Landgericht Kiel verhängt Todesurteil gegen Zirkuselefanten – PETA wirft Richtern vor, Tierschutz systematisch mit Füßen zu treten

Kiel / Gerlingen, 24. Juli 2013 – Unfassbarer Beschluss: Der afrikanische Elefant Chitana – im Mai 2013 aus dem Zirkus Las Vegas von der Staatsanwaltschaft Kiel beschlagnahmt – soll laut Beschluss der 7. Großen Strafkammer des Landgerichts Kiel an den Zirkus zurückgegeben werden. Die 28-jährige Elefantendame befindet sich derzeit in einem belgischen Zoo, wo sie frei von Kettenhaltung und den ständigen LKW-Transporten einen friedlichen Lebensabend verbringt. PETA Deutschland e.V. übt nun scharfe Kritik an der Entscheidung des Landgerichts, den Elefanten wieder in Zirkushände geben zu wollen. Die Organisation wirft den verantwortlichen Richtern Tepp, Bittel und Gold vor, den Tierschutz systematisch mit Füßen zu treten und wertet den Beschluss als Beleg dafür, dass Tiere beim Landgericht Kiel lediglich als Gegenstände betrachtet werden. Tierfreunde und Organisationen in ganz Deutschland hatten im vergangenen Mai die dringend erforderliche Rettung des Elefanten aus dem einschlägig bekannten Zirkus wohlwollend zur Kenntnis genommen. Der Elefant wurde im Zirkus Las Vegas unter tierquälerischen Bedingungen gehalten und hätte ohne das beherzte Eingreifen der Veterinärbehörde nicht mehr lange überlebt. PETA fordert die Justizministerin von Schleswig Holstein nun auf, dem Überleben des Elefanten höchste Priorität einzuräumen.

„Die Rückgabe der Elefantendame in den Zirkus kommt ihrem Todesurteil gleich. Kaum ein Afrikanischer Elefant wird im Zirkus älter als 30 Jahre, denn die Bedingungen dort kommen der Tierquälerei gleich“, so Diplom-Zoologe Peter Höffken, Wildtierexperte bei PETA. „Die Entscheidung des Landgerichts ist ein handfester Justizskandal.“

Die Afrikanische Elefantendame Chitana wurde vor ca. 28 Jahren als Baby in der Wildnis eingefangen und war bis vor einem Jahr im Circus Afrika des berüchtigten Zirkusdirektors Hardy Weisheit. Eine beispiellose Chronik über zwei Jahrzehnte belegt zahlreiche Straftaten bzw. Tierschutzvergehen des Zirkus, insbesondere bei der Elefantenhaltung. Zuletzt wurde im November 2012 ein Verfahren gegen Hardy Weisheit wegen Tierquälerei vor dem Amtsgericht Kirchheim-Teck gegen eine Zahlung von 400 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung eingestellt. PETA fordert seit langem ein Tierhaltungsverbot für Hardy Weisheit.

Elefanten werden im Zirkus jede Nacht ihres Lebens an zwei Beinen angekettet, während sie bei der Dressur den spitzen, metallenen Elefantenhaken fürchten müssen. Durch die tierwidrigen Lebensbedingungen leiden fast alle Elefanten in Zirkusgefangenschaft unter schweren körperlichen und seelischen Krankheiten und sterben früh. PETA fordert ein vollständiges Verbot von Elefanten im Zirkus und deren sofortige Überführung in adäquate Auffangstationen.

 


Elefantin Chitana im belgischen Zoo / © PETA

 

Das Bild ist auf Anfrage in druckfähiger Qualität erhältlich.

Weitere Informationen:
PETA.de/Zirkus
Chronik Zirkus Hardy Weisheit: ChronikAfrikasBigCircus

Kontakt:
Peter Höffken, 07156 17828-18, PeterH@peta.de