Mehr Schleppnetzfischerei in sogenannten Meeresschutzgebieten als außerhalb. Wir brauchen echte „No-take“-Zonen!

Um es vorweg ganz deutlich zu sagen: Wir von PETA fordern zusammen mit mehr als 140 anderen Organisationen weltweit die grundsätzliche Abschaffung jeglicher Fischerei überall und zu jedem Zeitpunkt.

Und wir fordern die Bundesregierung dazu auf, mit der sofortigen Ausweisung/Einrichtung von sogenannten „No-Take“-Zonen, in denen jeglicher Fischfang verboten ist, endlich damit anzufangen, Fische und andere Meeresbewohner zu schützen.

Absurd: In „Schutzzonen“ leben Fische gefährlicher als außerhalb

Im Februar titelten die Medien, die Grünen seien vom Ergebnis einer GEOMAR-Studie entsetzt. Zu Recht! Die Studie besagt, dass in Meeresschutzgebieten (Marine Protected Areas, MPAs) eine höhere Intensität an Schleppnetzfischerei stattfindet als außerhalb von MPAs. Bei der Schleppnetzfischerei werden Netze über den Meeresboden gezogen, sodass alles Leben eingesammelt und zerstört wird.

Schongebiete in Nord- und Ostsee

Das Ergebnis ist umso erschreckender vor der Tatsache, dass der Bund nach jahrelangen Verhandlungen 2017 endlich Schongebiete für Nord- und Ostsee ausgewiesen hat. Hier sollten eigentlich Riffe und Sandbänke geschützt werden, ebenso wie Schweinswale, Haie, Rochen und Wanderfische wie Aal und Lachs. Nur in wenigen europäischen sogenannten Meeresschutzgebieten wird bislang keine kommerzielle Fischerei betrieben.

Was tut die Regierung?

Die Regierung verweist auf eine Regelung auf EU-Ebene. Dass es dabei nicht übermorgen zur Einrichtung von „No-Take“-Zonen kommen wird, liegt auf der Hand. Die Interessen der Fischereilobby werden von der Politik stärker berücksichtigt als die von Tier- und Umweltverbänden.

Dies ist umso verheerender angesichts der Prognose von Wissenschaftlern, dass ab 2050 mehr Plastikmüll statt Fische (Gewicht) in unseren Ozeanen schwimmen werden.

Was fordern wir? Einen neuen Blick auf Fische!

Bis die EU große und echte Schutzgebiete ausweist, wird noch viel Zeit vergehen. Wir fordern Städte und Kommunen daher auf, jetzt, hier und heute bereits kleine „No-Take“-Schutzgebiete vor ihrer Haustür zu errichten.

Vorbild Monaco

Vorbild für ein solches Schutzreservat ist Monaco: Bereits seit 1976 sind der gesamte Stadtstrand Larvotto und das etwa 30 Hektar umfassende Küstengebiet als Wasserschutzgebiet ausgewiesen. Fische halten sich dort freiwillig in Ufernähe auf, da ihnen aufgrund des Fischereiverbots keine Gefahr droht. Dadurch können Badegäste allen Alters die zutraulichen Tiere neu entdecken und friedlich mit ihnen schwimmen. Das muss es auch bei uns geben! Wir brauchen einen neuen Blick auf Fische.

Was Sie tun können

Bitte essen Sie keine Fische. Mit einer veganen Ernährung retten Sie zahlreiche Tiere vor Leid und Tod. Fordern Sie Ihre Gemeinde zudem auf, in örtlichen Seen, Flüssen oder Küstenstreifen „No-Take“-Schutzgebiete für Fische zu errichten.

Unsere Autoren

Tanja Breining

Tanja hat in Deutschland und Frankreich Zoologie und Meeresbiologie studiert und sich in ihrem Studium und in ihrer Freizeit viel mit Fischen beschäftigt. Getreu dem Motto: Fische sind Freunde, kein Essen - setzt sie sich seit Jahren dafür ein, dass Fische in Ruhe gelassen werden und nicht mehr auf unseren Tellern landen.