Zwei Menschen und zwei Pferde bei Kutschenunfall in Grafschaft-Gelsdorf verletzt – PETA fordert Kutschenverbot von Landrat Pföhler

Grafschaft-Gelsdorf / Stuttgart, 6. November 2017 – Schwerer Kutschenunfall im Landkreis Ahrweiler: Einer Polizeimeldung zufolge kam es am Mittwochnachmittag vergangener Woche in Grafschaft-Gelsdorf zu einem folgenschweren Unfall mit einer Pferdekutsche, bei dem zwei Menschen sowie zwei Pferde verletzt wurden. Die Tierrechtsorganisation PETA hat jetzt Landrat Dr. Jürgen Pföhler gebeten, ein Verbot von Pferdekutschen im Landkreis Ahrweiler zu prüfen – zum Schutz von Mensch und Tier. Ein 57-Jähriger fuhr mit einem von zwei Kaltblütern gezogenen Gespann auf einem Wirtschaftsweg in der Gemarkung Grafschaft-Gelsdorf, als die Pferde etwa 500 Meter vor der Altenahrer Straße durchgingen. Der Kutscher und sein Mitfahrer stürzten von dem Gefährt, während die Pferde weiter in Richtung Wohngebiet liefen. An der Altenahrer Straße prallte die Kutsche gegen einen geparkten PKW und verhakte sich, so dass die Tiere nicht weiterlaufen konnten und durch Passanten unter Kontrolle gebracht wurden. Die beiden Kutschfahrer wurden durch den Sturz schwer verletzt, von einem eingeflogenen Notarzt erstversorgt und in Kliniken verbracht. Die Pferde mussten aufgrund von Schnittverletzungen tierärztlich behandelt werden. PETA veröffentlichte Anfang 2017 die neue Pferdekutschen-Unfallchronik und warnt eindringlich vor solchen Fahrten: Bei mindestens 41 Kutschunfällen wurden 2016 insgesamt vier Menschen getötet und 61 Fahrgäste zum Teil schwer verletzt. Zudem starb ein Pferd, sieben weitere Tiere trugen Verletzungen davon.
 
„Die Risiken bei Kutschfahrten sind unkontrollierbar, da Pferde Fluchttiere sind und selbst bei geringen Störungen leicht in Panik geraten können“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Da die Gefährte weder über sichere Bremssysteme, Airbags, noch über eine Knautschzone verfügen, sind schwere Unfälle mit Kutschen vorprogrammiert. Die einzige Lösung zum Schutz von Mensch und Tier ist deshalb ein Verbot von Kutschfahrten.“
 
In Rothenburg ob der Tauber wurde bereits im August 2010 das Pferdekutschenverbot für den historischen Kern der Altstadt vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof bestätigt.
 
Pferde sind sehr sensible und soziale Lauftiere, die in einer Herde leben möchten. Sie benötigen gutes Futter und stets frisches Wasser, Pflege und medizinische Versorgung. Selbstverständlich sollten zudem natürliches Sonnenlicht und frische Luft zur Verfügung stehen. Wenn diese essenziellen Haltungsvoraussetzungen nicht oder nur unzureichend gegeben sind, bedeutet das für die Tiere ein leidvolles Leben und führt auf Dauer zu lebensgefährlichen körperlichen Beeinträchtigungen. Ein Pferd in guter Haltung kann 35 Lebensjahre und mehr erreichen.

Weitere Informationen:
PETA.de/Pferdekutschen
PETA.de/Pferdekutschenunfälle

Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de