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Mehrere Verletzte bei Kutschunfall beim Rosenmontagszug: PETA wirft Stadt Köln Mitschuld vor und fordert sofortiges Pferdeverbot bei Umzügen

 
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Stand Februar 2018
Köln / Stuttgart, 12. Februar 2018 – Vorhersehbares Unglück: Bei einem Unfall mit einer Pferdekutsche sind am Montagnachmittag am Kölner Appellhofplatz mehrere Menschen teilweise schwer verletzt worden. Medienberichten zufolge gingen mehrere Pferde aus noch ungeklärter Ursache durch. PETA übt jetzt scharfe Kritik an Oberbürgermeisterin Henriette Reker und spricht der Stadt Köln eine Mitschuld an dem Unglück zu. Die Tierrechtsorganisation hatte sich in den vergangenen Jahren sowie im Vorfeld des Umzuges wiederholt an Reker und ihre Verwaltung gewandt und auf die enormen Risiken des Pferdeeinsatzes hingewiesen. Ein aktuell veröffentlichtes PETA-Video vom letztjährigen Kölner Rosenmontagsumzug zeigt die enorme Stressbelastung für die Tiere – es wurde in den vergangenen Tagen von rund zwei Millionen Internetnutzern gesehen.

"Wir fordern ein sofortiges Pferdeverbot bei Karnevalsumzügen in Deutschland. Müssen erst Menschen sterben, bevor die Verantwortlichen reagieren?", so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Der Einsatz von Pferden bei solchen Veranstaltungen ist unverantwortlich.“

Zwei Tage vor Weiberfastnacht veröffentlichte PETA eine aktuelle INSA-Meinungsumfrage unter NRW-Bürgern zum Einsatz von Pferden bei Karnevalsumzügen. Eine knappe Mehrheit – rund 47 Prozent der Befragten – sprach sich dabei für ein Verbot von Pferden in Karnevalszügen aus. 45 Prozent der Menschen äußerten keine Bedenken.

Pferde sind Fluchttiere und sehr schreckhaft. Laute Musik, fliegende Süßigkeiten und ausgelassene Menschenmassen setzen die sensiblen Tiere bei Karnevalsumzügen anhaltend hohem Stress aus. Fast jedes Jahr werden Menschen und Tiere bei Karnevalsumzügen zum Teil schwer verletzt. Auch bei trainierten Pferden können bereits geringe Störungen den Fluchtinstinkt auslösen. Kölner und Bonner Medien berichteten im vergangenen Jahr, dass Pferde sediert wurden, um die Stressbelastung auszuhalten – obwohl die Verantwortlichen dies stets abgestritten haben.Nach einem schweren Pferdekutschenunfall 2015 in Troisdorf bei einem Volksfest, bei dem 26 Menschen teils schwer verletzt wurden, ergab ein Sachverständigengutachten, dass „die Pferde ihrem Fluchtinstinkt gefolgt seien – und auch vom Kutschbock mit Leinen und Peitsche nicht mehr für menschliche Kommandos empfänglich gewesen wären“.

In mehreren Städten sind Pferde bei Karnevalsumzügen aufgrund einschlägiger Erfahrungen mittlerweile verboten oder nur eingeschränkt erlaubt. Neben dem Einsatz der Pferde während der Karnevalsumzüge kritisiert PETA auch die tierschutzwidrigen Trainingsmethoden, mit denen die sensiblen Tiere im Vorfeld „desensibilisiert“ werden. Dazu werden die Pferde regelmäßig mit lauter Musik beschallt oder durch Knallgeräusche erschreckt. Scharfe Gebisse kommen ebenfalls zum Einsatz, um die Pferde mit Schmerzen kontrollieren zu können.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Karneval
 
Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de