Mannheim: Zweiter Renntag, zweites totes Pferd – PETA erstattet Strafanzeige gegen Verantwortliche und fordert Ende des Pferderennsports

Mannheim / Stuttgart, 30. April 2019 – Vermeidbare Tragödie: Bei dem Mannheimer Badenia-Jagdrennen am vergangenen Sonntag wurde „der große Favorit“ Radmaan gegen eine Hecke gedrückt und so schwer verletzt, dass er eingeschläfert werden musste. Die Tierschutzorganisation PETA hat nun Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Mannheim sowohl gegen die Veranstalter des Rennens als auch gegen den Halter und Reiter des getöteten Pferds erstattet. Radmaan ist bereits das zweite Pferd, das in diesem Jahr bei einem Rennen in Mannheim starb; am 31. März wurde das Pferd „Hyper Hyper“ aufgrund eines Schulterbruchs auf der Rennbahn getötet. Auf deutschen Pferderennbahnen werden die Tiere systematisch überfordert und infolgedessen jedes Jahr dutzende von ihnen in den Tod getrieben. PETA setzt sich für ein Ende des „Pferdesports“ und damit gegen den Missbrauch der sensiblen Tiere als Sportgeräte ein.
 
„In Mannheim werden Pferde für Geldpreise und aus Prestigegründen immer wieder in den Tod geritten. Aus Angst vor dem nächsten Peitschenschlag rennen die Tiere regelrecht um ihr Leben“, so Jana Hoger, Fachreferentin bei PETA. „Der Pferderennsport ist eine auf Tod und Tierquälerei basierende Industrie, die das Leid etlicher Pferde in Kauf nimmt – das muss endlich aufhören!“
 
Insbesondere in Mannheim kommt es immer wieder zu Todesfällen: So starben beispielsweise im März 2017 und im Juni 2016 Pferde auf dieser Rennbahn. Laut Paragraf 3 des Tierschutzgesetzes ist es verboten, einem Tier Schmerzen zuzufügen oder ihm Leistungen abzuverlangen, die seine Kräfte übersteigen. Allein im Zeitraum von 2011 bis 2013 sind in Deutschland mehr als 750 Pferde, die an Galopp- und Trabrennen teilnehmen mussten, gestorben. Oftmals werden schon zwei- oder dreijährige Pferde an den Start geschickt, obwohl sich die Tiere noch im Wachstum befinden. Häufige Folgen sind Sehnenschäden und Knochenbrüche, weil der Bewegungsapparat noch nicht richtig ausgebildet ist. Im Galopprennsport sind rund 80 Prozent der Trainingsausfälle auf Lahmheit zurückzuführen. Das Wohl der Pferde spielt meist keine Rolle. Neben wiederholten Peitschenschlägen werden sie auch durch den Einsatz scharfer Gebisse und tierquälerischer Hilfsmittel gefügig gemacht. Zudem leiden die bewegungsfreudigen, sozialen Tiere unter der überwiegenden Boxenhaltung ohne Weidegang oder ausreichenden Kontakt zu Artgenossen. PETA ruft alle Tierfreunde dazu auf, keine Pferdesportveranstaltungen zu besuchen.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 

Pferd „Letro“ stürzt und verletzt sich tödlich (Symbolbild von Pferderennen 2016 in Mannheim). / © PETA Deutschland e.V.
 
Das Motiv steht hier zum Download bereit.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/FaktenPferdesport
PETA.de/Pferderennen
PETA.de/Duhner-Wattrennen
 
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