Massives Fischsterben in der Bode: PETA fordert, keine neuen Tiere einzusetzen und erwägt, Mahnmal zum Gedenken an die vielen Todesopfer zu errichten

Staßfurt / Stuttgart, 16. September 2019 – Zwei massive Fischsterben binnen eines Jahres: Aus noch unbekannten Gründen starben in der Bode bei Staßfurt Anfang August zahlreiche Fische und andere Wasserbewohner. Das Umweltministerium ermittelt nun die Ursachen, um weitere Todesopfer zu verhindern. Bereits im vergangenen November gab es dort ein Massensterben, mutmaßlich aufgrund eines Umweltunfalls. PETA hat sich nun an das Umweltministerium sowie an die zuständige Fischereibehörde gewandt und appelliert, eine solche Gefahr nicht erneut in Kauf zu nehmen und entsprechend keine neuen Tiere in den Fluss zu setzen. Die Tierrechtsorganisation erwägt zudem, ein Mahnmal zum Gedenken an die zahlreichen bislang verstorbenen Tiere zu errichten.
 
„Es wäre fahrlässig und verantwortungslos, neue Tiere in der Bode anzusiedeln, solange Umweltskandale nicht dauerhaft ausgeschlossen werden können. Ein Mahnmal könnte an die bisherigen Todesopfer erinnern und zum Umdenken anregen“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA.
 
Die Hegepflicht des zuständigen Fischereivereins kann auf Antrag durch die Fischereibehörde ausgesetzt werden, solange ihm ihre Erfüllung wegen der Beschaffenheit des Gewässers nicht zugemutet werden kann.
 
PETA appelliert an die Verantwortlichen, die Problematik ernst zu nehmen und keine fühlenden Individuen derartigen Risiken auszusetzen. Wissenschaftliche Studien und Gutachten belegen, dass Fische Schmerz spüren können [1]. Die faszinierenden Tiere sind sehr intelligent; sie schließen teils enge Freundschaften und einige Arten benutzen Werkzeuge oder unterscheiden Menschengesichter [2]. Manche Rifffische singen wie Vögel in der Morgen- und Abenddämmerung im Chor [3].

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
[1] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichungen von Rose et al. (2012) sowie Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013.
[2] Balcombe, Jonathan P. (2016): What a Fish Knows: The Inner Lives of Our Underwater Cousins. Print.
[3] Bioacoustics, DOI: 10.1080/09524622.2016.1227940.
 
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