten schwerverletzt in ein Krankenhaus gebracht werden. PETA veröffentlichte Anfang 2017 eine Pferdekutschen-Unfallchronik und warnt eindringlich vor solchen Fahrten: 2016 wurden bei mindestens 41 Kutschunfällen insgesamt vier Menschen getötet und 61 Fahrgäste zum Teil schwer verletzt. Zudem starb ein Pferd, sieben weitere Tiere trugen Verletzungen davon.
 
„Die langsamen Pferdekutschen verursachen auf den Straßen immer wieder gefährliche Situationen. Sie gehören einfach nicht in den modernen Straßenverkehr“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Da die Gefährte weder über sichere Bremssysteme, Airbags, noch über eine Knautschzone verfügen, sind schwere Unfälle mit Kutschen vorprogrammiert. Die Risiken bei Kutschfahrten sind außerdem unkontrollierbar, da Pferde Fluchttiere sind und selbst bei geringen Störungen leicht in Panik geraten können. Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist deshalb ein Verbot von Kutschfahrten.“
 
In Rothenburg ob der Tauber wurde bereits im August 2010 das Pferdekutschenverbot für den historischen Kern der Altstadt vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof bestätigt.
 
Pferde sind sehr sensible und soziale Lauftiere, die in einer Herde leben möchten. Sie benötigen gutes Futter und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten zudem natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, bedeutet das für die Tiere ein leidvolles Leben und führt auf Dauer zu lebensgefährlichen körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.

Weitere Informationen:
PETA.de/Pferdekutschen
PETA.de/Pferdekutschenunfälle

Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de