Mann schmuggelt 22 Vogelspinnen im Koffer nach Deutschland

Das hatte der Zoll am Düsseldorfer Flughafen wohl nicht erwartet: Bei der Röntgenkontrolle eines Gepäckstücks tauchten 22 Vogelspinnen auf. Der Besitzer des Koffers war ein 48 Jahre alter Mann aus Essen. Er war von Paraguay nach Deutschland eingereist und gab an, Spinnen zu züchten. Offenbar wollte er die Tiere schmuggeln, denn auf Nachfrage nach dem Inhalt des Koffers sagte er zunächst, es befänden sich lediglich persönliche Gegenstände darin.



Das Schockierende daran ist nicht nur, was diesen Tieren zugemutet wurde, sondern auch, welche Konsequenzen dem Mann drohen. Denn weil diese Vogelspinnenart nicht unter Artenschutz steht, darf sie grundsätzlich frei gehandelt und verkauft werden. Daher gelangen auf diese Weise weltweit Millionen von Wildtieren in Privathände, weil es schlichtweg kein Verbot für ihren Verkauf und ihre Haltung gibt. In dem Verfahren, dass gegen den Mann aus Essen eingeleitet wurde, geht es lediglich um versuchte Steuerhinterziehung. Da er offenbar gewerblich agierte, hätte er die „Ware“ anmelden müssen. Die Spinnen wurden sichergestellt und an ein Tierheim übergeben.

Die kleinen Plastikschalen, in denen die Tiere im Koffer von Paraguay nach Deutschland ausharren mussten, sind auf diesen Bildern zu sehen. Auf diese Weise werden immer wieder Spinnen, Schlangen und andere „exotische“ Tiere aus den Herkunftsländern nach Deutschland geschmuggelt, um gewinnbringend verkauft zu werden. Denn leider wollen nach wie vor viele Menschen Reptilien oder andere Wildtiere als „Haustiere“ halten. Alleine das Hauptzollamt in Frankfurt stellte 2017 fast 1.700 lebende Tiere fest, die verschickt wurden. Einer Sprecherin des Zollamts zufolge handelte es sich dabei zum Beispiel um zwei Warane, die per Paket ankamen: Einer war bereits vertrocknet, der andere starb kurz darauf. Doch nicht nur solche schrecklichen Einzelfälle werden von Beamtinnen und Beamten entdeckt: Am Flughafen Wien fanden sie im vergangenen Jahr bei einem einzigen Fluggast knapp 80 seltene Reptilien, darunter Schildkröten, Echsen und Schlangen, die teils hochgiftig sind. Knotenpunkt des Tierschmuggels ist häufig die in Hamm stattfindende Tierbörse „Terraristika“. Aber auch im Internet und auf anderen Börsen können Tiersammler für Geld fast alles kaufen.

In monatelangen internationalen Recherchen konnte PETA ans Licht bringen, woher diese Tiere stammen und was sie durchleiden müssen.



Für Züchter bzw. Fänger, Importeure und Händler sind die Tiere nichts weiter als Ware. Massenhaft tote und verletzte Tiere werden einkalkuliert und meist nicht tierärztlich versorgt. Den teils jahrelang in winzigen Behältern aufbewahrten Tieren fehlt es an allem, was ihnen in der Natur zur Verfügung stünde.

Was Sie tun können


Setzen Sie sich für Spinnen, Schlangen und andere „exotische“ Tiere ein. Fordern Sie gemeinsam mit PETA ein Heimtierschutzgesetz. Wir drängen damit auf ein Verbot aller Tierbörsen und auf ein Haltungsverbot für Wildtiere. Und bitte: Besuchen Sie niemals eine Tierbörse. Sollte jemand aus Ihrem Freundeskreis Interesse an einem solchen „Haustier“ haben, klären Sie die Menschen über das Leid dieser Tiere auf.
 

Auf Tierbörsen werden Reptilien wie Ware verkauft. Tote Tiere sind im Handel mit Wildtieren einkalkuliert.
Auf Tierbörsen werden Reptilien wie Ware verkauft. Tote Tiere sind im Handel mit Wildtieren einkalkuliert.

 

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PETA Team

Die Blogartikel zu den Themen Tierrechte und veganem Lifestyle sind von und mit den Mitarbeitern von PETA Deutschland e.V. und weiteren Koautoren.